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10.04.2006, 20:15
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#1
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TP-Junior
Registriert seit: Jan 2006
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Sanftes Inkasso?
Hallo liebe Selbständige!
Ich quäle mich seit Monaten mit einer Sache herum, zu der ich einmal Eure Meinungen hören möchte:
Ich habe einen sehr guten Kunden mit dem ich seit Jahren eng zusammenarbeite und eine große Zahl Aufträge erhalten habe. Leider ist dieser Kunde selbst nicht gerade der Beste was sein Forderungsmanagement angeht und so stauen sich bei mir seit vielen Monaten hier und da Rechnungen von mir an ihn, die von ihm nicht beglichen werden bzw. erst nach etlichen Wochen und Monaten.
Inzwischen reden wir von einer Gesamtsumme von ca. 20.000 EUR. Nicht dass ich Angst hätte das Geld nicht zu bekommen, aber inzwischen ist es einfach zu viel und auch der Zinsaspekt macht bei dieser Summe doch deutlich Geld aus.
Den Weg über den Anwalt möchte ich einfach nicht gehen, erstens sehe ich nicht ein dass dieser nach Streitwert viele hundert EUR für ein paar Briefle schreiben kassiert, zweitens möchte ich diesen Kunden nicht verlieren!
Den direkten Kontakt zu ihm habe ich schon oft gesucht, wir hatten uns vor einem halben Jahr darauf geeinigt, dass er jeden Monat 500 EUR seiner Schulden reduziert - was aber nie wirklich gelang.
Habt ihr eine Idee über welche Institution ich ein Inkasso anleiern könnte das a) meinen Kunden nicht direkt als Verbrecher abstempelt, b) die Gesamtsumme plus Zinsen geltend macht und das ganze c) so über die Bühne bringt dass mir der Kunde erhalten bleibt?
Es fehlt einfach der "Druck von oben", würde er sich das Geld bei einer Bank leihen müssen wäre er sicher nicht so schluderig, daher muss ich jetzt den entsprechenden Druck aufbauen, nur wie?
Vielleicht hatte der eine oder andere von euch schon einmal eine ähnliche Situation zu bewältigen, ich freue mich über jeden Tipp!
Viele Grüße, Jörg
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10.04.2006, 20:22
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#2
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TP-Junior
Registriert seit: Jan 2006
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Kunde ist er schon, schliesslich setzt er jedes Jahr bei mir ca. 100.000 EUR um die er ja auch bezahlt  Damit die Dimensionen mal geklärt sind.
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10.04.2006, 20:24
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#3
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TP-Insider
Registriert seit: Dec 2003
Ort: Bochum
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Hallo ...
wenn es ein langjähriger "guter Kunde" ist, dann machen Sie ihn nicht mit zuviel Druck kaputt, sondern reden Sie mit ihm.
Schildern Sie Ihr Bedürfnis nach einer Absicherung des Darlehens, dass Sie ihm gewähren, wenn auch mehr oder minder unfreiwillig und bieten Sie ihm eine Ratenzahlung an, die über ein notarielles Schuldanerkenntnis abgesichert ist.
Auf diese Weise kann er die kurzfristige Verbindlichkeit in eine mittelfristige Verbindlichkeit wandeln (20.000 / 500 = 40 Monate) und verbessert seine Kapitalstruktur und Sie haben bei einem Aussetzen der Zahlung jederzeit die Möglichkeit der sofortigen Vollstreckung.
Wenn Sie erst mit einem Mahnbescheid gegen ihn vorgehen, dann werden seine Zahlungsprobleme bekannt und seine Kunden werden seine Forderungen vorsätzlich nicht mehr begleichen, dann ist er kaputt und Sie bekommen Nichts.
Viel Erfolg!
MfG
BEBOUB
PS: Wenn Sie Zahlen von dem Kunden bekommen könnten, dann sollte man einmal prüfen, ob er durch Umsatzzuwachs oder Umsatzrückgang in Schwierigkeiten geraten ist, je nachdem verwendet er Ihren Kredit zur Vorfinanzierung oder Verlustfinanzierung... wenn es eine GmbH ist, dann sollten Sie einmal den letzten Jahresabschluss beim AG anfordern und je nachdem die Zügel anziehen.
__________________
I N F O:
Die nächste Gruppen-Veranstaltung mit dem Thema: "Wie erstelle ich meinen Businessplan" findet im November statt.
Anfragen bitte an unsere eMail!
Geändert von BEBOUB (10.04.2006 um 20:31 Uhr).
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16.04.2006, 11:17
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#4
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TP-Junior
Registriert seit: Jan 2006
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Hallo nochmal!
Ich habe jetzt einen Weg gewählt, der wohl für beide Parteien eine gute Möglichkeit bietet die Sache aus dem Weg zu räumen.
Nach Rücksprache mit meinem (sehr flexiblen) Anwalt haben wir ein Schreiben an den Schuldner aufgesetzt und ihn mit der Gesamtsumme der Forderung konfrontiert. Gleichzeitig haben wir ihm angeboten die Sache außergerichtlich abzuwickeln wenn er bereit ist sinnvolle Teilzahlungen schriftlich mit meinem Anwalt zu vereinbaren.
Sollte er sich nicht an die Vereinbarungen halten, dann haben wir natürlich sofort die Möglichkeit die offiziellen/gerichtlichen Schritte einzuleiten was aber niemand wirklich will.
Der Anwalt hat natürlich seine festen Sätze und hat ca. 800 EUR auf die Gesamtforderung aufgeschlagen, dazu kamen noch mal fast 700 EUR Zinsen der letzten Wochen / Monate. Sicher kein leichter Batzen aber da ich auch jetzt noch in gutem Kontakt mit dem Kunden stehe denke ich er sieht es ein. Ich habe ihn bereits im Vorfeld über den Gang zum Anwalt informiert.
Ich bin so frei und werde diesen Thread updaten wenn es interessante Neuigkeiten gibt, grundsätzlich fahre ich also die Schiene die BEOBOUB vorgeschlagen hat, nur nicht über den Notar sondern über den Anwalt (da ich selbst zu sehr eingespannt bin mich um die Sache zu kümmern).
Herzlichen Dank für die Tipps, mal sehen was passiert!
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16.04.2006, 12:00
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#5
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TP-Insider
Registriert seit: Dec 2003
Ort: Bochum
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Hallo M-M,
Sie haben sich ja nun "leider" entschieden, aber die Wahl war nicht gut!
Der Sinn eines notariellen Schuldanerkenntnisses liegt in dem Pfiff der sofortigen Vollstreckbarkeit ohne vorherige Erstreitung eines Urteils.
Von den Kosten her bezahlen Sie nun eine nach Streitwert bemessene Anwaltsgebühr, kommt es zu einer Klage, zahlen Sie den gleichen Betrag plus Gerichtsgebühr nochmals.
Was Sie nun haben, ist eine mit Kosten behaftete Vereinbarung, die dennoch erst nach prozessualer Urteilserstreitung durchsetzbar ist und dies ist ein Schwert, das so scharf ist, wie eine Suppenkelle.
Ein Notar hätte Ihnen gleichfalls die gesamte Arbeit abgenommen, dabei weniger Kosten verursacht und ein vernünftiges, d.h. vollstreckbares Ergebnis produziert.
Schade
MfG
BEBOUB
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26.04.2006, 21:08
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#6
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TP-Junior
Registriert seit: Jan 2006
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Damit diese Sache noch abgeschlossen wird:
Einen Tag nachdem das Schreiben vom Anwalt da war stand der Schuldner mit einem Geldköfferchen vor der Tür und hat sämtliche seiner Schulden auf einen Schlag bezahlt, plus Zinsen und Anwaltsgebühr. Das war zwar mehr ein glücklicher Zufall da er am Tag zuvor vom Insolvenzgericht einer SEINER Schuldner einen großen Geldbetrag bekommen hat, dazu noch einen Bausparvertrag gekillt hat und schon ist die Sache erledigt.
Der Anwalt hat anschliessend sein Honorar halbiert so dass wir alle mit einem lachenden Gesicht aus der Sache scheiden.
Thema erledigt!
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27.04.2006, 18:41
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#7
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TP-Senior
Registriert seit: Apr 2005
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Zitat:
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Zitat von M-M
Kunde ist er schon, schliesslich setzt er jedes Jahr bei mir ca. 100.000 EUR um die er ja auch bezahlt  Damit die Dimensionen mal geklärt sind.
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darf man fragen in welcher Branche du selbständig bist? 100.000 EUR sind ja kein Pappenstiel...
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27.04.2006, 18:59
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#8
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TP-Junior
Registriert seit: Jan 2006
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Handel mit Hard- u. Software (Einzelhandel), Dienstleistungen im EDV-Bereich. Hardware ist natürlich teuer und macht gleich viel Umsatz bei recht wenig Gewinn  Hätte ich 100.000 EUR im Jahr durch Arbeitsleistung erwirtschaftet würde die Bilanz anders aussehen  Gesamt komme ich als Einzelkämpfer auf 300.000 EUR Umsatz im Jahr, dazu habe ich noch weitere Unternehmen angeschlossen (alles ebenfalls Selbständige) die sich auf gewisse Bereich spezialisiert haben, so habe ich 2 Grafiker für Werbung und Internetauftritte, 2 Servertechniker für meine Linux- Webserver, einen Telefonanlagenspezialist, einen Fotograf, einen Texter, einen Übersetzer, 2 Programmierer und eine Freundin die hier und da Telefondame spielt  Die anderen Unternehmer arbeiten aber alle auf eigene Rechnung, es gibt nur eine Zentrale als Ansprechparter für alles und die leitet die Aufträge dann an das dafür zuständige Unternehmen weiter. Funktioniert sehr gut, die meisten Unternehmen wünschen sich ja das "alles-aus-einer-Hand-Prinzip".
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27.04.2006, 19:34
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#9
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TP-Junior
Registriert seit: Jan 2006
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Schon erledigt, meine Schwester studiert Jura und ist in gut einem Jahr fertig, so lange halte ich das schon noch aus. Hab ja euch!
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