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Thema: Farb- / rechtsverbindliche Proofs verschiedener Druckereien

  1. #1
    TP-Insider TP-Sponsor Avatar von CaPTaInCHaoS
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    Farb- / rechtsverbindliche Proofs verschiedener Druckereien

    Hallo,

    durch meine Unwissenheit suche ich mal wieder Infos zum Thema Proofs (@ MoD, das Buch ist noch nicht da ).

    Ich lasse z.B. einen farb- / rechtsverbindlichen Proof von Druckerei A machen, dann von B, und C.

    Jetzt sieht das Ergebnis jedesmal anders aus, und zwar richtig anders... Ist das ok oder gilt die Verbindlichkeit nur innerhalb der Druckerei, also wenn ich tatsächlich dort und nur dort drucken lasse?

    Was für einen Sinn würde dann ein Dienst wie Proofs24.de machen, der ja nur prooft und nicht druckt.

    Ich hatte immer gedacht, dass der Proof für jede Druckerei verbindlich ist, schließlich sind die Ein- und Ausgabegeräte einheitlich nach FOGRA(?) per CM kalibriert, oder hab ich da was falsch verstanden?

    Tatsache ist, dass wir z.Zt. 2 Proofs vorliegen haben und diese unterscheiden sich gewaltig. Auf einen weiteren Proof warten wir noch, sind schon gespannt.

    Danke schonmal

  2. #2
    TP-Greis Avatar von Master of Disaster
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    Mahlzeit Captain,

    Zitat Zitat von CaPTaInCHaoS Beitrag anzeigen
    Ich lasse z.B. einen farb- / rechtsverbindlichen Proof von Druckerei A machen, dann von B, und C.
    das heißt, bzw. ist ein Medienkeil auf dem Proof und wurde nach dem richtigen Profil geprooft?

    Zitat Zitat von CaPTaInCHaoS Beitrag anzeigen
    Jetzt sieht das Ergebnis jedesmal anders aus, und zwar richtig anders... Ist das ok oder gilt die Verbindlichkeit nur innerhalb der Druckerei, also wenn ich tatsächlich dort und nur dort drucken lasse?
    es gibt Toleranzen, wenn hier nun Druckerei A am unteren Rand und Druckerei B am oberen liegt sieht man das schon mit bloßem Auge

    Zitat Zitat von CaPTaInCHaoS Beitrag anzeigen
    Was für einen Sinn würde dann ein Dienst wie Proofs24.de machen, der ja nur prooft und nicht druckt.
    das kann schon funktionieren, der Proofer muss entsprechend kalibriert sein und wenn dann noch gleich ein Prüfprotokoll mit am Proof hängt oder ein Aufkleber, der die Einhaltung der Fogra-Richtlinien "bescheinigt", bei der Kontrollmessung erzeugt wird ist das doch okay

    Zitat Zitat von CaPTaInCHaoS Beitrag anzeigen
    Ich hatte immer gedacht, dass der Proof für jede Druckerei verbindlich ist, schließlich sind die Ein- und Ausgabegeräte einheitlich nach FOGRA(?) per CM kalibriert, oder hab ich da was falsch verstanden?
    sollte auch, mit den gewissen Toleranzen, so sein

    Zitat Zitat von CaPTaInCHaoS Beitrag anzeigen
    Tatsache ist, dass wir z.Zt. 2 Proofs vorliegen haben und diese unterscheiden sich gewaltig. Auf einen weiteren Proof warten wir noch, sind schon gespannt.
    habt Ihr bei beiden mal die Medienkeile auf Einhaltung des PSO vermessen/vermessen lassen?

    Gruß
    Tom
    Holzauge ist wachsam!

  3. #3
    TP-Insider TP-Sponsor Avatar von CaPTaInCHaoS
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    Hallo Tom,

    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    ist ein Medienkeil auf dem Proof und wurde nach dem richtigen Profil geprooft?
    Ja und ja


    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    es gibt Toleranzen, wenn hier nun Druckerei A am unteren Rand und Druckerei B am oberen liegt sieht man das schon mit bloßem Auge
    Hm, wie groß sind die Toleranzen? Auf den Proofs sind Fahrzeugabbildungen (Fahrzeugfarbe silber, aber CMYK gedruckt), auf einem Proof wirken die Fahrzeuge etwas bräunlich / schmutzig. Dafür sieht ein kleingedruckter Text in rot besser aus, als auf dem anderen Proof (eher orangefarben).


    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    habt Ihr bei beiden mal die Medienkeile auf Einhaltung des PSO vermessen/vermessen lassen?
    Wir haben die Proofs nicht weiter analysiert, nur per Auge verglichen.

    ---

    Das Problem ist, dass wir von einem Fahrzeughersteller 60 Abbildungen haben, die wir so aufbereiten müssen, dass diese hauptsächlich im Zeitungsdruck gedruckten Fahrzeuge annähernd mit dem Proof übereinstimmen. Der Fahrzeughersteller ist da sehr kulant und es ist eigentlich die Aufgabe der Agentur, nicht unsere. Aber die Bilder laufen durch einen PowerSwitch Flow und werden zu einem PDF aufbereitet. Dadurch haben wir die Möglichkeit noch etwas einzugreifen. Der Kunde möchte an dieser Stelle Geld sparen und deshalb sollen die Bilder auf diesem Weg "bearbeitet" werden.

    Wir haben leider keinen Einfluss darauf, ob die Anzeigen mit den Fahrzeugen ausschließlich im Zeitungsdruck verwendet werden können. Da aber ca. 80-90% so gedruckt werden, sollen die Bilder dahin optimiert werden. Allerdings sollen die Bilder im Offset auch gut ausschauen. Naja, eierlegende Wollmilchsau eben

    Das Buch ist übrigens gerade angekommen

  4. #4
    TP-Greis Avatar von Master of Disaster
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    Tach,

    ich würde da als erstes mal die Medienkeile vermessen/vermessen lassen, evtl. zeigt sich da ja schon was.
    Die Toleranz im PSO steht bei bis Delta E 5 in den Primärfarben, in alle Richtungen.

    schön mit dem Buch, dann mal gleich in ne ruhige ecke und lesen

    Gruß
    Tom
    Holzauge ist wachsam!

  5. #5
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    Zitat Zitat von CaPTaInCHaoS
    ... Proofs ...

    ---

    ...60 Abbildungen haben, die wir so aufbereiten müssen, dass diese hauptsächlich im Zeitungsdruck ...

    ...Allerdings sollen die Bilder im Offset auch gut ausschauen. Naja, eierlegende Wollmilchsau eben ....
    Sorry, wenn ich mich als "Neuer" da einmische.

    Darf ich fragen, in welchem Raster der Zeitungsdruck erfolgt und ob die Proofs enstprechend für den Zeitungsdruck auch in diesem (sagen wir mal 48-er oder 54-er Raster) geprooft sind?

    Wenn es sich um handelsübliche Proofs handelt, die in 60-er oder 72-er Raster erstellt sind (normales oder Kristallraster-Verfahren?), werden sie ohnehin für Zeitungsdrucke als verbindliche Farbvorlage nur sehr unvollkommen tauglich sein:

    Grund ist schlicht alleine schon ein völlig verschiedenes Papier, das ja im Zeitungsbereich vollkommen andere Farbaufnahme- und Farbwiedergabeeigenschaften hat (Haupteinflußfaktoren=anderes, viel gröbere Rasterung, anderes "Papierweiss" und andere Druckfarben, die beispielsweise bei im Rollenoffsetdruck für Zeitungen/Zeitschriften wesentlich andere Konsistenz haben als im üblichen Offsetdruck).

    Hier kommen dermaßen viele Faktoren zusammen, die es - mit Verlaub - schon als "Scherz" erscheinen lassen, hier mit einem Proof halbwegs rechtsverbindliche Farbgarantien zu verlangen oder zu erwarten. Würde ich nicht abgeben.

    Es ist auch so, dass ein Digital-Proof nie präzise den späteren Auflagendruck erzeugen kann.

    Tatsächlich müsste dann ein Andruck auf einer echten Offsetmaschine gemacht werden, möglichst mit Original-Auflagenpapier, auf dem später gedruckt wird. Mit Farbmessfeldern und nach Fogra-Standard oder dem jeweils in der Druckerei geltendem Standard. (Iso-zerifizierte Druckerei?)

    Bei den hier geschilderten Unterschieden im Druck kann ein Proof nur ein ungefährer Anhaltspunkt sein.

    Die Unterschiedlichkeit der Proofs (digital erstellter Proofs) kann sich schon allein durch verschiedene Proof-Geräte ergeben und auch von durchaus verschiedenen Farbprofilen (Verwendeten die jeweiligen Proofersteller alle das identische Farbprofil beim proofen, z.B. Fogra - Standards?)

    Fazit:
    Die eierlegende Wollmilchsau ist gerade im Bereich "Proofs" oder "farbverbindliche Andrucke" ein wildes Märchen, wenn ich das so salopp resümieren darf.
    Geändert von kobold (08.04.2009 um 16:48 Uhr) Grund: Quote - code korrigiert

  6. #6
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    Nabnd,

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Die Unterschiedlichkeit der Proofs (digital erstellter Proofs) kann sich schon allein durch verschiedene Proof-Geräte ergeben und auch von durchaus verschiedenen Farbprofilen (Verwendeten die jeweiligen Proofersteller alle das identische Farbprofil beim proofen, z.B. Fogra - Standards?)
    ich nehm jetzt nur mal diese Aussage als Zitat ...

    es gibt eine ISO-Norm 12647-2, den Prozessstandard Offsetdruck, dort sind Toleranzen definiert in denen sich ein farbverbindlicher Proof zu bewegen hat. Wenn nicht, dann ist das nur en Stück buntes Papier und kein Proof. Und an einen solchen muss eine zertifizierte Druckerei, oder eine die sich brüstet nach Fogra-Standard zu drucken rankommen.


    Gruß
    der Tom
    Holzauge ist wachsam!

  7. #7
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    Korrekt, Tom, wenn alle drei Firmen/Proofhersteller, die im hier geschilderten Fall Digitalproofs erstellten, iso-zertifiziert sind, müssten die Ergebnisse so gut wie identisch sein, innerhalb gewisser zugelassener Toleranzen.

    Da der Threadersteller aber weder davon sprach, dass alle drei Proofhersteller iso-zertizierte Druckereien sind oder sich brüsteten, sie würden als Hausstandard die ISO-Norm erfüllen und identische Farbprofile und Farbstandardwerte benutzen, gehe ich eher davon aus, dass eben die Voraussetzungen bei der Prooferstellung nicht identisch waren. Anders ist oder wäre die Bemerkung "gewaltiger Unterschiede" nicht zu erklären, wenngleich sie häufige Praxis ist, weil eben die ISO-Zertifizierung nicht umsonst auf der Welt ist. Sie zu erfüllen ist in der Praxis durchaus eine satte Meßlatte für eine Druckerei.

    Davon abgesehen ist und bleibt es ein himmelweiter Unterschied, ob eine Farbvorlage hochwertigem Magazindruck oder für profanen Tageszeitungsdruck vorgesehen ist.

    Übrigens gibt es nach ISO auch Unterschiede in den Toleranzen hinsichtlich des Bedruckstoffes, gestrichene oder ungestrichene Papiere. Ein Faktor, der ganz wesentlichen Einfluss auf die Farbwirkung hat.

    Und um es nochmals deutlich zu sagen, ob ein auf hochglänzendem, sehr weissem Papier hergestellter Proof, dessen Bedruckstoff dem eines im hochwertigen Bogenoffsetdruck verwendeten doppelt gestrichenem holzfrei weissem Bilderdruckpapier sehr ähnlich kommt und von der Farbwiedergabequalität vergleichbar ist, für solch einen hochwertigen späteren Akzidenzdruck im Bogenoffsetverfahren vorgesehen ist, wozu er taugt, oder ob ein solcher vorgenannter Hochglanzproof für einen Anzeigendruck auf billigen, grauen und unbeschichteten "Natur"papier als Farbvorlage dient, noch dazu im Zusammenhang mit der viel gröberen Rasterung im Zeitungsdruck.

    Wenn wie im geschilderten Falle, 80 bis 90% im Zeitungsdruck gedruckt wird, sollte man einen zweiten *Proof mit Farbprofilen erstellen, die anerkannte Zeitungsraster verwenden und die üblichen Farbstandardwerte für unbedruckte Naturpapiere im Tageszeitungsdruck, um den Ausfall der Farbergebnisse im späteren Auflagendruck möglichst sicher prognostizieren zu können und notfalls die Bilder entsprechend für diese minderwertigere Druckart "Tageszeitungsdruck" entprechend anders aufbereitet.

    Hier sollte man auf Andrucke auf Andruckpressen zurückgreifen, weil Digitalproofs den Tageszeitungsdruck wohl nur sehr eingeschränkt und nicht realistisch simulieren können.

    Ich habe fertig und wünsche allen hier in diesem interessanten Forum schöne Osterfeiertage. *Eigentlich hatte ich ein einfaches .htaccess-Script für den passwortgeschützten Zugang einer Website gesucht... Aber das Thema Farben und Druckstandards. Ich kam einfach nicht daran vorbei. Nicht ganz. *Pardon

  8. #8
    TP-Greis Avatar von Master of Disaster
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    Moin,

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Davon abgesehen ist und bleibt es ein himmelweiter Unterschied, ob eine Farbvorlage hochwertigem Magazindruck oder für profanen Tageszeitungsdruck vorgesehen ist.

    Übrigens gibt es nach ISO auch Unterschiede in den Toleranzen hinsichtlich des Bedruckstoffes, gestrichene oder ungestrichene Papiere. Ein Faktor, der ganz wesentlichen Einfluss auf die Farbwirkung hat.

    Und um es nochmals deutlich zu sagen, ob ein auf hochglänzendem, sehr weissem Papier hergestellter Proof, dessen Bedruckstoff dem eines im hochwertigen Bogenoffsetdruck verwendeten doppelt gestrichenem holzfrei weissem Bilderdruckpapier sehr ähnlich kommt und von der Farbwiedergabequalität vergleichbar ist, für solch einen hochwertigen späteren Akzidenzdruck im Bogenoffsetverfahren vorgesehen ist, wozu er taugt, oder ob ein solcher vorgenannter Hochglanzproof für einen Anzeigendruck auf billigen, grauen und unbeschichteten "Natur"papier als Farbvorlage dient, noch dazu im Zusammenhang mit der viel gröberen Rasterung im Zeitungsdruck.
    Wenn auf einem Naturpapier gedruckt wird und ein Proof nach Fogra 39L kommt ist der nicht farbverbindlich - das ist buntes Papier.
    Auch ist die TWZ der unterscheidlichen Rasterweiten auf den verschiedenen, im PSO berücksichtigten, Bedruckstoffen in den Vorgaben berücksichtigt.


    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Hier sollte man auf Andrucke auf Andruckpressen zurückgreifen, weil Digitalproofs den Tageszeitungsdruck wohl nur sehr eingeschränkt und nicht realistisch simulieren können.
    Wer hat denn heute noch ne Andruckpresse stehen, hat die Zeit dazu und welcher Kunde zahlt das?


    Gruß
    der Tom
    Holzauge ist wachsam!

  9. #9
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    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    Moin,
    Wenn auf einem Naturpapier gedruckt wird und ein Proof nach Fogra 39L kommt ist der nicht farbverbindlich - das ist buntes Papier.
    Eben. Von was reden wir im Zusammenhang der Anforderungen des Threaderföffners > Proofs für Anzeigen im Tageszeitungsdruck auf Rollen-Naturpapier der unteresten (Qualitäts-)Kategorie, auf gut deutsch, "Fetzenpapier". Und was bitte soll da ein Digitalproof als verbindliche Farbvorlage, mindestens im 60-Offsetraster, wenn nicht im 72-er simuliert, auf glänzendem Proofpapier, während die Tageszeitungs-Zeitungsrotation ein 48-er Raster fährt und auf besonders saugendes Naturpapier druckt. Ein Naturpapier, das sowohl, was die in PSO festgelegten TWZ-Toleranzen angeht, nochmals andere Bedingungen stellt, als übliches "uncoated paper".
    Ebenso sind die Druckfarben ein Einflußfaktor, im Standardzeitungsdruck eine dünne Suppe im Vergleich zu Bogenoffset und mit wesentlich anderen Pigmenteigenschaften.

    Hast du schon mal eine richtig große Zeitungsrotation (wie beispielsweise im SZ-Druckzentrum in MUC) laufen sehen? Da wirst du dich schwer tun, wenn an irgendeiner Stelle der riesigen Rotationsdruckformen diese Anzeige steht, um Farbmessfelder einzubauen, die man densitometrisch während des Auflagendrucks messen/prüfen kann.

    Beim Bogendruck habe ich ja die Möglichkeit, am Druckbogenende mit Meßkontrollstreifen zu messen und zu prüfen, ob die Werte mit dem üblicherweise durch die AV schon eingegebenen Proofwerten übereinstimmen usw.

    All das entfällt genau bei dieser Problematik an Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten während des Auflagendrucks, wenn Anzeigen im Tageszeitungsbereich laufen. Letztlich bleibt nur eine visuelle Abstimmung nach einer Farbvorlage wie einem Digitaldruck und das kundige und geschulte Farbauge des Rollendruckers, der hier eben das Beste aus der Druckformanordnung, dem Einfluß anderer Anzeigen oder farbintensiver Motive, die in Druckumfangsrichtung vor und nach der Anzeige liegen, herausholt.

    Gemeinhin ist es ja trotz aller grauer Theorie so, dass auch selbst im Bogenoffsetdruck die exakte Einhaltung der Proofwerte dann schwierig ist (im Auflagendruck), wenn beispielsweise zwei Anzeigen (hintereindander in Druckumfangsrichtung) stehen.

    Die Einflüsse der Ausschießschemen und der Positionierung von Anzeigen, Bildern usw. auf den Druckformen und ihre manchmal eben gar nicht so einfache Farbaussteuerung, wenn wichtige Anzeigen hintereinander liegen, ist sowieso ein Fakt, der nie exakt simuliert und auch nicht in den PSO-Standards so einfach festzumachen ist.

    Denn Digitalproofs sind Einzeldrucke und können die realen Bedingungen nicht simulieren = dass eine 3B-Offsetmaschine beispielsweise 16 A5 oder 8 A4 Seiten je Druckform drucken kann, mit vorgenannten Beschränkungen der Farbaussteuerung in Druckumfangsrichtung.

    Andrucke auf Vierfarbmaschinen in Reproanstalten, die Andrucke erstellen, die aus der vollen Druckform, wie sie später läuft, gedruckt auf Original-Auflagenpapier, sind hier wesentlich aussagekräftiger und prognostizieren das Ergebnis auch sicher im voraus, sofern die DK der Andruck-Offsetmaschine und der Auflagendruckmaschine nach Standard übereinstimmen...

    All das sind natürlich in der heutigen Zeit in vielen Fällen durchaus kostenintensivere Maßnahmen, die bei Kleinauflagen natürlich keinen Sinn machen.

    Bei Anzeigen in Tageszeitungen, die ja je Veröffentlichung richtig Geld kosten, sind selbst Andruckkosten, die den Druck unter Tageszeitungsbedingungen simulieren, geradezu minimale Kosten, wenn dadurch im Vorfeld ggf. die Bilder nochmals für Zeitungsdruck
    anders korrigiert und aufbereitet werden, damit das Druckbild später möglichst nahe an die Bedingungen normaler Druckergebnisse wie im Bogen-Offsetdruck hinreichen: Sowohl in der Farbwirkung als auch in der gesamten Anmutung der Anzeigen.

    Hier können ja mehrere Andrucke gemacht werden, die dann eben an die diversen Tageszeitungsdruckereien weitergegeben werden können und sowohl Kunde als auch Agentur haben Sicherheit, dass die Anzeigen nicht irgendwie aussehen, weil man das schon vorher begutachten konnte.

    Um das Druckergebnis von Anzeigen im Tageszeitungsdruck im voraus beurteilen zu können, dabei bleibe ich, taugen Digitaldrucke wohl eher nicht.

    Wenn es dann auch noch um internationale Kampagnen geht, können dir Agenturen, die mit solchen Anzeigen in Tageszeitungen zu tun haben, ein wohl eher nicht so prickelndes Lied singen, wie unterschiedlich ein- und dieselbe Anzeige aussehen kann.



    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    Auch ist die TWZ der unterscheidlichen Rasterweiten auf den verschiedenen, im PSO berücksichtigten, Bedruckstoffen in den Vorgaben berücksichtigt.
    Klar, TWZ für coated und uncoated gibt es schon lange. Vielleicht hast du gerade die Werte für Tageszeitungs-Rollenpapier nach PSO zur Hand bei 48-er (Zeitungs)raster? Ich finde sie momentan nicht.

    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    Wer hat denn heute noch ne Andruckpresse stehen, hat die Zeit dazu und welcher Kunde zahlt das?
    Wenn eine 4-c 1/1-Anzeige (Europaskala) in einer Tageszeitung oder für einen im Rollenoffset laufendes Magazin 30.000 Euro (und mehr) kostet,
    mache ich jedenfalls liebend gerne einen Andruck auf LWC-Papier oder einen Zeitungshadern im Vorfeld. Zumal dann, wenn so eine Anzeige auch noch mehrmals in verschiedenen Publikationen läuft, wie hier im Erföffnungsbeitrag anklang.

    Was sind da 1000 oder 2000 Euro für einen richtigen Andruck? Wenn es um hundertausende von Euros an Veröffentlichungs- bzw. Anzeigenkosten bei einer Kampagne geht, der Kunde ein wenigstens einheitliches Veröffentlichungsbild der Drucke erwartet (zurecht!), das man vorher mit diesem anhand der Andrucke für die verschiedenen Druckbedingungen (Zeitungsdruck, hochwertiger Magazindruck oder Bogenoffsetdruck
    ( Prospekte etc.) durchgesprochen und abgestimmt hat. Das erspart böse Überraschungen für beide Seiten und sichert Kundenzufriedenheit.

    Just my two cents...

    Sorry für die Länge des Beitrags.

  10. #10
    TP-Greis Avatar von Master of Disaster
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    Mahlzeit,

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen

    Hast du schon mal eine richtig große Zeitungsrotation (wie beispielsweise im SZ-Druckzentrum in MUC) laufen sehen? Da wirst du dich schwer tun, wenn an irgendeiner Stelle der riesigen Rotationsdruckformen diese Anzeige steht, um Farbmessfelder einzubauen, die man densitometrisch während des Auflagendrucks messen/prüfen kann.
    jo, hab vor 25 Jahren in einer Zeitungsdruckerei gelernt und bin augenblicklich bei einem größeren Bogen- und Rollendrucker beschäftigt

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Beim Bogendruck habe ich ja die Möglichkeit, am Druckbogenende mit Meßkontrollstreifen zu messen und zu prüfen, ob die Werte mit dem üblicherweise durch die AV schon eingegebenen Proofwerten übereinstimmen usw.
    geht auch vollautomatisiert im Rollenbereich - im Zeitungsformat zugegebenermaßen schwierig

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    All das entfällt genau bei dieser Problematik an Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten während des Auflagendrucks, wenn Anzeigen im Tageszeitungsbereich laufen. Letztlich bleibt nur eine visuelle Abstimmung nach einer Farbvorlage wie einem Digitaldruck und das kundige und geschulte Farbauge des Rollendruckers, der hier eben das Beste aus der Druckformanordnung, dem Einfluß anderer Anzeigen oder farbintensiver Motive, die in Druckumfangsrichtung vor und nach der Anzeige liegen, herausholt.

    Gemeinhin ist es ja trotz aller grauer Theorie so, dass auch selbst im Bogenoffsetdruck die exakte Einhaltung der Proofwerte dann schwierig ist (im Auflagendruck), wenn beispielsweise zwei Anzeigen (hintereindander in Druckumfangsrichtung) stehen.

    Die Einflüsse der Ausschießschemen und der Positionierung von Anzeigen, Bildern usw. auf den Druckformen und ihre manchmal eben gar nicht so einfache Farbaussteuerung, wenn wichtige Anzeigen hintereinander liegen, ist sowieso ein Fakt, der nie exakt simuliert und auch nicht in den PSO-Standards so einfach festzumachen ist.

    Denn Digitalproofs sind Einzeldrucke und können die realen Bedingungen nicht simulieren = dass eine 3B-Offsetmaschine beispielsweise 16 A5 oder 8 A4 Seiten je Druckform drucken kann, mit vorgenannten Beschränkungen der Farbaussteuerung in Druckumfangsrichtung.

    Andrucke auf Vierfarbmaschinen in Reproanstalten, die Andrucke erstellen, die aus der vollen Druckform, wie sie später läuft, gedruckt auf Original-Auflagenpapier, sind hier wesentlich aussagekräftiger und prognostizieren das Ergebnis auch sicher im voraus
    welche Reproanstalt/welcher Andrucker hat beim Proof/Andruck für eine 1/1-Anzeige die komplette restliche Form (also die weiteren 7/15/23/31/... Seiten auf der Rolle) und die endgültige Struktur zur Hand (letzere ändert sich bis Minuten vor Plattenbelichtung)

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    sofern die DK der Andruck-Offsetmaschine und der Auflagendruckmaschine nach Standard übereinstimmen...
    nach welchem Standard stimmen die überein, wie definiert der sich und wie wird die Einhaltung kontrolliert?

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Bei Anzeigen in Tageszeitungen, die ja je Veröffentlichung richtig Geld kosten, sind selbst Andruckkosten, die den Druck unter Tageszeitungsbedingungen simulieren, geradezu minimale Kosten, wenn dadurch im Vorfeld ggf. die Bilder nochmals für Zeitungsdruck
    anders korrigiert und aufbereitet werden, damit das Druckbild später möglichst nahe an die Bedingungen normaler Druckergebnisse wie im Bogen-Offsetdruck hinreichen: Sowohl in der Farbwirkung als auch in der gesamten Anmutung der Anzeigen.
    also auch auf dem original Bedruckstoff, den in der Produktion verwendeten Farben sowie Feuchtmittel? Die TWZ der produzierenden Maschine lass ich jetzt mal außen vor.

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Hier können ja mehrere Andrucke gemacht werden, die dann eben an die diversen Tageszeitungsdruckereien weitergegeben werden können und sowohl Kunde als auch Agentur haben Sicherheit, dass die Anzeigen nicht irgendwie aussehen, weil man das schon vorher begutachten konnte.
    die Drucken dann alle mit dem selben Beduckstoff, den selben Farben von gleichen Farbhersteller, alle auf den selben Maschinen?

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Wenn es dann auch noch um internationale Kampagnen geht, können dir Agenturen, die mit solchen Anzeigen in Tageszeitungen zu tun haben, ein wohl eher nicht so prickelndes Lied singen, wie unterschiedlich ein- und dieselbe Anzeige aussehen kann.
    s.o.

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Wenn eine 4-c 1/1-Anzeige (Europaskala) in einer Tageszeitung oder für einen im Rollenoffset laufendes Magazin 30.000 Euro (und mehr) kostet,
    mache ich jedenfalls liebend gerne einen Andruck auf LWC-Papier oder einen Zeitungshadern im Vorfeld. Zumal dann, wenn so eine Anzeige auch noch mehrmals in verschiedenen Publikationen läuft, wie hier im Erföffnungsbeitrag anklang.
    die verwenden dann alle das selbe LWC-Papier, die selben Farben, vom selben Farblieferanten wie Du beim Andruck?

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    Was sind da 1000 oder 2000 Euro für einen richtigen Andruck? Wenn es um hundertausende von Euros an Veröffentlichungs- bzw. Anzeigenkosten bei einer Kampagne geht, der Kunde ein wenigstens einheitliches Veröffentlichungsbild der Drucke erwartet (zurecht!), das man vorher mit diesem anhand der Andrucke für die verschiedenen Druckbedingungen (Zeitungsdruck, hochwertiger Magazindruck oder Bogenoffsetdruck
    ( Prospekte etc.) durchgesprochen und abgestimmt hat. Das erspart böse Überraschungen für beide Seiten und sichert Kundenzufriedenheit.
    Nach welchen Vorgaben wird der Andruck eigentlich gefertigt? Gibts da irgendwo ne Fogra-Richtlinie oder ne ISO-Norm mit welchen Tonwertdichten, welcher TWZ gedruckt werden soll und wo sich der Farbort welcher Farbe zu befinden hat? Ist das Ergebnis nachprüfbar?


    Gruß
    der Tom
    Holzauge ist wachsam!

  11. #11
    TP-Newbie
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    Zitat Zitat von Master of Disaster Beitrag anzeigen
    Mahlzeit,
    ..
    Einzelheiten aus Posting #10, sorgfältigst füsiliert...
    ...
    @MoD,

    Andrucke für Zeitungsdruck: mit mehrere war gemeint=mehrere Exemplare eines Andrucks, der - dem Kunden vorgelegt und mit diesem abgestimmt - und auf Standard-Zeitungsrollen-Papier gedruckt, immerhin bessere Aussagen und Beurteilungen = Farbvorlagen für den späteren Druck gestattet und auch für den Rollendrucker an der Zeitungsrotation eine Hilfe sein kann.

    Natürlich nicht juristisch insofern streng farbverbindlich, aber ganz bestimmt innerhalb der sogenannten fachlichen Sorgfaltspflichten als Richtwert, den ein Zeitungsdrucker auch in etwa einhalten können wird. Was er definitiv mit einem Digital-Proof nicht kann, hier sind die Unterschiede so riesenhaft, dass man einen Proof auch gleich sein lassen kann.

    In seinem geschilderten Fall werden die Proofs nur insoweit helfen, als man die Bilder und deren voraussagbares späteres Druckergebnis zumindest im Bogenoffsetdruck damit beurteilen kann, nicht aber im Tageszeitungsdruck.

    Und wenn es auch da um eine Vorausprognose geht, man also wissen will, wie die Bilder/Anzeigen im Zeitungsdruck ausfallen werden, dann wird man vor Kampagnen- oder Druckbeginn nicht um Andrucke herumkommen, die die Situation in der üblichen Praxis halbwegs simulieren können, jedenfalls deutlich bessere=realistische Qualitätsprognosen des späteren Auflagendrucks zulassen als ein Digitalproof.

    Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass die Proofs für diese unterschiedliche Anwendung einfach nicht als eierlegende Wollmilchsau taugen, es im Prinzip ein großes Problem darstellt, einheitliche Anzeigen in verschiedensten Zeitungsveröffentlichungen sicherzustellen, die sich nicht allzu grob unterscheiden.

    ---
    Selbst DK-Werte sind innerhalb der Iso-Zertifizierung vorgeschrieben. Gleiches gilt natürlich für eine Andruckerei, die im Prinzip genauso iso-zertifiziert sein muss/müsste.

    Sogesehen macht die Iso-Zertifizierung auch Sinn. Sowohl hinsichtlich der Firmen, die Proofs/Andrucke erstellen und auch in Hinblick auf den Auflagendruck. Beides sollten dann eben iso-zertifizierte Betriebe sein.
    (Ist deine Druckerei iso-zertifiziert? - Wenn ich dies fragen darf? )

    ---

    Bei den kompletten Druckformen an einer Andruckmaschine bezog ich mich auf Bogenoffset. War vielleicht im Kontext nicht völlig klar, obwohl ich 3B-Format erwähnte, und das ist nunmal Bogenoffset und nicht Rollendruck.

    Aber auch hier gilt, und das bestreite ich gar nicht, dass dieser Aufwand kompletter Druckformen, so wie sie später laufen im Auftragsdruck, natürlich schon ein beträchtlicher Aufwand sind, allerdings hängt es auch davon ab, was der Auftraggeber in so einem Falle an Farbgarantie verlangt, den ich, falls ich als Agentur zwischen Kunde und Druckerei dazwischen hänge, dann schon auch so absichere, wenn es um viel Geld, hohe Auflagen usw. geht und der Kunde nicht selbst bereit ist, den Auflagendruck an der Druckmaschine per rechtsgültiger Unterschrift selbst zu autorisieren und ich stattdessn der Druckerei meinen "Servus" rechtsgültig hinsemmeln muss.

    ---

    Es soll ja schon Fälle gegeben haben, wo die Kunden die Klamotten an die Druckmaschine hingschleppten und dann sagten, so muss das "Grün" der Hos' aussehen oder das "zarte Rosa vom Pullover.

    ---

    Zusammengefasst kann man sagen, dass die Proofs, die im Threadthema angesprochen wurden, so unterschiedlich nicht sein dürfen, es sei denn, sie wurden nicht nach den fachlich korrekten und üblichen Standards erstellt.

    Digitalproofs, die als verbindliche Farbvorlage dienen, auf die sich dann der Kunde später beruft, würde ich persönlich nur in einem iso-zertifiziertem Betrieb anfertigen lassen, zumindest einen.

    Warum hier von drei verschiedenen Anbietern ein - und derselbe Proof angefertigt wurde, ist mir sowieso unklar?
    Wozu soll das gut sein?

  12. #12
    TP-Greis Avatar von Master of Disaster
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    Mahlzeit,

    dann sind wir uns ja im großen und ganzen einig
    Wobei Klamotten direkt an der Maschine nicht unbedingt schlechter sind als ein farbiges Stück Papier, bei dem eine Partei meint es wäre ein Proof

    Zitat Zitat von kobold Beitrag anzeigen
    (Ist deine Druckerei iso-zertifiziert? - Wenn ich dies fragen darf? )
    ich bin nicht der Inhaber, aber wir sind PSO-zertifiziert, sowohl auf dem Bogen als auch auf der Rolle - und das wird auch permanent geprüft und kontrolliert

    Gruß
    der Tom
    Holzauge ist wachsam!

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