Heise hat mal etwas in den Archiven gestöbert und dabei ist dieser Bericht herausgekommen. Im Nachhinein irgenwie rührend - die Kamera, die die Druckerausgaben abfilmt....

Sehr interssant find ich allerdings den letzten Absatz:

Als die IBM 1620 im Jahre 1965 das Ergebnis hoch rechnete, gab es eine zweite sensationelle Premiere, die aus heutiger Sicht Beachtung verdient. In zwei Wahlkreisen (Schweinfurt und Obertaunus) musste damals 14 Tage später gewählt werden, weil zwei aufgestellte Kandidaten vor der Wahl gestorben waren. INFAS berechnete, nachdem alle übrigen Wahlkreise ausgezählt worden waren, wie die beiden ausstehenden Wahlkreise wohl gewählt hätten. Das "fiktive Zweitstimmenergebnis" entsprach genau dem tatsächlichen Wahlergebnis 14 Tage später. Streng logisch heißt das nicht, dass jedem einzelnen Nachwähler der Bundestrend egal war. Aber in ihrer Gesamtheit lag es ihnen fern, in Kenntnis des Trends sich noch einmal gegen ihn auflehnen und das Gesamtergebnis ändern zu wollen. Sie machten im Gegenteil genau das, was schon auszurechnen war. Diese Überlegung ist auch heute noch gültig, wenn der Bundeswahlleiter in der Nacht ein vorläufiges amtliches Endergebnis verkündet, obwohl im Wahlkreis Dresden I erst in 14 Tagen gewählt wird.