 |
| Hinweise |
Willkommen im TP-Hilfe-Forum!Dies ist ein Forum zu den Themen Photoshop, Dreamweaver, Flash, Selbständigkeit und mehr, in dem Du Hilfe, Anleitung oder eine Lösung zu Deinen Problemen erhältst. Aktuell bist Du in unseren Foren als Gast mit reinen Leserechten unterwegs. Wenn Du Dich registrierst, kannst Du eigene Themen verfassen, deine Frage stellen und privat mit anderen TPlern kommunizieren. Weitere Foren werden zugänglich, und Du wirst – falls gewünscht – per Mail über neue Beiträge informiert. Die Registrierung ist schnell und kostenlos. Sollten bei der Registrierung Fragen auftauchen, reicht ein Klick in unsere Hilfe - Häufig gestellte Fragen oder eine kurze Mitteilung an das Support-Team. Viel Spaß bei Traum-Projekt.com |
17.06.2004, 14:15
|
#1
|
|
TP-Supporter
Registriert seit: Aug 2003
Ort: Wehr
|
Die Allround-Deppen der New-Media-Industrie
Zitat:
Die Allround-Deppen der New-Media-Industrie
Früher, damals, seinerzeit, als es noch Vorabkohle beim Vertragsabschluss und vielversprechende Aktenoptionen für alle New Media Mitarbeiter gab - da wurden fachkundige Mitarbeiter für diese neue Zukunfs-Industrie bzw. oder Startups händeringend gesucht.
Jobs, Jobs, Jobs ...
In der Hysterie sahen die Arbeitsämter in diesem Fachkräftemangel ein Wundermittel, um unsägliche Massen von faulen Arbeitslosen in steuerzahlende Pixelsklaven zu verwandeln, denn all diese Computer-Berufe sind ja so zukunftssicher ... harhar ...
Flugs machten sich die Arbeitsämter daran herumgammelnde Meeresbiologen, Geschichts-Lehrer und Fabrikarbeiter durch die Umerziehungsgulags der digitalen Schulungscenter zu peitschen. HTML macht frei!
Die Schulungsunternehmen wiederum klatschten freudig in die Hände, wussten sie doch, dass sie den grössten Reibach machen würden, denn all diese Ausbildungen sind gut und teuer.
Die Verlockungen
Laut allerlei bunter Brochüren war der Weg des Mediengestalters, der einzig wahre und güldene im Dickicht der neuen Berufe, denn wer zu doof dazu war, ein echter Programmierer und zu untalentiert so eine Art Director zu werden, der konnte sich für den Remix zwischen beiden, dem Mittelmass an Kreativität und Programmierung entscheiden ...
Und wem die digitalen Götter wohlgesonnen waren, der ging mit einem Unternehmen nach durchzechten Pizzanächten an die Börse und leistete sich nach zwei Jahren Sperrfrist seine eigene Karibikinsel und musste nie wieder in seinem Leben eine Maus anfassen.
Dream on.
Big Bang
Inzwischen sind vormals coole Ziegenbärte und Pixelpusher der New Media Revolution erfolgreiche Taxifahrer, Latte-Kellner oder Standard-Arbeitslose. Mit Sehnsucht blickt man seufzend auf seine gute alte Spray.net-Tasche - kostenlos eingesackt auf der damals bombastischen Launchparty in Hamburg - bevor der Laden aufgekauft und letztendlich eingestampft wurde.
Ja, früher ...
Doch der Beruf des Mediengestalters hat all dies überlebt, doch von den sicheren Arbeitsplätzen fehlt jede Spur, denn der Fachkräftemangel scheint inzwischen auch ohne indische Greenkärtler behoben.
Und das verbleibende Heer an Mediengestalter darf sich weiterhin unter Preis selbst ausbeuten, da willige, arbeitslose Kollegen schon auf den Job warten und die Schulungscenter jährlich weitere Massen ausspucken.
Das Superwesen: Mediengestalter
Laut der Info-Site des ZFA (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien), ist der Mediengestalter die eierlegende Wollmilchsau des Digital Publishing.
Mit Erfurcht klickt man sich durch die Skill-Liste dieser Mausgiganten, die nur innerhalb von drei Jahren (oder noch kürzer) die Qualifikationen eines Lithographen, Repro-Photographen, Typographen, Reinzeichner, Layouter, Scan-Operator, Midi-Musiker, Sound-Editor, Retuscheur, Illustrator, 3D-Animator, Cutter, Screen-Designer, Programmierer, Web-Masters, Content-Manager und HTML-Coder in sich vereinen?
Wow!
Skill-Overkill
Bei einer solchen Qualifikations-Liste schlagen meine Erzfeinde - die Human Ressource Döddel - freudige Purzelbäume. Fast jedes der eben aufgelisteten Skills war vor dem digitalen Urknall ein eigenständiger Ausbildungsberuf, der meist mit drei Jahren Azubi-Dasein, miesem Gehalt, Brotzeitholen und Putzen bestraft wurde.
Ich frage mich, wie in einem sechsundreissig monatigen Maus-Marathon inklusive Praktikum hier halbkreative Fachkräfte entstehen sollen? Ziehen wir uns mal genüsslich die Liste der ungefähr zu erlernenden Programme/Systeme rein:
Quark Xpress & Indesign, FreeHand/Illustrator, Excel, Word, PowerPoint, Dreamweaver & GoLive, Photoshop, Flash, MySQL, Apache, Linux, Windows, Mac OS, Java, PHP, HTML, etc.
Desweitern muss sich sich der gemeine Wald- & Wiesen-Mediengestalter irgendwann während seiner Ausbildung für einen der vier heiligen Pfade seiner Berufung entscheiden: Medienberatung, Mediendesign, Medienoperating, Medientechnik ...
Was heisst hier kreativ?
Mal ganz abgesehen von den ganzen Hardskills (Software-Kenntnisse, Protokolle, Betriebssysteme) gehört eine Menge Übung und ein bisschen Talent dazu mit Farben, Formen, Räumen und Bewegung umzugehen.
Wer eine Fläche in Photoshop füllen kann ist nicht gleich ein Künstler, sprich während Kreative wie Designer, Grafiker oder Illustratoren Jahre damit verbringen die Grundpinzipien der Gestaltung und Ästhetik zu erlernen, so sammelt der Mediengestalter diese Fähigkeiten so nebenbei auf.
Mal ganz ehrlich unter uns Frauen: Hier hat sich doch jemand einen Scherz erlaubt?!
Realität
Der Mediengestalter ist das Wunschkind von übereifrigen Beamten und den feuchten Träumen von Personal-Abteilungen. Selbst mit der Vierteilung und Spezialisierung dieses Hauruck-Berufsbildes ist hier ein Alles-&-Nichts könnender Bolide entstanden.
Viele Kollegen und so manche Agentur die ich kenne, fassen Mediengestalter nicht mal mit der Zange an. Was will auch Web-Shop oder Full-Service-Agentur im Dauerstress mit einem Frischling, den man brabbelnd in drei Monaten durch Photoshop durchpeitschte und der beim Anblick eines komplexeren HTML-Listings mit PHP-Schnippseln in Tränen ausbricht?
Generalisten sind eine feine Sache und eignen sich vielleicht als Powerpoint-Huren oder Drucksachen-Abwickler in kleineren oder mittleren Unternehmen, die Öfen produzieren oder Versicherungspolicen verhökern. Aber in der rasenten und hochspezialisierten Welt des Digital Publishings reicht ein bisschen HTML, ein bisschen FreeHand, ein bisschen PHP, ein bisschen Photoshop und ein bisschen Gestaltungstheorie nicht aus.
Ja, gehts noch?
Das Ergebis einer solch verfehlten Berufsgestaltung sind Drucksachen, die einen Jan Tschichold im Grab rotieren lassen, HTML-Seiten, die voller Tabellen & Spacer-GIFs anstatt sauberen CSS sind, Layoutdateien, die vor lauter harten Formatierungen anstatt Druckformatvorlagen wimmeln, und Designkonzepte, der weder etwas von Farbharmonien noch dem goldenen Schnitt jemals was gehört haben, ...
Arme Wunderwesen, hat es doch nur zum Durchschnitt gereicht.
|
Quelle: Orangeguru
Da ist aber einer schwer überheblich... Ich kenne Mediengestalter, die wesentlich bessere Arbeit leisten als manche gelernten Designer.
BTW.: Ich wusste gar nicht, dass (zu mindenst nach dem was er da sagt) Scan-Operator ein eigener Beruf, ja sogar Ausbildungsberuf ist...
__________________
"Ich bin kein Held, denn jedes Land hat die Helden, die es verdient. Michael Schumacher ist ein Held,
weil er schnell um die Kurven fährt und keine Steuern zahlt."
Mux Mäuschenstill
|
|
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
| Themen-Optionen |
Thema durchsuchen |
|
|
|
| Thema bewerten |
|
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 04:10 Uhr.
|
 |