und wieder eine kleine stell-dir-vor-geschichte - tatsächlich passiert - und zwar mir...
also stellt euch vor ihr richtet eurem 11-jährigen sohn ein taschengeld-konto ein - er soll ja spielerisch erste einblicke in das kontowesen kriegen - im kontoeröffnungsformular steht ausdrücklich drin, dass keine disposition eingeräumt wird
euer sohn erhält auch eine richtige bankkarte - mit der kann er seine kontoauszüge ausdrucken lassen und wenn geld auf dem konto ist sogar am sparkassen-geldautomaten (und nur dort) ausspucken lassen - sehr gut, der lernt er auch gleich den umgang mit dem ec-automaten
soweit alle gut...
jetzt geht euer sohn in den nächsten supermarkt, nimmt ne tüte chips und legt an der kasse eben diese bankkarte vor - und jaaa - die kassiererin nimmt sie, steckt sie in den ec-kartenleser und der akzeptiert die karte!!!! - euer sohn hat das erste bargeldlose geschäft seines lebens getätigt...
am nächsten tag schaut euer sohn auf sein konto - und "oh wunder - das geld ist noch drauf" - wahrscheinlich ist seine zahlung im nirvana des zahlungsverkehrs verschwunden...
also geht er gleich nochmal in den supermarkt - diesmal nimmt er ein paar freunde mit - sie kaufen für knapp 20 euro und???
ja - sie zahlen wieder mit der bankkarte und wieder geht alles gut...
(warum die kassiererin der meinung ist, dass ein 11-jähriger eine ec-karte hat, wird mir immer ein rätsel bleiben)
diesmal ist die sache aber anders - das geld ist nicht auf dem konto - kann also auch nicht abgebucht werden
und natürlich kommt drei wochen später ein schreiben vom supermarkt - gleich mit 15 euro verwaltungsgebühr...
da mir zugesichert wurde, dass mein sohn sein konto nicht überziehen kann und der supermarkt ein kreditgeschäft mit einem nicht kreditfähigen kind getätigt hat, zahle ich nicht
ich schreibe zurück, man könne ja mit meinem sohn eine ratenzahlung zum abstottern der schulden vereinbaren...
die antwort kommt vom anwalt (mit fett anwaltsgebühr drauf) - das sei nicht möglich - ratenvereinbarungen mit kindern wären sittenwidrig..(was übrigens für kreditgeschäfte mit kindern ebenso gilt - das wurde vom anwalt allerdings nicht erwähnt)
ich zahl trotzdem nicht
nach rücksprache mit der sparkasse kann ich folgendes klären - damals war die sparkasse die einzige bank, die auch auf den normalen konto-karten einen chip hatte (dieser war für das aufladen der karte gedacht) - gleichzeitig hatte der penny-markt ein veraltetes lesegerät, dass nur den chip gesehen hat und somit der meinung war, es wäre eine ec-karte - das lesegerät hat keine verbindung zur bank aufgenommen um direkt abzubuchen (telefonkosten!!! - penny spart wo man kann)
das alles ist drei jahre her - mittlerweile ist mein sohn 14 - und somit bedingt strafmündig...
und was flattert uns letzte woche ins haus???
eine polizeiliche anzeige der rewegruppe gegen meinen sohn wegen warenkreditbetrugs - kosten belaufen sich mittlerweile auf 170 euro
ich brauch jetzt erstmal nen termin bei meinem anwalt - mal sehen, was der meint...
nice day - paby