Hallo Elli!
Du brauchst Dir den Stoff aus keinem Videofachhandel besorgen (somal ich nicht mal glaube das die dort sowas haben). Für ein Videoprojekt hatten wir z.B. auch nur einen knallig grünen Billigteppich gekauft. Es kommt auch nicht unbedingt auf irgendeinen Farbton an, sondern mehr das die als Bluescreenfarbe nicht in den anderen Sachen vorkommt. D.h. wenn ihr Personen filmt, die Sachen in Blautönen tragen, würde ich eher ein grün empfehlen. Andersrum genauso. Von Rot ist abzuraten, da sich zu viele Rotschattierungen auf der Haut und auf dem Gesicht befinden.
Wichtiger noch als die Farbe des Hintergrundes ist die Ausleuchtung, denn diese muss über die ganze Fläche gleichmäßig (!) verteilt sein, damit du einen gleichmäßigen Farbton bekommst. Je besser die Ausleuchtung, je intensiver die Farbe, desto einfacher hast du es später dann beim bearbeiten mit den keying. Ausserdem müssen Vorder - und Hintergrund seperat beleuchtet werden (allein schon wegen der Schatten). Zum ausleuchten würde ich Leuchtstoffröhren empfehlen, da diese von Natur aus ein diffuses Licht abgeben.
Das Keying ist ausserdem eine Sache für sich. Es gibt verschiedene Techniken. Zum einen kannst du die Farbe an sich herauskeyen. Der beste Key für diese Methode ist der von
Ultimatte. Die Anpassung der Einstellungen ist relativ schwer sauber hinzubekommen. Deswegen geht man normalerweise so vor, daß man einzelne Bereiche seperat keyt. D.h. jeder Arm, jedes Bein usw. einzeln keyen (maskieren und am Ende wieder zusammenführen). Dadurch kannst du die Einstellungen viel genauer anpassen.
Eine andere Methode wäre das Differenzkeying. Das funktioniert aber nur mit einer feststehenden Kamera. Du nimmst zuerst den Hintergrund auf (auch wenns ein scheinbar gleicher Farbton ist - sooo genau wirst du das zu Hause nie hinbekommen das nur ein RGB-Wert zu sehen ist) und lässt dann die Szene vor dem Hintergrund abspielen. Dabei darf die Kamera
nicht bewegt werden, nicht der kleinste Ruckler! Deswegen ist es ratsam, die Aufnahme des Hintergrundes und der Szene in einem Zug zu machen. Selbst das Drücken des Auslöserknopfes ist zuviel ruckeln. Wenn alles im Kasten ist, nimmst du ein Videobearbeitungsprogramm (Aftereffects ist wieder mal zu empfehlen

) fügst den aufgenommenen Hintergrund als Bild ein (oder als Szene, falls ihr lang genug aufgenommen habt), setzt die eigentliche Szene drüber, setzt einen Differenzkey an und erhaltet genau das was sich vor dem Hintergrund bewegt. Der Differenzkey bewirkt, wie der Name schon sagt, das alles rausgefiltert wird, was anders als der Hintergrund ist. Zwei genau gleiche Bilder übereinander gesetzt würden also nichts ergeben. Diese Methode ist sauberer, lässt sich aber wie gesagt nur mit einer feststehenden Kameraperspektive umsetzen. Soll Bewegung in die Bluescreenaufnahmen kommen, bleibt nur der Weg über den Farbkey.
Wenn du noch irgendetwas wissen möchtest, frag genauer nach. Das Thema ist echt weitreichend.
MFG...McMiG