Hallo,
als Azubi ist deine Sitiuation durch die Insolvenz des Arbeitgebers sicherlich nicht einfach.
Als Info: Sobald der Arbeitgeber die Insovenz beim Amtsgericht abgibt oder einreicht zahlt das Arbeitsamt drei Monate lang deinen Lohn als sog. Insolvenzgeld. Nach Ablauf dieser drei Monate zieht die Kündigungsfrist, die aber bei einer Insolvenz auf ein Mindestmaß gekürzt wird. Da der Arbeitgeber kein Geld mehr hat (dich somit nicht mehr bezahlen kann) wirst du von Heute auf Morgen freigestellt, mit dem lapidaren Kommentar, dass man möglichst vorher noch seinen Resturlaub nehmen soll.
Zu den noch ausstehenden Gehältern (zwei Monate): Das sieht für dich ganz schlecht aus. Die Kasse ist wie gesagt leer, man spricht auch davon - es ist keine Masse mehr vorhanden. Der Arbeitgeber wird erhebliche Schulden bei den sog. Gläubigern (Banken, andere Firmen etc.) haben. Von der Masse die evtl. noch vorhanden ist, das kann auch ein Gebäude, Maschinen, Büroeinrichtungen sein, bekommen zuerst die großen Gläubiger, d.h. die Banken ihr Geld. Üblicherweise übernimmt ein Insolvenzverwalter die Firmenführung. Dieser sorgt entweder dafür das sich ein interessiertes Unternehmen für die Übernahme findet oder es wird alles verkauft. Aus diesen Erlösen bekommen anschließend die Gläubiger teilweise ihr Geld.
Um noch eine Chance zuhaben überhaupt etwas Geld wiederzubekommen, musst du deinen Insolvenzverwalter ansprechen und deine Gehaltsforderung in einer sog. Insolvenztabelle anmelden. Dies alles wird beim Amtsgericht mit eingereicht. Ich möchte dir jedoch keine zu großen Hoffnungen machen, da du von den einigen hundert Euro als Bsp. nur 7,80 zurückbekommst. Das Verfahren beim Amtsgericht dauert auch sehr lange, wahrscheinlich tut sich da erst was nach ca. 2 Jahren.
Um deiner Anmeldung zur Prüfung Nachdruck zuverleihen, kannst du dich an den Insolvenzverwalter wenden. Ihm obliegt auch die Pflicht sich insbesondere um die Auszubildenden zukümmern. Die Meinungen deiner ehemaligen Chefs, Meister kannst du ruhig in die Tonne kloppen, da diese absolut nichts mehr zu sagen haben. Auf die Aussage, das man dich noch zur Prüfung anmeldet würde ich nicht vertrauen - die haben andere Probleme und es wird ihnen extrem ausgedrückt auch Sch.... egal sein! Der Insolvenzverwalter ist der neue Chef.
Vertraue aber nicht darauf, das man dir eine neue Stelle vermittelt. Mit der Zahlung des Insolvenzgeldes bist du bereits Arbeitslos. Ergreife Eigeninitiative und schreibe schnellstens Bewerbungen. Du musst jetzt den Takt der Trommel rapide erhöhen und wenn dir die Zeit dazu fehlt musst du dir halt einige Tage Ruhe durch deinen Hausarzt verordnen lassen.
Gleichfalls würde ich mich, wie meine Vorredner erläutert, an die IHK wenden.
Tröste dich ich hatte vor gut vier Jahren auch eine Insolvenz durchgemacht und keinen einzigen Cent wiederbekommen, 3 Gehälter, Urlaubsgeld, sowie eine Abfindung für 11 Jahre Betriebszugehörigkeit waren futsch. Davon hätte ich mir locker einen Kleinwagen zulegen können. So spielt leider das Leben mit einem.
Ich wünsche dir daher Good Luck, dass Wichtigste ist deine Prüfung, Abschluß!
