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Thema: Neuwagenkauf für EUR 45.000,- brutto wie USt. abschreiben?

  1. #1
    TP-Insider
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    Neuwagenkauf für EUR 45.000,- brutto: Vorsteuer + Abschreibung Infos gesucht

    Hallo,

    ich möchte mir 2012 einen Neuwagen für EUR 45.000,- brutto = EUR 37.815,13 netto kaufen.

    Folgendes Fallbeispiel:
    Der Gewerbeanteil laut Fahrtenbuch beträgt 23%.
    Der Jahresgewinn liegt bei EUR 25.000,-
    Die zu zahlende Jahres-USt. beträgt ca. 0 - 200 Euro (= USt.-Jahreszahler!)
    Fahrleistung inkl. Privatanteil: 10.000 km pro Jahr

    Wie sind die aktuellen Regeln bei Neuwagen fürs Abschreiben?

    Ich würde es so machen: Abschreiben über 6 Jahre

    Gesamte Vorsteuer im ersten Jahr voll als Ausgabe buchen, den Privatanteil der USt. zusammen mit dem Privatanteil der Abschreibung als Einnahme gesplittet auf die 6 Jahre Abschreibung buchen.

    Ist alles soweit richtig?

    Folgendes Problem sehe ich: ich bin USt.-Jahreszahler und von den Voranmeldungen befreit. In den letzten 5 Jahren der Neuwagenabschreibung würde ich nur wegen dem hohen KFZ-Privatanteil zum USt.-Quartalszahler werden, da alleine die 77% USt.-KFZ-Privatanteil EUR 922,- betragen und ich somit (zusammen mit der USt. aus den normalen Betriebsumsätzen) über die EUR 1000,- USt.-Grenze komme. Kann man hier auf eine Gnade vom Finanzamt hoffen (also das ich Jahreszahler bleibe), da diese Privatanteile keine "echten" Betriebsumsätze sind?
    Geändert von Sven0 (20.04.2011 um 22:31 Uhr)

  2. #2
    TP-Insider
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    dann noch eine weitere Frage: wenn ich den bisherigen Wagen verkaufe (voll abgeschriebenes Betriebsvermögen), dann muss ich auf der Rechnung ja auch USt. ausweisen und den Verkaufspreis als Betriebseinnahme buchen. Jedoch vermute ich das man hier auch den Privatanteil als Ausgabe inkl. anteiliger USt. gegenbuchen kann? Für den Prozentsatz dieses Privatanteils würde ich den durchschnittlichen Prozentsatz aus den Besitzjahren des KFZ verwenden?

  3. #3
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    Soweit ich das verstanden habe, ist bei Dir ein kleiner Fehler drin.

    Ich gehe davon aus, daß Du das Fahrzeug ins gewillkürte Betriebsvermögen einbringen möchtest. Dann sind die Anschaffungskosten zu 100% Betriebskosten und diese Anschaffungskosten werden auch vollständig als Betriebsausgaben abgeschrieben. Due Vorsteuer kann direkt im ersten Jahr gezogen werden. Das heißt für Deinen Fall: im ersten Jahr 7.184,87 Euro Vorsteuer und dann 37815,13 Euro über die Laufzeit abschreiben. Ich weiß nicht, ob das bei Fahrzeugen 6 Jahre sind, aber würde das jetzt mal glauben.

    Zusätzlich machst Du die Betriebskosten als Betriebsausgaben geltend. Das hat nichts mit den Anschaffungskosten zu tun. Da addierst Du Steuer, Versicherung, Benzinkosten, neue Reifen... eben alles, was für den Betrieb des KFZ nötig ist. Von den Betriebskosten müssen in Deinem Fall 77% als Eigenanteil eingebracht werden, da so hoch die Privatnutzung ist.

    Wenn die laufenden Betriebskosten also beispielsweise 1000 Euro netto pro Jahr betragen, hättest Du zusätzlich zu den Betriebsausgaben für die Abschreibung ja noch Betriebsausgaben für die Nutzung von 1000 Euro. Die Privatnutzung würde dann bei 77% mit 770 Euro zu Buche schlagen, die als fiktive Einnahmen zu buchen sind. Dazu kommen 146,30 Euro fiktive USt, die ans FA abzuführen sind.

    Beim Verkauf des KFZ schlagen die Einnahmen vollständig als Betriebseinnahmen zu Buche.

    Hinweis: Ich bin weder Jurist noch Steuerberater. Das hier ist ein Hobby von mir und dementsprechend sollten meine Aussagen behandelt werden!
    Geändert von Aldeyn (21.04.2011 um 09:52 Uhr) Grund: 77% Eigenanteil nicht 23%

  4. #4
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    aha okay, also muss von der Kaufsumme 37815,13 Euro gar kein jährlicher Privatanteil über die 6 Jahre Abschreibung als Einnahme gegengebucht werden, dies wird also nur bei den Betriebskosten gemacht.
    Geändert von Sven0 (21.04.2011 um 11:33 Uhr)

  5. #5
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    Für den Verkauf des bisherigen (bereits voll abgeschriebenen) Firmenwagens bietet sich doch folgende Handhabung an. Oftmals ist der Verkaufswert höher als der Wert laut DAT-Liste. Eine Idee wäre kurz vor dem Verkauf den Wagen mit dem Wert laut DAT-Liste ins Privatvermögen zu wechseln und danach zu verkaufen. Ob man dann einen höheren oder niedrigeren Verkaufsspreis erzielt ist dann Privatsache. Ist diese Vorgehensweise möglich?

  6. #6
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    Hi...

    ich würde an dieser Stelle ehr dem Eingangspost zustimmen. Es geht ja nicht um Kosten, sondern um die Umsatzsteuer.

    => Du kaufst PKW im Jan / 2011.

    1. Die UST vom Kauf ziehst du dir sofort, oder spätestens mit der Jahreserklärung vom Finanzamt zurück.

    2. Der Netto Kaufpreis wird auf Monate abgeschrieben (37.815,13 / 72 Monate = 525,- € / Monat)

    UST 2011:
    200,00 Zahllast aus Hauptgeschäft
    922,00 19% auf 4851 € (77% von 6300 € (Jahresabschreibung))
    - 7184,87 Vorsteuer aus Kauf
    = du kriegst Geld, Höhe ist egal

    UST 2012:
    200,00 Zahllast aus Hauptgeschäft
    922,00 19% auf 4851 € (77% von 6300 € (Jahresabschreibung))
    = 1122,00 zu zahlen

    Und da ist das Problem. Die Zahllast beträgt > 1000,-, somit darfst du in 2013 wie schon richtig von dir erkannt UST VA abgeben. Bei der Summe 4 Stück (Quartal).

    Die 922,00 € stehen fest. Die Frage wäre ob du die 200,00 € reduziert kriegst. Kraftstoff, Werkstatt etc., also Sachen die zum Auto gehören sind zwar eine Möglichkeit, bringen aber auf Grund der Tatsache, das der gewerbliche Anteil nur bei 23% liegt nicht wirklich viel. Andere Kosten wären sinnvoller.

    Bei der Konstelation würde ich tatsächlich mal zum Telefon greifen und das Finanzamt anrufen. Ich halte es nicht für ausgeschlossen das man sich drauf ein läßt.


    Wir geben monatlich VA ab, wo das Auto völlig außen vor ist, da der Steuerberater es erst mit dem Jahresabschluß ausrechnet. Das wird hier vom FA tolleriert.

    Gruß Neffe

  7. #7
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    Moment mal, bei euch beiden liegen zwei unterschiedliche Ansichten vor wie es zu buchen ist.

    Nach der Ansicht von Akleyn hat bei der Jahresabschreibung der Privatanteil nichts zu suchen, dieser wird nur bei den laufenden KFZ-Betriebsausgaben (Benzin, Werkstatt etc.) angewendet. Das heißt also das Fahrtenbuch ist nur wichtig für die laufenden Kosten, nicht jedoch für die Abschreibung des KFZ-Kaufpreises! USt. ist also für den Privatanteil der Jahresabschreibung nicht zu zahlen!

    Ich denke Akleyn hat Recht, denn wenn dies nicht so wäre, wäre es unfair wenn beim Wiederverkauf der volle Verkaufswert als Betriebseinnahme und die vollen USt. ans Finanzamt abgeführt werden müssen. Wenn jedoch der Privatanteil bei der Jahresabschreibung keine Rolle spielt ist dies natürlich eine vollkommen korrekte Verfahrensweise.

  8. #8
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    um es mal anschaulich zu verdeutlichen, welche Vorgehensweise ist richtig:

    KFZ-Kauf am 1.1.2011 in Höhe von EUR 37.815,13 netto + USt.

    Version a)

    EÜR-Einnahme
    77% Privatanteil der laufenden KFZ-Betriebskosten (Benzin, Werkstatt) + USt.

    EÜR-Ausgabe
    1/6 des Kaufpreises AfA-Jahresabschreibung, d.h. EUR 6300,- + USt. des vollen Kaufpreises
    100% der laufenden KFZ-Betriebskosten (Benzin, Werkstatt) + USt.

    Version b)

    EÜR-Einnahme
    77% Privatanteil von 1/6 des Kaufpreises AfA-Jahresabschreibung, d.h. EUR 4851,- + USt.
    77% Privatanteil der laufenden KFZ-Betriebskosten (Benzin, Werkstatt) + USt.

    EÜR-Ausgabe
    1/6 des Kaufpreises AfA-Jahresabschreibung, d.h. EUR 6300,- + USt. des vollen Kaufpreises
    100% der laufenden KFZ-Betriebskosten (Benzin, Werkstatt) + USt.

    Kernfrage ist also: muss der Privatanteil der KFZ-Kaufpreis-Jahresabschreibung als Einnahme gebucht werden? Wenn ja wäre es unlogisch wenn das Finanzamt bei einem Wiederverkauf den vollen Verkaufspreis inkl. USt. als Betriebseinnahme erwartet. Auch hier müsste dann doch der Mittelwert des Privatanteils als Ausgabe gebucht werden können. Ich vermute also das Version a) richtig ist.
    Geändert von Sven0 (23.04.2011 um 23:56 Uhr)

  9. #9
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    Hallo,

    ich bin leider der Meinung, das (b) korrekt ist. Des weiteren ist der Verkaufspreis voll zu versteuern.

    Problem ist, ein Wirtschaftsgut ist nicht teilbar. Entweder gehört das Auto zum Firmenvermögen oder zum Privatvermögen.

    Wenn es zum Firmenvermögen gehört, gehört es zu 100% der Firma. Die 77% die du da gegen rechnest ist lediglich der Ausgleich deines privaten Vorteils. Du erwirbst damit aber keinerlei Eigentum an dem Auto. Das ist vergleichbar, als wenn du es mieten würdest.

    Am Ende hast du über einen Zeitraum x monatlich / jährlich deine Miete für die Nutzung bezahlt, das Auto gehört aber weiterhin der Firma. Das heißt, das bei einem Verkauf auch der Ertrag der Firma zusteht.

    Bei 45k und 77% Privatanteil müßte man das mal mit allen Kosten über mehrere Jahre durchrechnen, aber ich könnte mir vorstellen, das das Vorhaben unwirtschaftlich ist.


    Gruß Neffe

  10. #10
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    würde mich freuen wenn sich noch mehr TP Steuerexperten hier dazu äußern würden ob a) oder b) richtig ist.

    Falls b) richtig ist und wenn man einen KFZ-Privatanteil zwischen 10 und 50% hat kann man ja im Prinzip fast nie einen Wagen mit mehr als ca. EUR 10.000 Wert verkaufen ohne das dann der (ungerechtfertigte) EÜR-Einnahmeschock und USt.-Zahlungsschock lauert!!!
    Fies ist ja wirklich das man den Kaufpreis nicht ohne Privatanteil-Einnahme jährlich absetzen kann, im umgekehrten Fall (also beim Wiederverkauf) gilt das dann aber auf einmal nicht mehr und man kann den Privatanteil nicht als Ausgabe ansetzen....!!!

  11. #11
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    Ich veranschauliche hier mal die Zahlen die zeigen wie widersinnig Verfahrensweise nach Version b) (bei einem Privatanteil von 77%) ist:

    23% gewerblicher Anteil von EUR 37.815,13 = EUR 8697,48 (USt. EUR 1652,52)

    Ich würde das Fahrzeug nach 5-6 Jahren wieder verkaufen und würde dann den Wert auf EUR 15.000 brutto schätzen, das sind EUR 12605,04 netto + EUR 2394,96. Beide Werte (Verkaufspreis und USt.) werden voll als Einnahme angerechnet und die USt. muss voll abgeführt werden.

    Beide Werte sind erheblich höher als der Abschreibungswert, das heißt man macht mit dieser Rechnung sogar Minus!!! Man würde erst ins Plus kommen wenn der KFZ-Verkaufswert unter EUR 8697,48 netto liegen würde.

    Fazit: ich kann mir nicht vorstellen das dies vom Gesetzgeber bei gewillkürten KFZ-Betriebsvermögen (also zwischen 10-50% Privatnutzung) so beabsichtigt ist, denn dann würde ja jeder gegenüber einer 100% Privatnutzung draufzahlen????

    Falls es doch so richtig ist. Welche andere Möglichkeiten zur Steuersparung gibt es bei 77% Privatanteil?

    Bleibt nur die 30 Cent/km Abrechnung oder Leasing übrig, nicht wahr?

  12. #12
    TP-Insider
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    Andere Situation:

    Angenommen das KFZ wäre im Privatvermögen (und der gewerbl. Anteil ist 23%): kann man dann 23% des 1/6 des Kaufpreises und die dazugehörige USt. jährlich als EÜR-Betriebsausgabe buchen, das heißt ist die KFZ-Kaufpreis-Abschreibung über 6 Jahre möglich?

    Oder bleiben da nur 23% der laufenden Kosten (Sprit/Benzin) als EÜR-Betriebsausgabe bzw. 30 Cent/km als EÜR-Ausgabe übrig?

  13. #13
    TP-Supporter Avatar von junimond
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    Hier kannst du noch ein paar Infos nachlesen
    http://www.steuernetz.de/aav_steuern...entModule=home

    Und bei den Folgen findet man diesen interessanten Absatz:

    In die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer auf die Privatnutzung gehen alle auf die private Nutzung entfallenden laufenden Kosten ein, die zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben. Für die auf die private Nutzung entfallende anteilige Abschreibung wird, losgelöst von der einkommensteuerlichen Abschreibung des Gegenstandes, eine sog. Umsatzsteuer-AfA angesetzt. Diese beträgt bei Gebäuden 10 %, bei anderen Wirtschaftsgütern 20 % der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (§ 10 Abs. 4 Nr. 2 Satz 3 UStG), bei gebrauchten Gegenständen mit niedrigerer Nutzungsdauer entsprechend weniger. Anschaffungskosten unter € 500 werden sofort abgeschrieben.
    Geändert von junimond (01.05.2011 um 15:17 Uhr)

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