Der oesterreichische Wetterkartenanbieter Meteo-Data hat ein eigenwilliges Verstaendnis von Internet und Hyperlinks: Wer ohne Genehmigung auf ihre Website verlinkt, bekommt eine saftige Rechnung ins Haus. "Die Zeiten sind vorbei, in denen einfach hin und her gelinkt wurde, wie man will", zitiert der ORF den Marketingchef.
Man mag zunaechst vermuten, Meteo-Data versuche gegen laestige Content-Diebe vorzugehen, welche die kostenpflichtigen Wetterkarten in einen Frame ihrer eigenen Webpages linken und dort veroeffentlichen. Doch auch Webmaster, welche einen gewoehnlichen Link zu Meteo-Data gesetzt hatten, erhielten Rechnungen ueber 1000 Euro, wie der ORF berichtet. Zahlreiche Betroffene haetten sich bereits an den Internet-Ombudsmann gewendet. Der Wetterfrosch selbst sieht sich durch einen entsprechenden Passus in seinen AGBs abgesichert: "Bei einer gewuenschten Verlinkung zur Meteo-Data-Homepage ist vorher das Einverstaendnis der Meteo-Data GmbH einzuholen." Richtig gelesen: Die meinen tatsaechlich einen sterbensgewoehnlichen Link auf die Homepage, nicht etwa das (ohnehin unzulaessige) Einbinden ihrer Inhalte via Link in ein eigenes Frameset. Fraglich ist, ob die Klausel ueberhaupt wirksam ist: Gegen welches Gesetz soll das Setzen eines ungenehmigten Links verstossen?
Interessant in dem Zusammenhang ist die Frage, ob Meteo-Data auch gegen Suchmaschinen vorgehen will, welche die Homepage mit Hilfe von Spidern indizieren, um sie so in einen Webkatalog aufzunehmen. Denn im Quellcode der Startseite gestattet das Meta-Tag "Robot" mit den Parametern index,follow diese Indizierung.
Wer im Internet nicht gefunden oder verlinkt sein moechte - bitte, warum ist der ueberhaupt im Netz?