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Thema: Nachteile bei Kirchenaustritt?

  1. #1
    TP-Veteran Avatar von wildmieze
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    Nachteile bei Kirchenaustritt?

    Guckuck^^

    Aaaalso .. ich überleg ja schon seit Jahren, ob ich aus der Kirche austrete. Zum Teil bin ich aus Faulheit noch drin, zum Teil habe ich mich einfach nicht getraut, weil ich zB Nachteile beim Kindergartenplatz für meine Tochter befürchtet hatte ..
    Letzteres scheint aber nun völlig wurscht zu sein (vielleicht wars vor 20 Jahren mal anders .. *kratzamkopp*).
    Als ich meinem Mann heute gesagt hab, daß ich austreten will, kam überraschenderweise, "jau, mach nen Termin für mich mit!" .. hätte ich gar nicht mit gerechnet ..
    .. und jetzt überlege ich halt, ob es irgendwelche Nachteile für unser Kind hat, wenn beide Elternteile aus der Kirche austreten. Sie selbst ist natürlich auch nicht getauft ..

    Wie gesagt, die Sorge um den Kindergartenplatz hat sich als unbegründet erwiesen (naja, sie hat halt weder im kirchlichen noch im städtischen Kindergarten nen Platz gekriegt, ab 2011 geht sie dann in den städtischen..). Spontan fällt mir höchstens noch ein, daß sie evtl. nicht an den "Kirchenfreizeiten" teilnehmen kann, die zumindest früher mal angeboten wurden. Aber damit könnte ich leben^^

    .. übersehe ich was? Schulische Konsequenzen oder so? .. oder sind wir in D endlich soweit, daß man als Atheist keine Nachteile befürchten muss?

    Liebe Grüße
    Mieze

  2. #2
    TP-Special Mod TP-Sponsor Avatar von Thomas
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    m.E. hat Kirchenaustritt nur einen einzigen Vorteil -> keine Kirchensteuer mehr bezahlen (und statt dessen selber entscheiden ob und an welche Einrichtung man ggf. mal Geld spendet)

    Nachteile sind mir außer dem von dir genannten (KiGa-Platz) keine bekannt

  3. #3
    TP-Moderator Avatar von Adromir
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    Wenn man keinen sozialen Beruf hat, in dem nun mal die Kirchen die größten Arbeitgeber Deutschlands sind, hat man eigentlich keine Nachteile. Ich bin letzten Monat (direkt nach Ostern) auch ausgetreten..
    Je größer der Deppenfaktor, desto gigantischer das Bescheidwissergefühl
    -Dieter Nuhr

  4. #4
    TP-Insider Avatar von Desko
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    Meines Wissens nach dürftest Du dann aber nicht mehr ohne weiteres das Patenamt für ein Kind übernehmen. Aber das wäre auch der einzige Nachteil, der mir jetzt spontan einfällt.

    Allerdings, finde ich an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, werden von dem Geld ja nicht nur religiöse Gemeinden und Gotteshäuser finanziert, sondern in der Tat ja auch wirklich Krankenhäuser, besagte Kindergärten und andere soziale Einrichtungen. Deshalb zahle ich die paar Euro (mittlerweile wieder) ganz gern.

    Have a nice day,
    Swen...

  5. #5
    TP-Moderator Avatar von Adromir
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    Wenn man sich die Finanzierung dieser Einrichtungen anschaut, so werden die meisten eh staatlich finanziert.

    Mal so als Beispiel Misereor (Bischöfliches Hilfswerk):

    Staatliche Steuermittel: 58%
    Spenden: 19%
    Kollekten: 15%
    Kirchliche Haushaltsmittel: 6%
    Zinsen: 2%

    Quelle: Wikipedia.

    Zudem bekommen diese Krankenhäuser bei der Versorgung diese ja auch durch die Krankenkassen bezahlt. Und warum sollte man unwirtschaftlich agierende Institutionen weiter subventionieren. Gegenüber Einrichtungen in Privater Trägerschaft ist das eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung.
    Je größer der Deppenfaktor, desto gigantischer das Bescheidwissergefühl
    -Dieter Nuhr

  6. #6
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    Ja, ich hab mich auch schon gefragt ob ich denn in einem kirchl. KH meine KK-Karte nicht mehr herzeigen muss oder ich mir die Beiträge für den kirchl. KiGa erstatten lassen sollte...
    Wir sind sowas von nichtkirchlich und trotzdem ging mein Kind ganz problemlos in einen kath. KiGa. Es gab überhaupt keine Diskussion wenn wir nicht wollten das sie an bestimmten Aktivitäten teilnimmt - vieles haben wir aber auch ihrer Entscheidung überlassen.
    Jetzt hier... mit einem kommunalen Kiga und einer kommunalen Grundschule könnte ich regelmässig ausflippen...
    Alles was ich hier so schreibe ist nur meine ganz persönliche Meinung.

  7. #7
    TP-Special Mod TP-Sponsor Avatar von Thomas
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    noch krasser ist die Finanzierung der Schulen in kirchlicher Trägerschaft:
    gerade mal 5% der Kosten (Gebäudeunterhalt + Personal) wird von der Kirche finanziert, der Rest aus Steuermitteln, trotzdem hat die Kirche für diese 5% Finanzierungsanteil 100% Hoheit über das dort beschäftige Personal (da wird niemand angestellt, der nicht in der Kirche ist, oder in "wilder" Ehe lebt ...)

    @dorintia: die Qualität eines KiGas/einer Schule hängt zu 95% von Engagement/Fähigkeit des Personals/der Leitung der Einrichtung ab ... es gibt gute kirchliche und gute städtische KiGas und Schulen, genauso gibt es schlechte bei den verschiedenen Trägern

  8. #8
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    Ich find's halt trotzdem krass das hier in der Gegend der KiGa und die Schule kirchlicher sind als der Pabst. Hab da echt kein Verständnis... keine Alternative zum Rel.Unterricht, Gottesdienst im Rahmen der Einschulung etc.pp. ... naja, ich denk nicht weiter nach, sonst...

    Übrigens haben wir eine Bibel zuhause... und unsere Kinder werden von uns über alle möglichen Religionen, Götter und Götzen aufgeklärt, genauso wie über den Urknall .
    Alles was ich hier so schreibe ist nur meine ganz persönliche Meinung.

  9. #9
    TP-Veteran Avatar von wildmieze
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    Oha .. Patenamt .. mein Mann ist Pate für seine 2jährige Nichte .. *kratzamkopp* .. ob er das dann "niederlegen" muss? .. hmm ..

    .. der kirchliche Kindergarten wäre in Bezug auf die "Kirchlichkeit" durchaus OK gewesen .. da hab ich bei meinem Besuch nicht viel von gemerkt^^ .. wenn sies übertrieben hätten, wäre er gar nicht erst in Frage gekommen .. nix gegen Leute, die in dem Verein sind, aber die brauchen mein Kind da nicht schon mit reinziehen, wenn sie noch so klein ist ..
    .. ob die Grundschule hier Alternativen zum Religionsunterricht hat, weiß ich gar nicht ... ich werds merken .. da isses ja wurscht, ob oder welche Religion die Eltern haben, da kommt es doch auf die Religion des Kindes an, oder?

  10. #10
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    Zitat Zitat von wildmieze Beitrag anzeigen
    Oha .. Patenamt .. mein Mann ist Pate für seine 2jährige Nichte .. *kratzamkopp* .. ob er das dann "niederlegen" muss? .. hmm ..
    Genau genommen erlischt die Patenschaft bei Kirchenaustritt. Aber wer will das kontrollieren? Und letztlich ist Pate sein IMO ja zu einem erheblichen Anteil soziale Verantwortungsübernahme, ich habe mein kirchliches Patenbüchlein (oder wie das heisst) jedenfalls nach meinem Austritt nicht zurückgegeben.

    copy

  11. #11
    TP-Insider Avatar von Desko
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    Zitat Zitat von copy Beitrag anzeigen
    Aber wer will das kontrollieren?
    Das wird spätestens bei der Konfirmation / Kommunion herauskommen... Kirche hat auch Bücher!

    Zitat Zitat von copy Beitrag anzeigen
    Und letztlich ist Pate sein IMO ja zu einem erheblichen Anteil soziale Verantwortungsübernahme, ich habe mein kirchliches Patenbüchlein (oder wie das heisst) jedenfalls nach meinem Austritt nicht zurückgegeben.
    Da hast Du natürlich recht mit...


    Witzige Anekdote an dieser Stelle:

    Also, ich war halt nicht immer Mitglied der Kirche, irgendwann ergab es sich beim Jahreswechsel, dass ich auf der Lohnsteuerkarte eben unter Konfession als"Frei" eingestuft war. Warum auch immer, Fehler bei denen, bin jedenfalls nie ausgetreten. Hat mich auch nicht wirklich tangiert, war ja fast sogar froh! (An dieser Stelle fällt mir immer der Alte Mann alias Helge Schneider in dem Film "Das kleine Arschloch" ein: Lokalverbot auf dem Friedhof? Das Beste, was ein Atheist sich wünschen kann!!!). Aber ich schweife ab.

    Jedenfalls, vor zwei Jahren wollte ich dann das Patenamt für meine Nichte übernehmen, die zusammen mit ihrem etwas älteren Bruder getauft werden sollte. Ich hatte mir nie Gedanken drum gemacht, war ja schon Pate des Ältesten (War vor meinem "Rauswurf"), aber es hieß, nee, können sie nicht, sie sind ja nicht in der Kirche! Ich war damals viel beruflich unterwegs, hatte selbst den Freitag vor der Taufe eine wichtige Abnahme, es war viel Telefoniererei, auch Einwirkung meines damaligen Chefs, der öfter mit dem Pastor schonmal Skat gespielt hatte usw., bis es soweit war, dass ich Sonntag dann vor der Messe nur noch ein Blatt Papier unterschreiben musste, und alles wäre klar gekommen. Aber...

    Wo mein Neffe sich brav hat taufen lassen, da hat meine Nichte sich quer gestellt. Sie wollte partout nicht, mehrere Anläufe ließen sie kalt. Sie wurde halt nicht getauft. Was ich aber bewundernswert fand: Sie wusste, dass sie eben die Geschenke zur Taufe nicht bekommen würde, darunter ein Fahrrad, was sie sich so gewünscht hatte, aber nee, es spielte keine Rolle für sie, sie sagte immer nur: "Caseys lassen sich nicht taufen!", und damit war die Sache für sie erledigt. Resolut und kompromisslos, und das mit 3,5 Jahren. Aber so ist sie...

    Hoffe ich langweile nicht, ist für mich aber eine schöne Anekdote.

    Have a nice day,
    Swen...

  12. #12
    TP-Veteran Avatar von wildmieze
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    Zitat Zitat von Desko Beitrag anzeigen
    Das wird spätestens bei der Konfirmation / Kommunion herauskommen... Kirche hat auch Bücher!
    Naja .. wenn ich es richtig in Erinnerung hab, ist die "Patenzeit" ab der Konfirmation sowieso vorbei .. dann wärs ja auch egal *g* .. und nein, Du langweilst nicht .. ich wünschte, ich wär mit 3 schon so überzeugt gewesen .. naja .. obwohl .. bis in meine Jugend hinein war ich ja sehr gläubig und hatte auch ne Menge mit der Kirche zu tun .. nach der Pubertät hat sich mein Hirn dann irgendwann wieder normalisiert *fg*

    Ich werde meinem Mann dann mal sagen, daß er dann "offiziell" kein Pate mehr ist. Aber copy hat in unserem Fall Recht: bei der Patenschaft ging es nie um kirchliche Aspekte, zum Glück von keiner Seite aus (ok, von Seiten der Kirche vielleicht *lach*). Pate ist da wohl eher sowas wie ein "besonders toller Onkel", und der kann er ja bleiben

    Dann erstmal danke für Eure Antworten .. ich werd mal schauen, daß ich das in nächster Zeit in Angriff nehme .. hmm .. dann müssen bestimmt auch die Steuerkarten geändert werden .. hoffentlich gibts den Laden, in dem ich zuletzt gearbeitet habe, bis dahin noch, damit die mir die Karte zurückschicken können^^

  13. #13
    TP-Insider Avatar von Desko
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    Ok,

    aber dazu muss ich dann noch mal kurz sagen, warum überhaupt Patenamt? Eigentlich ist es so oder so albern, da man ja als Pate z.B. ja die Verantwortung über das Kind übernimmt, wenn den Eltern etwas zustößt... Kam aber bei uns ja nie in Frage, da wir ja generell für jedes Kind dann da wären, Pate hin oder her.

    Ist halt ein alter Brauch, genauso wie eben 13jährige zum Konfirmationsunterricht zu schicken, die sich selbst aber höchstens die Knete bei der Konfirmation versprechen. Ist irgendwo Tradition geworden. Da finde ich den Beitrag von Dori gut, wenn man Kindern eben einen Blick auf jede Richtung lässt, und sie nicht von vornherein festnagelt... Aber, hey, ist halt kein einfaches Thema...

    Für Euch würde ich sagen, wenn es Euch nichts gibt, tretet aus, dass dürfte keine Probleme für Euch geben. Und Pate ist dein Mann so oder so noch. Bei mir ging es glaube ich auch nur um die Taufe... Aber, sollte kein Prob sein.

    Have a nice day,
    Swen...

  14. #14
    TP-Veteran Avatar von wildmieze
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    Tja, warum Patenamt .. hmm .. ist in der Familie meines Mannes wohl wirklich sowas wie Tradition .. hat auch nichtmal was damit zu tun, daß man für das Kind tatsächlich sorgen soll, wenn den Eltern was passiert (wie auch, bei 2 Geschwisterkindern mit je 2 unterschiedlichen Paten - jeder kriegt ein halbes Kind?), sondern eher damit, daß die Eltern sich das vorstellen könnten oder es demjenigen zutrauen würden, das Kind zu sich zu nehmen. Mein Mann war vor ein paar Jahren jedenfalls am Boden zerstört, als er nicht der Pate für das erste Kind seines Bruders sein durfte, sondern der Cousin "vorgezogen" wurde, und das schien schon sehr damit zu tun zu haben, daß er dachte, sein Bruder würde ihm sein Kind nicht "anvertrauen wolllen". Deswegen bin ich auch nicht ganz so sicher, ob er trotzdem mit mir zusammen aus der Kirche austritt, oder ob ihm der "offizielle Patenstatus" zu wichtig ist.

    Für mich selbst stellt sich die Frage eigentlich nicht - ich hab mit Kirche, Gott und Co. nix mehr am Hut, und ich würde nur weiter Mitgliedsbeiträge zahlen, wenn es das Leben meiner Tochter erleichtern würde. Ich habe auch schon von Anfang an gesagt, daß meine Tochter nicht getauft wird, egal, was Alle anderen sagen. Das Thema Religion und Glaube ist damit ja nicht Tabu, aber dieses "Indoktrinieren" von wehrlosen Säuglingen und Kleinkindern muss nicht sein .. wenn sie sich dann später dafür entscheidet, irgendwas in die Richtung zu machen, dann bitte. Von mir aus kann sie auch in den Konfirmandenunterricht gehen, nur um hinterher Geschenke zu kriegen - ich hab bei der Taufe unserer Nichte ja auch lächelnd neben meinem Mann in der Kirche gestanden, obwohl mich die Rede(n) des Pfarrers eher wütend gemacht haben. Und mich hat trotz der Heuchlerei nicht der Blitz getroffen *fg* .. und wer weiß, im Konfirmandenunterricht lernt man ja auch was über die Religion, vielleicht findet sie Gefallen daran, oder merkt, daß es doch nix für sie ist .. oder sie hat einfach nur ne gute Zeit mit ihren Freunden. Ist doch auch was Wert. Ich auch schon in den ein oder anderen Verein reingeschnuppert, nur weil jemand anders dort mitgemacht hat, hat mir auch nicht geschadet ..

  15. #15
    TP-Insider Avatar von Desko
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    Nein, hast Du jauch schön ausgedrückt, ich denke auch, Kinder sollen sich ihren Glauben selbst aussuchen dürfen. Aber selbst heute kommt man eben doch immer noch dem althergebrachten Bräuchen in den Sinn!

    Paar hundert Jahre noch, dann ist das auch weg! Eben jeder so wie er denkt, einer der wenigen Vorteile der heutigen Zeit!

    Have a nice day,
    Swen...

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