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Ganz einfach heißt DHCP: Der Benutzer stellt seine IP-Adresse am Rechner nicht selbst ein, der Rechner bekommt sie automatisch von einem DHCP-Server zugewiesen - so zum Beispiel bei der Einwahl ins Internet.
Und wie läuft eine Zuweisung ab:
Der Rechner will eine IP-Adresse haben. Weil er aber noch keine hat und auch nicht weiß, unter welcher IP der DHCP-Server erreichbar ist, schickt er seine Anfrage über die sogenannte Broadcast-Adresse 255.255.255.255.
Wenn jemand über diese Adresse Daten schickt, gehen diese Daten an alle Rechner im gleichen Netzwerk, somit auch an den DHCP, welcher aber als einziger diese Anforderung versteht und darauf auf dem gleichen Wege reagiert: Er schreibt auf der Broadcast-Adresse zurück, dass er ein DHCP-Server ist und ihm eine IP anbieten könnte.
Wenn dem Rechner diese IP gefällt, schreibt er es zurück und nimmt sie an, der Server weist sie ihm offiziell zu und alle sind glücklich.
Warum darf der Rechner entscheiden, ob ihm die IP gefällt - der soll gefälligst nehmen, was er bekommt?!
Ganz einfaches Beispiel für einen Grund: Angenommen, der Rechner hat zwei Netzwerkkarten und ist damit an zwei verschiedenen Switches angeschlossen (also komplett getrennte Netze, wo das eine Netz nichts vom anderen weiß). Einer Karte wurde von Hand die Adresse 172.16.5.24 zugewiesen, die andere soll sich eine über DHCP holen. Der DHCP-Server kann nicht wissen, dass der Rechner bereits auf einer Netzwerkkarte, die in einem anderen Netz steckt, diese Adresse hat und weist ihm möglicherweise aus Zufall die gleiche nochmal zu. Das geht nicht, dann hätte der Rechner zwei verschiedene Netzwerkkarten, die die gleiche IP-Adresse hätten, sowas soll nicht sein. Dann kann der Rechner sagen, dass er aus ganz wichtigen Gründen die ihm angebotene Adresse nicht haben kann und der DHCP bietet ihm einfach eine andere an.
Nebenbei können über DHCP nicht nur IP-Adressen, sondern auch Informationen über DNS-Server, Gateway, WINS-Server (ein ganz altes System, um einem Rechner einen Netzwerknamen zuzuweisen, heute läuft das hauptsächlich über NetBIOS oder DNS), aber auch sogar ein Proxyserver, eine Domäne, ein Bootserver etc... können darüber mitgeteilt werden.
Außerdem steht in den Zuweisungen auch noch drin, wie lange die Adresse denn nun für diesen Rechner gültig ist. Nach Ablauf dieser Gültigkeit muss sich der Rechner nochmal um eine IP-Adresse bemühen und bekommt eine neue zugewiesen. Wenn eine Adresse z.B. maximal 10 Minuten gültig ist, müsste der Rechner alle 10 Minuten eine neue Anfrage schicken - so eine Zeit ist aber eigentlich schwachsinnig, weil dadurch kurzzeitig alle Verbindungen getrennt werden.