Die Krise um den insolventen Carrier KPNQwest (wir berichteten) zieht langsam seine Kreise.
Bei 1&1, die bis zu 18 Millionen Euro für das deutsche "Strato"-Rechenzentrum von KPNQwest zahlen wollen, spricht man inzwischen von großen Veränderungen auf dem Webhosting-Markt. Viele Provider bauen auf die günstigen Preise der Rechenzentren. Diese können aber diese Preise, wie man am Beispiel von KPNQwest sieht, nicht auf Dauer halten.
Nach Ansicht von 1&1 Vorstandssprecher Andreas Gauger sei es nicht mehr auszuschließen, dass zahlreiche deutsche Internet-Präsenzen nun von einem wirtschaftlich angeschlagenen Rechenzentrums-Betreiber an neue Betreiber weitergereicht werden müssen. Davon betroffen wären viele Kunden sowohl mit ihren privaten als auch gewerblichen Internet-Auftritten. "Der Fall, dass eine so große Anzahl Internet-Präsenzen unter Zeitdruck an neue Betreiber übertragen werden müssen, möglicherweise noch auf andere technische Plattformen, ist bisher ohne Vorbild." Die Vertragsverhandlungen mit Leitungsanbietern seien dabei nur ein Punkt. Damit ein solches Projekt gelingt, kommt es laut Gauger jetzt vor allem darauf an, das technische Personal bei der Stange zu halten. Die DENIC müsste z.B. für jede .de-Domain die IP-Adressen ändern. Unter Umständen müßten Kunden einem notwendigen Wechsel von Domains auf einen neuen Provider individuell per KK-Antrag zustimmen. Falls ein Transport von Datenträgern oder Web-Servern an neue Standorte per LKW nötig wird, sollte das sehr sorgfältig geplant werden. Werden Präsenzen auf neue Hardware umgezogen, müssen gegebenenfalls Funktionen auf Kundenwebseiten wie CGI-Skripte neu programmiert werden und zahlreiche Schnittstellen zu anderen Systemen überprüft werden.
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