Manchmal gibt es störende Dinge in einem doch wunderbaren Foto. Dieses Tutorial zeigt in einem Anwendungsbeispiel die Möglichkeit ungewollte Dinge aus einem Bild zu retuschieren.
In unserem Beispiel ist der Fotograf im Rückspiegel klar zu erkennen. Versuche, die Kamera mit dem Kopierstempel zu entfernen, dürften sehr aufwendig und damit teuer werden. Der Strommast im Hintergrund gefällt uns auch nicht, was liegt also näher, als ein anderes Bild zu montieren.
Auf Grundlagen werde ich nicht eingehen, d.h. Ihr solltet wissen wie man die Werkzeuge in Photoshop verwendet und was Ebenen und Kanäle sind. Zuerst benötigen wir die Zeichnung ohne Hintergrund, die wir verwenden wollen.
Wir öffnen ein zweites Bild und ziehen es mit dem Verschiebewerkzeug (Taste V) in das Bild.
Die Perspektive der zwei Bilder stimmt nicht überein. Bis zu einem gewissen Grad kann man soetwas noch in Photoshop korrigieren. Mit der Tastenkombination Strg+T können wir das Bild transformieren. Für unseren Fall ist die Option Neigen interessant. Wir erreichen sie, indem wir mit der rechten Maustaste klicken und die Option aus dem Kontextmenue wählen.
Das unsere Landschaftaufnahme in Ihrer Form noch nicht der Spiegelform entspricht, beschneiden wir sie. Falls es möglich ist, sollte man eine Ebenenmaske verwenden. Damit verändern wir das Bild nicht destruktiv und Fehler können jederzeit wieder korrigiert werden.
Eine Ebenenmaske erstellt man mit dem markierten Symbol (1) in der Ebenenepalette. Mit einem Klick auf die Maske (2) weisen wir Photoshop an, in der Maske zu arbeiten. Wir erkennen daß die Maske aktiv ist daran, daß an Stelle (3) das Maskensymbol anstelle des Pinsels angezeigt wird. In der Maske können wir nun mit Weiß, Schwarz und Grautönen malen. Weiße Stellen kennzeichnen sichtbare, Schwarze Stellen unsichtbare und Grautöne halbtransparente Bereiche.
Wir füllen die Maske zuerst mit Schwarz ( Taste D -> Alt+ENTF), dann nehmen wir Weiß als Vordergrundfarbe (Taste X) und malen die Fläche des Spiegels nach. Bei solch gleichmässigen Formen kann es effektiver sein, zuerst eine Auswahl mit den Pfadwerkzeugen zu erstellen und sie mit Farbe zu füllen.
Die Farbwerte des "Spiegels" und der übrigen Umgebung stimmen noch nicht. Wir erstellen eine Einstellungsebene->Gradationskurven und korrigieren die Farben.
Zuerst habe ich den Kontrast des Bildes verringert. Das bedeutet ich habe helle Bereiche dunkler, und dunkle Bereiche heller gemacht.
Als nächste habe ich die Farben in den einzelnen Kanälen angepasst. Mein Ziel war es, die Farben im echten Rückspiegel und die des Landschaftsbildes aneinander anzupassen.
Blau habe ich etwas mehr angezogen, da das Bild im Rückspiegel durch das Glas einen Blaustich (oft auch einen Grünstich) bekommt.Zum Schluss malen wir in der Maske der Einstellungsebene den Spiegel nach, damit die Gradationskurven nur hier wirken. Am schnellsten geht das, in dem wir wieder alles schwarz füllen, mit gedrückter Strg-Taste auf die Maske der Ebenenmaske in der Ebenenpalette klicken, und die neu enstandene Auswahl mit Weiß füllen.
Eventuelle Verzerrungen durch die Scheibe und den Spiegel habe ich nicht berücksichtigt, da sie bei solch einer Landschaftaufnahme nicht weiter auffallen.
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