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Alt 29.09.2002, 13:15   #1
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Levis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKE
Question

[Geschichte] Begriffe


Hi,

Unser Geschichtslehrer ((urgs)) hat uns eine Liste mit ungefähr 50 Begriffen gegeben, die für ihn Grundwissen sind und die er jederzeit abfragen kann.
Von den 50 kenne ich gerade einmal 2 .
Die anderen habe ich jetzt überall gesucht (Lexikon, Google, MS Encarta 2002) und die meisten gefunden. Außer:
  • Paulskirchenparlament
  • Deutscher Dualismus
  • Realpolitik
  • Emser Depesche
Kann mich da vielleicht jemand aufklären ?

Vielen Dank im Voraus!
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Alt 29.09.2002, 13:49   #2
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Robin macht alles soweit korrekt
Emser Depesche:

1870/71: Deutsch-Französischer Krieg

Anlaß:
- preußischer Trohnfolger tritt zurück
- Napoleon III. fordert, dass die Deutschenauf die Trohnfolge für immer verzichten. Dies schrieb Napoleon III. in der Emser Depesche (Brief) an Bismark
- Bismak lehnte das ab und verschärfte den Brief zurück an Napoleon
- das verärgerte Napoleon III. und er verkündet die Kriegserklärung gegen Deutschland.

Hoffe geholfen zu haben.

Gruß Robin
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Es genügt nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie auszudrücken.
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Alt 29.09.2002, 13:52   #3
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Lightbulb

Die Paulskirche (Frankfurt), ursprünglich ein Emporenbau (1789-1833), ist das nationale Symbol für Freiheit und Demokratie in Deutschland schlechthin.

Nationalversammlung 1848 Am 18. Mai 1848 trat die erste frei gewählte Nationalversammlung in der Paulskirche zusammen.

Die folgenden Monate waren von der Arbeit an einer Verfassung für ein einheitliches Deutschland geprägt, die später an den Widerständen von Preußen und Österreich scheiterte.

Die folgenden Aufstände zur Durchsetzung der Verfassung wurden niedergeschlagen und das Parlament schließlich mit Waffengewalt aufgelöst.
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Alt 29.09.2002, 13:57   #4
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Dualismus Preußen - Österreich




Der preußisch-österreichische Dualismus prägte nun zunehmend die Bundespolitik und stand jeglichem Versuch, die Bundesverfassung zu reformieren, hemmend im Wege.

Preußen reklamierte, gestützt auf seine militärische und wirtschaftliche Macht, die Führung innerhalb des Bundes, verlor aber zugleich auch die kleindeutsch-preußische Lösung der deutschen Frage nicht aus den Augen.

Nach einer Phase der Reaktion war in dem konstitutionell verfassten Preußen unter dem Prinzregenten bzw. König Wilhelm I. (seit 1861) eine liberale Ära eingeleitet worden, die jedoch durch den preußischen Verfassungskonflikt 1862 jäh unterbrochen und durch die Rückkehr zu einer konservativ-obrigkeitsstaatlichen Regierungsweise abgelöst wurde:

*

Die Auseinandersetzung zwischen der liberalen Landtagsmehrheit und der Regierung um die Heeresreform – in erster Linie eine Heeresverstärkung, die die Liberalen mit einer Abschaffung der dreijährigen Dienstpflicht verknüpft wissen wollten – löste Wilhelm I., indem er Otto von Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten berief und ihn die Heeresreform ohne die Zustimmung des Landtages umsetzen ließ.

Ähnlich kompromisslos behandelte Bismarck einen von Österreich eingebrachten Vorschlag zur Reform des Bundes:

*

Den Frankfurter Fürstentag, der im August 1863 die österreichischen Reformvorschläge beraten sollte, ließ er scheitern, indem er zum einen Wilhelm I. von einer Teilnahme abriet und zum anderen für Österreich unannehmbare, weil die preußische Position innerhalb des Bundes stärkende Reformvorschläge einbrachte.

1864 fanden sich die beiden deutschen Großmächte Österreich und Preußen noch einmal zu einem gemeinsamen Vorgehen zusammen, und zwar gegen Dänemark um die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Nach dem 2. Deutsch-Dänischen Krieg, den Preußen und Österreich ohne Beteiligung des Bundes gegen Dänemark geführt und gewonnen hatten, musste Dänemark die beiden Elbherzogtümer abgeben und der gemeinsamen Verwaltung („Kondominium") durch Österreich und Preußen überlassen. Bereits im folgenden Jahr teilten sich Österreich und Preußen auf Grund zunehmender Spannungen in der Gasteiner Konvention die Verwaltung – Österreich erhielt Holstein, Preußen erhielt Schleswig –, doch auch diese Regelung hatte nicht lange Bestand. Bismarck, der offenbar seit seinem Amtsantritt die Auflösung des Deutschen Bundes und die Schaffung eines neuen kleindeutschen Staatenbundes unter preußischer Führung anstrebte, ließ unter dem Vorwurf, Österreich habe die Gasteiner Konvention gebrochen, 1866 Holstein besetzen und erklärte, nachdem der Bundestag die Mobilisierung der nichtpreußischen und nichtösterreichischen Truppen beschlossen hatte, am 14. Juni 1866 die Bundesverfassung für aufgehoben.

Mit dieser faktischen Auflösung des Deutschen Bund löste Bismarck den Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich aus, den Preußen mit seinem Sieg über Österreich bei Königgrätz am 3. Juli 1866 für sich entschied.

Im Frieden von Prag am 23. August 1866 musste Österreich der Annexion Schleswigs und Holsteins sowie einiger anderer nord- und mitteldeutscher Territorien durch Preußen zustimmen sowie der Neuordnung Deutschlands in Form des Norddeutschen Bundes, d. h. einem deutschen Staatenbund ohne Österreich.
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Alt 29.09.2002, 14:02   #5
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Hmmm,
Zitat:
Realpolitik
, in welchem Zusammenhang bzw. in welchem Zeitraum ??
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Alt 29.09.2002, 14:26   #6
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Levis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKELevis ist ein richtiges Arbeitstier - DANKE
Ui, Super! Vielen Dank Euch beiden!

Zitat:
Original geschrieben von bicornis
Hmmm,
, in welchem Zusammenhang bzw. in welchem Zeitraum ??
Auf dem Blatt steht nur Realpolitik... Aber wahrscheinlich im Zusammenhang mit Bayern um 1800 - 1900...
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Alt 29.09.2002, 14:40   #7
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Dann vielleicht das:
König Ludwig II
"Mit dem Amt schien ihm die Amtsgnade gegeben worden zu sein. Das war ein Segnung des Gottesgnadentums, an das Monarchisten, einschließlich des Monarchen, glaubten." Für Ludwig II. aber auch für seinen Großvater war das Königtum nicht nur ein Amt mit Rechten und Pflichten sondern eine Einstellung. Sie glaubten an das monarchische Prinzip, "nach dem die alleinige und einheitliche Staatsgewalt in der Hand des Monarchen liegt". Außerdem waren sie der Ansicht, daß nur in einem souveränen Land ein Monarch ein Monarch sein konnte und daß dessen Herrschaft durch Gottes Gnade gegeben ist und nicht durch irgendwelche Kriege errungen wurde. Dadurch konnte man die Herrschaft nur gegen feindliche Mächte absichern, denn beide waren sehr antimilitärisch gesinnt, was ersten eine Vernachlässigung des Militärs in Friedenszeiten, zweitens in Krisensituationen einen verspäteten Mobilmachungsbefehl und drittens militärisch völlig ahnungslose Minister zur Folge hatte, die dann im Kriegsfall schon mal die Lage falsch einschätzten. Diese Gesinnung wiederum war im Falle Ludwigs I. die Folge seiner äußersten "Abneigung gegen die Politik Napoleons I. und die französische Vasallität Bayerns". Letzteres war eine Tatsache, mit der Ludwig I. sich nur schwer abfinden konnte und die er als König so gut es ging verdrängte. Denn wie gesagt, erstens wollte er König aus Gottes Gnaden sein und zweitens war es ihm ein Greuel, daß ausgerechnet Napoleon Bayern zum Königreich machte. Sein Enkel hatte damit weniger Probleme, ihn störte viel mehr, daß er nicht wirklich souverän war. Ludwig I. betrieb in der Hinsicht Prinzipienpolitik, denn: "Ich habe 23 Jahre als wahrer König geherrscht und soll jetzt noch ein Unterschreibkönig sein, gebunden und gefesselt an beiden Händen, nein das kann ich nicht. Wer neu beginnt, kann sich vielleicht darein finden, aber nach 23 Jahren, das geht nicht." Als er auf den Thron stieg, waren König und zwei Kammern gleichberechtigt. Nun, durch die Revolution von 1848/49 wurden viele Reformen erforderlich, von denen Ludwig I. nicht mehr bereit war, sie zu unterstützen und mit ihnen als König zu leben. Also dankte er ab. Auch sein Enkel hatte Probleme mit dieser "Unterordnung". Doch er versuchte damit zu regieren, betrieb also Realpolitik, und richtete sich damit zu Grunde. Denn dafür mußte er all seine Träume vom absoluten Königtum aufgeben. Ludwig II. strebte immer eine Herrschaft, wie Zar Alexander II. in Rußland sie führte, an. Es war die einzige gebliebene absolute Herrschaft in Europa, sein Ziel. Als er erkannte, daß seine Träume nicht realisierbar waren und er für die andere, die einzig in Bayern mögliche monarchische Art zu regieren, nicht geschaffen war, zog er sich aus den Regierungsangelegenheit zurück, ohne abzudanken. Franz Herre sagt über die Zustände in Bayern: "Das Volk, dessen Repräsentanz vom Ministerium mißachtet wurde, achtete, verehrte, ja liebte den König. In seinem Namen, unter dem Vorwand, seinen Willen zu vertreten, konnte die Volksvertretung in Schranken gehalten, konnten Volksvertreter zur Räson gebracht werden - von den Ministern, die zwar im Auftrag des Königs regierten, aber nach eigenem Gutdünken und ihrer jeweiligen Auslegung der bayerischen Staatsräson. Das monarchische Prinzip war in Bayern nur ein Scheinprinzip, der König von Bayern besaß nur eine Scheinsouveränität." Ludwig II. wußte Bescheid. Er hatte ein Gespür für alles, was mit seiner Souveränität zusammenhing. Aber er tat nichts dagegen, genau so wenig, wie er die Konsequenzen aus den Gegensätzen zwischen seinen Vorstellungen und der Realität zog. Anders war es bei Ludwig I.: er mischte sich immer wieder in die Regierung seines Sohnes ein, bis er sogar aus der Residenz ausziehen mußte.

Beide waren also eindeutig reaktionär und konservativ eingestellt, in einer Zeit, in der Veränderungen nötig waren und vom Volk auch gefordert wurden. Trotzdem sagte Ludwig I. in seiner Abdankung: "dem Wohle des Volkes war Mein Leben geweiht" Und es stimmt. Als er ihren Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte, überließ er Maximilian II. Joseph den Thron und versuchte vielleicht wenigstens, sich aus dessen Regierung herauszuhalten. Sein Enkel machte es wie gesagt anders: er hielt sich aus der eigenen Regierung heraus, gab den Thron jedoch nicht frei.
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Alt 29.09.2002, 14:40   #8
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Mediatisierung


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Alt 29.09.2002, 14:42   #9
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Mediatisierung
(wörtl. Mittelbarmachung)

Von Napoleon im Reichsdeputationshauptschluss 1803 veranlasste Unterwerfung vormals reichsunmittelbarer, also nur dem Kaiser unterstehender politischer Einheiten (v. a. Reichsstädte, Reichsritterschaften) unter die Landeshoheit der neu gebildeten deutschen Mittelstaaten
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Alt 29.09.2002, 16:03   #10
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Masotoshi ist ein richtiges Arbeitstier - DANKEMasotoshi ist ein richtiges Arbeitstier - DANKEMasotoshi ist ein richtiges Arbeitstier - DANKEMasotoshi ist ein richtiges Arbeitstier - DANKE
Hier noch einige Kurze Beschreibungen zu deinen Begriffen gefunden bei wissen.de

Realpolitik
Link Realpoltik

Emser Depesche
Link Emser Depesche

Vielleicht hilft dir das ja auch weiter
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