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30.10.2003, 23:23
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#1
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TP-Moderator
Registriert seit: Jul 2001
Ort: Regensburg / Landshut
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Wird meine Kriegsdienstverweigerung anerkannt?
Hi!
Ich habe folgende Begründung für meine Kriegsdienstverweigerung geschrieben. Meint Ihr, dass mein Antrag anerkannt wird?
Ausführliche persönliche Begründung für die Kriegsdienstverweigerung
Bei meiner Entscheidung den Kriegsdienst zu verweigern handelt es sich um eine Gewissensentscheidung. Das heißt, ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, Waffen gegen menschliches Leben einzusetzen. Ich lehne jede kriegerische Handlung ab, da ich es nicht einsehe, einen „feindlichen“ Soldaten, den ich wahrscheinlich nicht einmal kenne, zur Durchsetzung irgendwelcher Ziele zu ermorden. Ich will und kann mich nicht zur Verfügung stellen, Befehle auszuüben, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Ich würde in einen inneren Konflikt kommen, wenn ich auf solche Weise gegen mein Gewissen verstoßen würde.
Allein der Gedanke, dass ich bei einem von mir verschuldeten Autounfall einen Menschen fahrlässig töten würde, löst in mir große Gewissensängste aus.
Diese Grundwerte habe ich bereits durch die katholische Erziehung meiner Eltern vermittelt bekommen. Auch die Christenlehre hat einen entscheidenden Teil dazu beigetragen. Ich bin mit fünf Geschwistern aufgewachsen und habe so gelernt, Konflikte mit Diskussionen zu lösen und nicht mit Gewalt. Überdies wurde ich stark durch die schulische Erziehung im katholischen Maristen-Gymnasium Furth geprägt. Der Religionsunterricht widmete sich ausführlich den zehn Geboten, insbesondere dem fünften Gebot „Du sollst nicht morden“: Wir haben darüber diskutiert und kamen dabei auch auf Themen wie Armee und Krieg. Anschließend habe ich mich mit Freunden und meinen Eltern darüber unterhalten und es tat sich ein innerer Konflikt auf. In der Bibel steht, ich solle nicht morden (2. Buch Mose 20, 13), aber in der Bundeswehr lernt man zu töten. Die 10 Gebote haben für mich eine große Bedeutung und ich versuche, so weit es geht, diese zu befolgen. Das Gebot „Du sollst nicht morden“ wird im Krieg unweigerlich gebrochen. Das Gebot bedeutet für mich auch, dass ich das Töten nicht simulieren darf. Ich will mit meinen Mitmenschen in Frieden leben und, wenn es möglich ist, zu helfen und nicht lernen, wie ich Menschen töte.
Aber nicht nur im Religionsunterricht haben wir über Krieg gesprochen. Auch in Fächern wie Erdkunde und Geschichte haben wir die Auswirkungen und Sinnlosigkeit von Kriegen erfahren und welches Elend Kriege für Menschen hervorrufen. Auch der Krieg im Irak zeigt, dass es selbst nach dem Krieg weitere Probleme und Tote gibt.
Schließlich haben auch viele Lieder aus dem Musikunterricht und einige Kurzgeschichten im Deutschunterricht dazu beigetragen, dass ich niemals den Dienst an der Waffe leisten möchte. In der Nachkriegskurzgeschichte „Wanderer, kommst Du nach Spa...“ von Heinrich Böll wird zum Beispiel berichtet, wie ein junger Soldat in seine alte, als Lazarett dienende Schule eingeliefert wird und dort bemerkt, dass er keine Arme und nur noch ein Bein hat. In Arnold Schoenbergs Melodram „A survivor from Warsaw“ wird auch auf die schlimmen Umstände im Krieg hingewiesen.
Ich bin der Meinung, dass unser Leben das höchste von Gott gegebene Gut ist und niemand außer Gott selbst über Leben oder Tod entscheiden darf. Damit steht für mich fest, dass ich niemandem dieses Geschenk nehmen darf, dazu beitrage oder dazu ausgebildet werde.
Nach diesen Wertvorstellungen wurde ich von meinen Eltern erzogen. Ich bin mit fünf Geschwistern aufgewachsen und habe gelernt, dass man Konflikte nie über Gewalt lösen kann. Ein Krieg ist keine Lösung für Konflikte.
Außerdem zerstören Kriege die Natur, die Schöpfung Gottes. Durch den Atombombenabwurf 1945 in Hiroshima wurden ganze Teile der Schöpfung Gottes zerstört. Ich vertrete die Meinung, dass man sich an der Schöpfung Gottes nicht vergreifen darf. Auch die Bilder des zweiten Weltkriegs in den deutschen Städten erschrecken mich immer wieder. Alles, was die Menschen sich mühevoll aufgebaut haben, werden durch kurzdauernde Angriffe sinnlos zerstört. Diese Bilder habe ich aber nicht nur in Geschichtsbüchern gesehen, sondern „live“ im Fernsehen bei den Kriegen in Kosovo und jetzt im Irak.
Unser Grundgesetz gibt jedermann „das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (Artikel 2, Absatz 2, Satz 1). Das Recht auf Leben steht über allem, hat absolute Priorität. Ich kann und will gegen dieses Gesetz nicht verstoßen. Meine Wertschätzung für das Leben lässt sich nicht mit dem Gedanken an den Einsatz von Waffen gegen Mitmenschen in Einklang bringen. Mit der Verweigerung des Kriegsdienstes glaube ich einen wesentlichen Schritt in diese Richtung zu unternehmen.
Um meinen staatsbürgerlichen Pflichten nachzukommen, erkläre ich mich dazu bereit, zur Ableistung von Zivildienst herangezogen zu werden.
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30.10.2003, 23:30
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#2
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TP-Veteran
Registriert seit: Mar 2003
Ort: Augustinerbräu
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30.10.2003, 23:34
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#3
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TP-Special Mod
Registriert seit: May 2001
Ort: Arnsberg - Sauerland
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ist das in Zeiten der "Postkartenverweigerung" überhaupt noch eine wirkliche Frage, ob die Begründung ok ist?
nach meiner Info werden doch nahezu alle Kriegsdienstverweigerer direkt anerkannt - oder hat sich das geändert?
(eigentlich ist die Army doch froh um jeden potentiellen Mörder weniger in ihren Reihen, sind ja eh' pleite und und die Größe der Bundeswehr wird immer weiter zusammengeschrumpft)
Ansonsten: ich find' die Begründung schlüssig, aber fast schon zu ausführlich.
Einmal wiederholst du dich ("Ich bin mit fünf Geschwistern ..."), das solltest du ändern.
Als bekennender Atheist (aber streng katholisch erzogen) eine Frage: heißt es in den 10 Geboten wirklich "Du sollst nicht morden", ich kenne das 'nur' als "Du sollst nicht töten", ist ein kleiner, aber feiner Unterschied
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30.10.2003, 23:38
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#4
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TP-Moderator
Registriert seit: Jul 2001
Ort: Regensburg / Landshut
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Zitat:
Original geschrieben von Thomas
Als bekennender Atheist (aber streng katholisch erzogen) eine Frage: heißt es in den 10 Geboten wirklich "Du sollst nicht morden", ich kenne das 'nur' als "Du sollst nicht töten", ist ein kleiner, aber feiner Unterschied
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Ich habe da schon mehrere Varianten gesehen. Denke, dass alles richtig ist
Danke für den Hinweis mit der Wiederholung!
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30.10.2003, 23:45
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#5
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TP-Insider
Registriert seit: Oct 2001
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Postkartenverweigerung? Seit wann?
Ich hab vor einem Jahr meinen Dienst an der Waffe veweigert und meine erste, recht knappe Begründung wurde zurückgewiesen! Die Bundeswehr unterscheidet im übrigen zwischen den Schulabschlüßen. Jemand mit einem Hauptschulabschluß hat es einfacher, als jemand mit einem Abitur....das ist Fakt.
Mir persönlich ist die obige Begründung viel zu religiös gestimmt. "Schöpfung Gottes" *schauder*, daß ist aber nur meine Meinung als bekennender Atheist.  Natürlich kann man das aber heranziehen. Ich weiß nicht ob ichs überlesen habe, aber bist du vielleicht getauft, bzw. gehst anderweitig kirchlichen Aktivitäten nach? Falls ja, brauchst du wirklich nicht ausführlich werden. (In dem Zusammenhang muss ich Dir wiederum Recht geben Thomas.)
Wenn du magst, schicke ich Dir gern meine Begründung zu, zum Vergleich und Anreiz Deine vielleicht zu erweitern.
Viel Glück dabei!
EDIT
Ach Mist, doch überlesen und dann noch zu spät!
MFG...McMiG
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30.10.2003, 23:52
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#6
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TP-Veteran
Registriert seit: Apr 2002
Ort: Landeshauptstadt Düsseldorf
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Ich schreibe auch zur Zeit an meiner Begründung. Hab heute mein polizeiliches Führungszeugnis beantrag. Für so'n wisch wo bei mir eh nichts drauf steht 13 Euro ist echt
Bei meiner Begründung bin ich noch näher auf die Distanzierung von Gewalt eingegangen.
An deiner Stelle würde ich das mit dem Autofahren rausnehmen. Das ist eher unglaubwürdig...
An der Stelle dann schreiben, dass du wie schon bereits erwähnt Konflikte auf verbaler Ebene löst und so ist es für dich unvorstellbar selbst bei einer kleinen Rangelei jemanden zu verletzen...
EDIT
Wenn du schon was über Kirche und so schreibst, dann vergiss die Festigung des Glaubens durch Kommunion und Firmung nicht!
Viel Glück bei der Anerkennung
mrX
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30.10.2003, 23:56
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#7
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Guest
Registriert seit: Apr 2002
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Denke schon, dass durch diesen kleeeinen Essay deine Verweigerung anerkannt wird...
(zugegeben, beim Lesen überkam mich an manchen Stellen der Brechreiz... 
Denkste, die interessiert z.B., welche Bücher du gelesen hast und was in denen drinstand ??  )
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30.10.2003, 23:57
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#8
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TP-Moderator
Registriert seit: Jul 2001
Ort: Regensburg / Landshut
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Ja, 13 € sind für so einen Wisch echt bisschen viel
Vielen Dank für Eure Anregungen.
Ich würde mich freuen, wenn Du mir Deine mailen würdest, McMiG 
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31.10.2003, 00:01
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#9
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TP-Insider
Registriert seit: Oct 2001
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Soeben getan.
MFG...McMiG
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31.10.2003, 00:12
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#10
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TP-Special Mod
Registriert seit: May 2001
Ort: Arnsberg - Sauerland
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zu meiner Zeit (ich bin der letze Jahrgang der noch mündliches 'Gewissensprüfungsverfahren' hatte), wurde geraten, entweder auf der "christlichen Schiene" zu fahren (dann musste mann aber auch fitt im Thema sein) oder auf der "allgemein individuell persönlich gewaltabneigenden" Schiene.
da kamen dann die Sachen wie Autounfall, alleine mit Freundin im Wald und der böse Meuchelmörder kommt (= Nothilfe) u.ä.
Du scheinst aber wirklich (auch) glaubensmäßig in deiner Kriegsdienstverweigerung motiviert zu sein, dann ist es u.U. wirklich sinnvoll, nur auf dieser christlichen Basis die Begründung zu formulieren. (und Bücher, Lehrer u.ä. wenn überhaupt nur in Nebensätzen zu erwähnen)
BTW: mich hat u.a. sowohl der Film "Hair" als auch das Buch "Im Westen nichts Neues" von Remarc ganz stark bekräftigt, den Kriegsdienst zu verweigern.
[OT]
gab' mal irgendwann eine total geile Seyfried-Karrikatur zum Thema Kriegsdienstverweigerung:
eine Zeichnung von einem Hippie, der vor einem Prüfungsausschuss steht. Der Vorsitzende fragt den Kriegsdienstverweigerer: "Können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, Sahne zu schlagen?" 
[/OT]
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31.10.2003, 00:22
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#11
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Guest
Registriert seit: Aug 2002
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Wer von euch hat denn schon gedient? Ich meine es ist doch nicht schlimm 10 Monate zu dienen. Es ist ja kein Krieg  Verstehe ich nicht so recht. Man hat soviele Möglichkeiten sich im Bund weiterzubilden und überhaupt...
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31.10.2003, 03:53
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#12
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TP-Special Mod
Registriert seit: May 2001
Ort: Arnsberg - Sauerland
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Zitat:
Original geschrieben von Strogij
Wer von euch hat denn schon gedient? Ich meine es ist doch nicht schlimm 10 Monate zu dienen.
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eben drum: nein danke!
Zitat:
Original geschrieben von Strogij
Man hat soviele Möglichkeiten sich im Bund weiterzubilden und überhaupt...
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mit die größte Ungerechtigkeit:
laut unserem Grundgesetz ist der Kriegsdienst und der Ersatzdienst gleichgestellt (steht so ziemlich wörtlich im GG)
wenn ich diene (  ), kann ich diverse Führerscheine inkl. LKW machen z.B.
Als Zivi wird von mir erwartet, dass ich einen Führerschein besitze, um halbwegs lockere Jobs zu machen.
Ohne Fleppe hat man nur Chancen auf Hardcore-Jobs im LKH o.ä. (mir so gegangen)
aber lassen wir das: Levis fragte, ob seine Begründung der Kriegsdienstverweigerung so ok sei 
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31.10.2003, 07:24
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#13
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TP-Veteran
Registriert seit: Jun 2002
Ort: Hamburg Altona
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Moin Levis,
ich an deiner Stelle würde das Wort Morden aus deiner Verweigerung streichen, den auf dem Ohr reagieren die Verweigerungsbehörden der Bundeswehr sehr allergisch. Ein Nachbarsjunge meiner Eltern hat kürzlich seine Verweigerung im Berufungsgang mit mir besprochen weil in seiner ersten Verweigerung (die nicht anerkannt wurde) er auch das Wort Mord benutzte.
Die Verweigerung ist allein deinem Gewissen unterlegen und auch nur darauf solltest du dich berufen. Deinen religiösen bezug hast du hervorgehoben und das ist auch sehr wichtig.
Zwei Freunden von mir die aus Gewissensgründen Totalverweigert haben reichte selbst das nicht. Totalverweigerung funktioniert nur bei "Zeugen Jehovas" da angeblich hier der Gewissensentscheid beweisbar ist  , dämlich aber so wird argumentiert.
Also nicht die Bundeswehr angreifen ( obwohl sie es verdient) sondern formuliere das mehr in die Richtung:
Viele humanitäre Einsätze der Bundeswehr und Hilfsaktionen finde ich unterstüzenswert, nur möchte ich nicht mit der Waffe in der Hand helfen sondern, sondern möchte meinen Einsatz für dieses Land im Zivilen Rahmen vollziehen ...oder so ähnlich.
Ich habe seiner Zeit in meiner Verweigerung über meine Kindheitserlebnisse im Iranischen Bürgerkrieg geschrieben und meine Erfahrungen mit Waffengewalt als tägliche Erfahrung, die mich heute dazu veranlaßt Waffen generell abzulehnen.
Ich hoffe du hast Erfolg mit deiner Verweigerung.
Gruß,
Jan
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31.10.2003, 07:31
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#14
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TP-Specialist
Registriert seit: Aug 2002
Ort: Nähe Wien
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zur lage in österreich:
da kann seit einige jahren jeder frei wählen - ohne eine begründung abgeben zu müssen
die sogenannte "gewissenskommission" ist ende der 80er gefallen (die hat damals entschieden, werd zivildienst machen darf), irgendwann mitte der 90er oder so wurde das ganze dann total fallen gelassen!
p.s.: obwohl ich mich damit ja nicht identifizieren kann  (ist aber eh ein grundrecht des menschen, find ich  ) --> uiui, geht jetzt nicht auf mich los 
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31.10.2003, 07:39
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#15
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TP-Veteran
Registriert seit: Jun 2002
Ort: Hamburg Altona
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Doch
Nee Nee, wie verstehe ich das? Ein Grundrecht entscheiden zu dürfen, was man machen möchte, das sehe ich absolut auch so.
Oder siehst du die Teilnahme an der Bundeswehr als Grundrecht/pflicht an?
Gruß,
Butterstulle
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