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Thema: Realitycheck Zeitaufwand Website Designs (Grafik)

  1. #1
    TP-Junior
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    Realitycheck Zeitaufwand Website Designs (Grafik)

    Hallo,

    ich habe das dringende Bedürfnis ein wenig Reality Check zu betreiben, da meine persönliche Erfahrung nach einigen Jahren Selbständigkeit, diverse Kundenvorstellungen und Fachliteratur langsam etwas auseinanderklaffen.

    Also dachte ich, ich frage mal hier in die Runde, wie folgendes in euren Köpfen denn aussehen würde.


    Ein fiktives Projekt:

    Eine recht simple Website soll designed werden. Es wird 5 Hauptmenüpunkte geben, eine Ebene Submenü soll bedacht werden, die Startseite soll als Willkommensseite mit bspw Teasern anders als die Inhaltsseiten sein, jene sind alle im Aufbau gleich.

    Inhaltlich sehr einfach - Text mit Thumbs im Textfluss und zweispaltig, sodass bspw links Text steht und rechts ein größeres Bild, eine Slider-Bildergalerie, Kontaktformular. Stockfotos recherchiren oder gar selber machen oder individuelle Icondesigns rechnen wir mal nicht ein.



    Der Ablauf wäre also folgender:

    1. Wireframes erstellen
    für Startseite, eine Inhaltsseite - gewünscht würden 2 Varianten für die Startseite und 3 Varianten für die Inhaltsseite

    2. Wireframes finalisieren
    nach Absprache mit dem Kunden und Auswählen von gewünschten Versionen. (Der Einfachheit halber gehen wir nun davon aus, dass es keiner weiteren Korrekturen bedarf und die Wireframes also nun final stehen)

    3. Gestaltung
    Gewünscht werden 2 verschiedenen Linien, also 2x Startseite und 2x Inhaltsseite individuell designen.

    4. Präsentation, Feedback
    aus dem Feedback wird eine der Linien nun also verfeinert und fertig ausgearbeitet.

    5. Präsentation, Feedback
    sagen wir mal noch eine kleine Korrekturrunde in Details, dann Abnahme.

    6. Vorbereitung zur Übergabe an einen Programmierer
    Farbcodes, Schriftendefinitionen, Entwurfsbemaßung aufschreiben, eine Handvoll grafischer Elemente für die Programmierung aufbereiten.


    So, damit wäre dann das Ding abgeschlossen.




    Was mich nun interessiert, ist wie Menschen hier den Zeitaufwand in Stunden pro Schritt einschätzen würden?

    Ich weiss, es hängen immer viele, sehr individuelle Faktoren pro Projekt mit drin, die Aufwand und Budget massiv beeinflussen können, deswegen habe ich das versucht so minimal und generell zu halten.

    Es geht mir darum, herauszufinden, in welchem Zeitrahmen und damit Budgetfeld andere arbeiten und ob ich eventuell Projekte widerholt falsch angehe.

    Ich bin auf eure Meinungen gespannt.

  2. #2
    TP-Veteran Avatar von AnnaStesia
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    Ehrlich gesagt passt für mich der Ablauf generell nicht zu dem fiktiven Projekt, es soll ja eine "recht simple Website" sein, die inhaltlich "sehr einfach" ist. Vielleicht fehlt mir die Phantasie dafür, aber wie genau sieht denn da das Wireframing aus? Bei einer einfachen Website gibt es doch gewisse Standards beim Aufbau? Also Schritt 1 & 2 machen für mich nur bei Projekten Sinn, wo entweder im Team gearbeitet wird und/oder die Inhalte komplexer sind. Und Schritt 6 halte ich auch für unnötig für ein kleines Projekt, der Programmierer bekommt die .psd und gut ist.
    An die Frage nach Zeitrahmen und Budget schließe ich mich aber gerne an, würde mich auch brennend interessieren Ich würde jedoch keinerlei Körperteile darauf verwetten, dass Du hier eine Antwort bekommen wirst…
    Ich weiss es doch auch nicht.
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  3. #3
    TP-Veteran
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    Zitat Zitat von somi Beitrag anzeigen
    Was mich nun interessiert, ist wie Menschen hier den Zeitaufwand in Stunden pro Schritt einschätzen würden?
    Aus den (leidvollen) Erfahrungen früherer Projekte.

    Zitat Zitat von somi Beitrag anzeigen
    Es geht mir darum, herauszufinden, in welchem Zeitrahmen und damit Budgetfeld andere arbeiten und ob ich eventuell Projekte wiederholt falsch angehe.
    Das sind vielfach Erfahrungswerte, die kann die kaum jemand so einfach vermitteln kann und wahrscheinlich auch niemand will. Denn diese Erfahrung ist Geld wert!

    Zitat Zitat von somi Beitrag anzeigen
    Ich bin auf eure Meinungen gespannt.
    Ich auch!

  4. #4
    TP-Junior
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    Guten Morgen,

    Danke für eure Antworten. Experiment etwas fehlgeschlagen, würde ich sagen.
    Will wohl keiner rausrücken damit. Immerhin beweist das auch, dass doch immer noch die Faustregel gilt, sich ein Projekt konkret angucken zu müssen, bevor Abschätzungen gegeben werden.


    Kurz zu dem Ablauf, den ich da beschrieben hatte: Wireframes mache ich inzwischen immer um vor der Design-Phase den Aufbau festzulegen. Man könnte bei vielen Projekten das auch nur als Aufbauskizze sehen. Standards oder nicht - Einwandvorwegnahme gegenüber dem Kunden ist immer gut und vermeiden, dass er mitten im Design ankommt und so lustige Sachen sagt wie "vielleicht sollten wir doch ein Sidebarmenü anstelle der horizontalen Hauptnavi machen" hat sich bisher immer gelohnt.
    Klar, bei ner simplen Seite ist sowas auch schnell gemacht.

    Schritt 6. ist natürlich Projektabhängig. Wenn der Programmierer ein solches Factsheet und die exportierten Elemente will, und dafür aufkommt, dann gibts die auch.

    Ich schreib jetzt hier trotzdem mal rein, was mir denn bei den Einzelpunkten an Zeitaufwänden im Kopf rumschwirrte.


    1. Wireframes erstellen
    für Startseite, eine Inhaltsseite - gewünscht würden 2 Varianten für die Startseite und 3 Varianten für die Inhaltsseite
    = je Seite 2h, also insgesamt 10h

    (2., 4., 5. sind natürlich nicht wirklich abschätzbar. Hätte ich auch gleich rauslassen können.)

    3. Gestaltung
    Gewünscht werden 2 verschiedenen Linien, also 2x Startseite und 2x Inhaltsseite individuell designen.
    = 6h pro Seite, also insgesamt 24h

    6. Vorbereitung zur Übergabe an einen Programmierer
    Farbcodes, Schriftendefinitionen, Entwurfsbemaßung aufschreiben, eine Handvoll grafischer Elemente für die Programmierung aufbereiten.
    = 2h


    Alles in allem also rund eine Arbeitswoche für eine Website, die keiner besonders ausgefuchsten Konzeption oder bahnbrechender Gestaltung Bedarf.

    Bin ich damit viel zu langsam? Oder würde man solche Ansätze eigentlich unter runterreissen von Massenware handeln?


    Der Witz dieser ganzen Überlegungen ist, dass ich eigentlich gerne wesentlich mehr Zeit hätte um Projekte umzusetzen, weil ich wertigere Produkte liefern möchte. Sites, die eben nicht wie der tausendste Standard aussehen. Projekte, in welchen man mal wirklich wieder Design mit anständig Markt- und Trendrecherche passend für den Kunden machen kann und danach das Gefühl hat, das Produkt spielt wirklich weit vorne in seiner Liga mit.
    Ich fürchte, dass wesentlich mehr gehen könnte in meinem Tun, aber viel auf der Strecke bleibt, weil es halt so schnell und billig wie möglich durchgebrettert werden soll.
    Im Moment, nicht befriedigend, das ganze.

  5. #5
    TP-Veteran Avatar von wildmieze
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    Hmm .. ist schwer zu sagen. "Simpel" ist wohl schonmal relativ .. Markt- und Trendrecherche fällt bei mir in solchen Fällen auf jeden Fall schonmal weg.
    Bei mir sieht es für simple Seiten so aus: 1-3 fällt schonmal i.d.R. quasi zusammen - mit "Wireframes" können meine Kunden nichts anfangen. Wenn ich frage, ob das Menü lieber an der Seite oder lieber oben drüber haben möchten ("Sidebar" und "horizontale Navigation" gilt es bei der Erklärung zu vermeiden, kennt keiner), zucken die mit den Schultern. Die wollen sehen, wie die fertige Webseite komplett aussehen würde, das wars. Ich würde das in diesem Fall zu "3 Designvorschläge" zusammenfassen. Schwammig wird es dann bei Änderungswünschen. Manche Kunden sagen dann "Jau, ich nehm Vorschlag B" und gut is, andere kritteln stundenlang rum ("Vielleicht die Schrift noch ein bisschen größer? Nee, doch wieder kleiner. Das Blau ist mir etwas zu .. blau."). Ich versuche das dann son bissl einzudämmen, in dem ich ins Angebot schreibe "bis zu drei Überarbeitungen" o.ä. Schritt 6 fällt bei mir ebenfalls weg, da ich selbst "programmiere", damit würde das aus der Kalkulation rausfallen. Farbcodes, Schriften und Co. lege ich bereits bei der Gestaltung fest. Manchmal fallen mir vielleicht noch Kleinigkeiten auf, die ich für die Umsetzung der Seite ändern muss.

    Damit hätten wir dann:
    3 Designvorschläge
    - normalerweise schaffe ich einen in 4-6 Stunden, je nach Thema, gehen wir also mal von 12-18 Stunden aus.*
    Korrekturschleife
    - ungefähr 2-4 Stunden
    Vorbereitung Programmierung / Unvorhergesehenes, bla
    - nochmal ne Stunde

    .. ich läge hier also bei 15 - 23 Stunden. Was ich dann genau davon nehme, hängt von vielen Faktoren ab. Liegt mir das Thema und ist der Kunde sympathisch dann zB eher an der unteren Grenze, ansonsten eher an der oberen

    EDIT:* Ja, ich hab auch schon 30 Stunden an einem Design gesessen. Aber da kann der Kunde ja nix für, wenn ich ein Brett vor dem Kopf hab, und hier geht es ja um ganz simple Seiten

  6. #6
    TP-Veteran Avatar von AnnaStesia
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    somi, Deine Überlegungen kommen mir durchaus bekannt vor… Eine Arbeitswoche ist für ein halbwegs vernünftiges Design auch sicher nicht zu langsam. Nur, damit wirst Du - je nach Stundensatz - irgendwo zwischen 1000 und 4000 Euro liegen, und das ist schon ein ordentlicher Batzen "nur" fürs Design, zuzügl. der anderen Posten bis zur fertigen Website ist der Kunde dann im oberen 4-stelligen Bereich. Für eine "recht simple Website" verhältnismäßig viel.

    Aber wichtig ist halt, was am Ende rauskommt, unabhängig von der eingesetzten Arbeitszeit. Du bestimmst den Wert Deiner Arbeit, und solange Du sie entsprechend verkaufen kannst und Du Kunden hast, die bereit sind, den Wert zu zahlen, ist es doch ok.. Alles eine Frage Deines Verkaufstalents. Ich denke, es geht meist gar nicht um wertigere Produkte an sich, sondern darum, finanzkräftige Kunden zu finden und sie davon zu überzeugen, dass Deine Arbeit den Preis x wert ist. In dieser Luxus-Liga würde doch jeder gerne spielen, aber der Kundenkreis ist begrenzt und die Preisdrückerei greift in allen Bereichen massiv um sich.

    Wenn Du einerseits überlegst, ob Du zu langsam bist (wahrscheinlich, weil Du merkst, dass andere günstiger sind?), andererseits aber gerne noch mehr Zeit hättest, um wirklich für Dich befriedigende Arbeit abzuliefern, spricht das für eine Ambivalenz, die wir doch alle nur zu gut kennen. Damit muss man halt leben (lernen) oder eine Agentur gründen und sie so schickimickimäßig aufziehen, dass Dir die Kunden irgendwann die krokodilslederbeschuhten Füße küssen, wenn sie Dir möglichst viel Geld für möglichst wenig Gegenleistung zahlen dürfen…

    Eine sehr wenig hilfreiche Antwort, ich weiß, aber ich glaube, es gibt keine Patentrezepte für Dein Dilemma und auch keine Grundregeln für Effizienz beim Design oder was wie lange dauern darf oder wie zum Kuckuck es die Billigheimer schaffen, ihre Arbeit für'n halben Appel und 'n faules Ei anzubieten und zu überleben.
    Ich weiss es doch auch nicht.
    » www.sightdesign.de «

  7. #7
    TP-Greis Avatar von Torsten
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    Ich würde es mal aus der Erfahrung der letzten Jahre heraus anders herum aufdröseln

    Kundenbudget : Gewünschter Leistung = Stunden/Stück-satz

    Was höre ich da? Dafür kann mans nicht machen! Unrealistisch! Ja! Dann halt Überlebenskünstler werden...
    Gruß Torsten
    Meine Bilder im Internet: See the world through my eyes
    Aber Vorsicht: Meine Bilder können nicht sprechen

    Ich biete keinen privaten Support an!
    Fragen oder Probleme? Nur keine Scheu verfasse einen Beitrag

  8. #8
    TP-Junior
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    wenn ich mir die antworten von wildmieze und annastesia durchlese, sehe ich, dass ich schon absolut d'accord damit gehe.

    variabilität, kreative leerläufe usw - klar, damit kann ich auch umgehen.

    eigentlich beruhigen mich die antworten auch etwas. ich hätte mir jetzt z.b. viele sorgen gemacht, wenn einstimmig sowas wie "so ne websitegestaltung muss in zwei tagen in allen ihren phasen gelaufen sein", gekommen wäre.

    ein konkreter anlass für den thread war, dass ich öfter mal so sorgenkinder-angebote bekomme, bei denen für die grafik pauschal 400-500€ eingeplant sind. das ist so ein wert, wo ich mir denke (dachte), da kann man eigentlich schon mal kurz was kleines auf die beine stellen, aber es eben nie zeitlich so funktioniert, dass das dann letztlich irgendwie wirtschaftlich noch lohnenswert wäre.
    grundsätzlich sowas ausschlagen kann ich mir aber auch nicht so recht leisten.

    fühlt sich oft recht selbstausbeuterisch an und wenn noch nichtmal prestigeprojekte oder so dahinter stehen, ein wenig zum haareraufen.

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