hier n artikel den ich von www.edonkey2000.de/board habe, eine quelle wird dort leider nicht angegeben.
Am 15.September 2003 startet die Gebühreneinzugszentrale für Urheberrechte (GeZfU) am 15.September 2003 deutschlandweit ihren Dienst. Die GeZfU setzt sich nach eigenen angaben für die Interessen der Softwarehersteller, Film- und der Musikindustrie ein. Leider gibt es bei dem ganzen einen kleinen Haken, denn diese private Gesellschaft hat keinerlei rechtliche Grundlagen. Die selbst ernannten Schnüffler werden ab Montag in der ganzen BRD an den Türen von privaten Haushalten klingeln, und versuchen Sie als illegale Raubkopierer zu entlarven. Falls auch bei Ihnen ein vermeintlicher Mitarbeiter dieser Gesellschaft klingeln sollte, verweigern Sie den Zutritt! Denn eine Hausdurchsuchung ist immer noch die Aufgabe der Staatsanwaltschaft und der Polizei.
n-tv.de berichtet auf der Titelseite über den Start einer Gebühreneinzugszentrale für Urheberrechte (GEZfU) (via Großbloggbaumeister). Schon der Firmenname macht misstrauisch: Da will wohl jemand an die echte Gebühreneinzugszentrale erinnern.
Der Text des Artikels scheint nahezu wörtlich von der Website der Organisation zu stammen. Diese Zentrale geizt allerdings mit weiteren Angaben: Umsatzsteuer-ID und AGB fehlen gleich ganz. Man kann aber schon einmal Raubkopien melden. Der Geschäftsführer wird mit E.Braun angegeben, der volle Name ist über die DENIC-Whois-Suche zu finden. Und via Google sieht man dann, dass der Geschäftsführer offenbar bereits in einem anderen innovativen Bereich tätig war: Anti-Schweiß-Pillen , die von Ökotest das Prädikat rausgeschmissenes Geld bekommen. Wie kommt so etwas auf die Titelseite von n-tv.de?
Ein Blick auf andere Medien zeigt, dass einerseits renommierte News-Angebote die Pressemitteilung ungeprüft übernehmen, nur kosmetisch verändern oder die GEZfU sogar als Behörde bezeichnen (Radio Hamburg, Call-Magazin). Bei ZDNet sind die ersten Zweifel zu finden. Dann werden auch Computerpartner und tecChannel skeptisch.
Schließlich recherchieren einige Journalisten ordentlich nach. Die PC-Welt hat den GEZfU-Pressesprecher befragt. Ergebnis : Bei der Gezfu handelt es sich seinen Worten zufolge um die deutsche Niederlassung eines vor einem Monat gegründeten englischen Unternehmens mit Sitz in Cardiff. Die echte GEZ wusste von nichts; die PC-Welt mutmaßt , dass die GEZfU Probleme wegen ihres Namens bekommen wird. Tipp der Zeitschrift: Wenn die GEZfU vor der Tür steht, muss man sie nicht hereinlassen. Bei Telepolis kommt Wolf-Dieter Roth zu dem Fazit: In einem Dormagener Postfach wird es eng. Derweil distanzieren sich IFPI und BSA von der neuen Zentrale.
Bei der GEZfU selbst scheint auch allerhand los zu sein. Zuerst ist der AGB-Link verschwunden, bei der Umsatzsteuer-ID heißt es jetzt in Anmeldung. Der DENIC-Eintrag wurde heute ebenfalls geändert: Der Name ist verschwunden, die Adresse ist jetzt das Postfach von der Website. Schließlich ist die Postfach-Adresse aus dem Impressum durch eine Adresse der Hauptniederlassung in Cardiff ersetzt worden. Die Informationen zum Urheberrecht auf der GEZfU-Website stammen allerdings weiterhin direkt und ohne Quellenangabe aus einer Pressemitteilung des Bundesjustizministeriums.
Mittlerweile ist die Seite mit dem Formular zum Melden von Raubkopien auch offline. Ob das mit Anfragen wie dieser zu tun hat?


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