Der weltweit mit Sorge verfolgte Angriff des Computerwurms "Code Red" hat nach ersten Angaben der amerikanischen Bundespolizei FBI kaum Schaden angerichtet. Wie das FBI-Zentrum zum Schutz der Nationalen Infrastruktur (NIPC) mitteilte, wirkten vermutlich die Schutzmaßnahmen gegen die Attacke. Der Angriff durch den Computerwurm "Code Red" hatte nach Berechnungen der Experten um 02.00 Uhr MESZ begonnen.
NIPC-Chef Ron Dick erklärte, auch wenn es keine Berichte über Schäden gebe, könne man aber noch nicht sagen, dass der Sturm vorüber sei. Es werde noch einige Zeit dauern, bis das FBI eine genaue Schadensanalyse machen könne. Er betonte, falls es bei dem bisherigen Stand bleibe, könne man sagen, dass die Attacke nicht zuletzt dank der ausführlichen Medien-Berichterstattung abgewehrt worden sei. Viele Firmen und Organisationen, die Computer mit den anfälligen Microsoft-Betriebssystemen Windows NT oder Windows 2000 benutzten, hätten sich dadurch noch rechtzeitig geschützt. Über eine Millionen Computernutzer hätten auf den Web-Seiten des Softwareriesen Microsoft Patches heruntergeladen.
Eine Regierungssprecherin teilte auf der FBI-Pressekonferenz in Washington mit, dass die Web-Seiten aller Ministerien und Regierungsorganisationen die Attacke unbeschadet überstanden hätten. Bei seinem ersten Auftauchen Mitte Juli hatte "Red Code" unter anderem die Web-Seiten des Weißen Hauses angegriffen. Die Attacke war jedoch durch einen technischen Trick ins Leere gelenkt worden.
"Code Red" ist so programmiert, dass er sich in Computern mit den Betriebssystemen Windows 2000 und NT einnistet, die die Versionen 4.0 und 5.0 der Webserver-Software verwenden. Er vermehrt sich dann und nutzt diese Rechner für eine massive Attacke auf US-Regierungsstellen, die unter der Datenflut zusammenbrechen können. Die meisten privaten Nutzer, die die Betriebssysteme Windows 95, 98 und ME verwenden, müssen sich keine Gedanken machen, dass ihr Rechner befallen wird.
Allerdings stellten einige Sicherheitsfirmen wenige Stunden nach Erwachen des Wurms bei Kunden eine gewisse Verlangsamung im Internetverkehr fest. Es gebe jedoch keine größeren Probleme. Computerexperten wiesen jedoch daraufhin, dass es einige Zeit dauern könnte, bis der Schaden feststehe, den "Code Red" angerichtet habe. Mitte Juli war der Wurm erstmals aufgetaucht und hatte binnen Stunden 350.000 Rechner infiziert. Die befallenen Rechner sollten die Web-Seite des Weißen Hauses mit Datenpaketen überfluten und somit lahm legen.
Experten hatten die Gefahr, die von "Code Red" ausgeht von Anfang an unterschiedlich bewertet. Das FBI-Zentrum zum Schutz der Nationalen Infrastruktur warnte, der Wurm habe das Potenzial, den Geschäftsverkehr und die persönliche Nutzung im Internet zu unterbrechen. Dagegen hatte der Computerexperte David Perry im Fernsehsender CNN erklärt, es werde durch den Wurm sicher einigen Betrieb im Internet geben, aber er rechne nicht mit weit reichenden Folgen.
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