Seine Haschisch- und Gras-Eskapaden brachten schon in den frühen Siebzigern die Medien völlig aus dem Häuschen und sein Werdegang vom ironisch-bissigen Wirtschaftswunder-Mimen zum eigensinnigen Systemkritiker vollzieht den Wandel der deutschen Nachkriegsgesellschaft bis zum völligen Zusammenbruch exemplarisch nach (oder besser vor).
Dass er eine Teil seiner Zauberkunst dem Umgang mit Ekstase -
mit Drogen - verdankte, sich von den Alkohol- und Medikamentenorgien 20jährigen Filmstarruhms mit Haschisch kuriert hat - dieses "Ärgernis" hat Wolfgang Neuss nie verheimlicht.
"Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen", entbot er Richard Weizsäcker 1983 in einer Talkshow zum Gruße - kurz darauf wurde er nach einer Hausdurchsuchung wegen Haschischbesitzes verurteilt. Dass er nichts anderes täte, als den Strick zu rauchen, an dem er sonst hängen würde - nämlich Hanf - vermochte den Richter nicht zu beeindrucken (taz)