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Alt 13.11.2006, 15:24   #1
TP-Newbie
 
Registriert seit: Nov 2006
Pilla macht alles soweit korrekt

Indirekte Kostenerwartung?


Hallo!

Zunchst einmal worum es geht:

Ich überführe als Angestellter seit geraumer Zeit für einen Autohändler PKW´s.
Jetzt bietet sich mir vorraussichlich die Möglichkeit dieses eigenständig als Subunternehmer für den Autohändler zu machen. Da ich derzeit hauptberuflich Student bin stellt sich mir die Frage der Kosten bzw. des Gewinn den ich dadurch erzielen kann bzw. ob sich eine Selbstständigkeit als dann ja Hauptberuf überhaupt für mich lohnen würde.

Also der Umsatz würde ca. 40.000 € im Jahr betragen den ich damit erziele (gering geschätzt).

Dem stehen direkt verbundene Kosten (Bahntickets, Sprit, Telefon, etc...) in Höhe von geschätzten 17.000 € gegenüber.

Nun gibt es ja aber noch erhebliche indirekte Kosten (Krankenversicherung (vermutlich allein schon 300 euro im Monat!?, Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Haftpflichversicherung, Kirchensteuer,etc....). Also sämtliche Steuern und Versicherungsbeitäge die ich zu tragen hätte.

Und genau da fängt es für mich an das ich diese indirekten Kosten nicht abschätzen kann.

Daher meine Frage was kommt da auf mich zu und mit wieviel Gewinn könnte ich bei den oben angegebenen Werten nach Abzug dieser indirekten Kosten überhaupt noch rechnen?

Weitergehend stellt sich mir die Frage welche Unternehmensform bei einem solchen Projekt zu empfehlen ist?

Ich hoffe meine Fragen lassen sich mit den angebeben Informationen bereits beantworten ansonsten bitte mitteilen was noch wichtig zu wissen wäre um mir eine halbwegs aussagekräftige Prognose geben zu können.

beste grüsse, Pilla

Geändert von Pilla (13.11.2006 um 15:29 Uhr).
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Alt 13.11.2006, 15:56   #2
TP-Senior
 
Registriert seit: Aug 2006
Kai_Iwanov macht alles soweit korrekt
Das ist so ne Sache denn die Steuern sind eigentlich nicht richtig festgelegt sondern eben Prozentual von dem was man an Umsatz hat.
Heißt, wenn du ungefähr weiß was bei rumkommt und was für feste ausgaben du hast, müsstet du dich eben mit den Steuersätzen auseinandersetzten und mal rechnen. Oo
Kai_Iwanov ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2006, 17:24   #3
TP-Newbie
 
Registriert seit: Nov 2006
Pilla macht alles soweit korrekt
Hallo!

Zunächst mal Danke für Deine Antwort. Kannst Du mir die Steuern die man als Selbstständiger dann zu leisten hat samt der aktuellen Steuersätze mitteilen?

Ich finde leider bislang keine genauen Angaben dazu hier in der FAQ stehen ja leider auch nur Steuern die man zu entrichten hat aber nicht der Steuersatz für jede einzelne Steuer...

Wäre also toll wenn mir die jemand nennen könnte so das ich das nicht auf den euro genau aber zumindest annähernd berechnen kann ohne extra einen Steuerberater bezahlen zu müssen...

gruss, Pilla
Pilla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2006, 17:46   #4
TP-Lady-Mod
 
Registriert seit: Jan 2006
Ort: Rlp
dorintia ist ein richtiges Arbeitstier - DANKEdorintia ist ein richtiges Arbeitstier - DANKEdorintia ist ein richtiges Arbeitstier - DANKEdorintia ist ein richtiges Arbeitstier - DANKE
Also, um mal etwas zu trennen...

Steuern im Zusammenhang mit dem Gewerbe wären in Abhängigkeit der gewählten/möglichen Besteuerungsart und Abhängig von der Umsatzhöhe folgende: Umsatzsteuer und Gewerbesteuer. Beide Begriffe lassen sich hier suchen und ergoogeln.

Deine persönlichen Steuern in Abhängigkeit deines Familienstandes und Einkommens wären die Einkommenssteuer und die Kirchensteuer (für nicht konfessionslose). Auch dafür lassen sich Tabellen und Sätze finden.

Versicherungen - egal ob gewerblich oder persönlich - sind imho immer freiwillig. Da musst du selbst entscheiden was du brauchst und willst.
dorintia ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2006, 21:40   #5
TP-Newbie
 
Registriert seit: Nov 2006
Pilla macht alles soweit korrekt
Question

Okay Danke für die Hinweise

Hmm also Umsatzsteuer sind ja dann bald 19 % sind also 7.600 bei der Berechnungsgrundlage.

Gewerbesteuer dürfte in meinem Fall nicht mehr als 1400 € im Jahr sein. Wobei ich nicht ganz verstehe ob der Gewerbeertrag der Gewinn im Jahr ist oder aber der Umsatz. Wenn es der Gewinn wäre würde ich ja dank Freibetrag von 24.500 € keine zahlen müssen oder?

Einkommenssteuer sind dann vom Gewinn (23.000) zu zahlen nehme ich an. Wären in dem Fall nochmal 4000-5000 wenn ich das richtig gerechnet habe (inkl. Soli und Kirchensteuer).

Zusammen:
7.600
4.500
=12.100 (ggf. 13.500) Steuerabzüge bei 40.000 Euro Umsatz und einen Bruttoewinn von ca. 23.000. hmmm kann das wohl hinkommen?

Würde mit 11.000 Euro ja nicht sehr viel übrig bleiben zumal da Versicherungen etc. noch gar nicht rein gerechnet sind...

Wenn man die dazu nimmt bleiben ja vielleicht noch lächerliche 6.000 Euro im Jahr von den ursprünglich 23.000 Gewinn übrig also irgendwas passt da wohl nicht denk ich oder bleibt da wirklich nur so wenig übrig?

Geändert von Pilla (13.11.2006 um 22:05 Uhr).
Pilla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2006, 22:34   #6
TP-Insider
 
Registriert seit: Dec 2003
Ort: Bochum
BEBOUB bringt sich richtig einBEBOUB bringt sich richtig ein
Hallo ...

Sie sollten uns schon sagen, ob die Werte brutto oder netto (inklusive oder exklusice USt.) gemeint sind... ansonsten kann niemand ihre Gedankengänge so richtig nachvollziehen.

Gehen wir mal von netto Werten aus:

Umsatz 40.000€
- Einsatz 17.000€
= Gewinn 23.000€

Summe der Einkünfte= 23.000€
- Krankenversicherung 3.600
- Rentenversicherung 3.600
= zu versteuerndes Einkommen = 15.800€

Gewerbesteuer fällt keine an, weil Sie unter dem Freibetrag von 24.500€ bleiben.

Einkommensteuer: zwischen 12.740€ und 52.151€ § 32a (1) Satz 3
Formel: (228,74 * z + 2.397) * z + 989
z = (15.800 - 12.739) / 10.000 = 0,3061
In die Formel eingesetzt = (228,74 * 0,3061 + 2.397) * 0,3061 + 989 = 1.744€

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5% auf die o.g. ESt. = 95€ macht insgesamt eine Steuer von 1.839€ aus.

Dies ist sehr grob gerechnet, weil mögliche Abzüge nicht bekannt sind, die Renten- oder Krankenversicherungen sind z.B. als Sonderausgaben abzugsfähig, Kinderfreibeträge nicht berücksichtigt und und und... aber zumindest ein Anhaltspunkt, der den Rechenweg deutlich macht. Es blieben nach dieser Rechung rund 13.961€ pro Jahr übrig... nicht viel, aber ein klein wenig über dem Existenzminimum, in jedem Fall jedoch zu wenig, um eine solide Vollexistenz aufbauen zu können.

MfG
BEBOUB

PS: Mal noch ganz schnell eine Ergänzung zu den "indirekten Kosten". Dies ist ein Begriff aus der Kostenrechnung, mit dem Gemeinkosten bezeichnet werden, die nicht einem Kostenträger allein zugeordnet werden können, z.B. die Kosten der Infrastruktur, der Verwaltung, des Managements o.ä. und deshalb nach einem Schlüssel, also pauschal umgelegt werden.

Was Sie meinen, sind die Ihnen privat entstehenden Aufwendungen für die private Vorsorge in Form der Renten- und Krankenversicherung. Dies sind keine betrieblich veranlassten Ausgaben (Betriebsausgaben) insofern können es auch keine indirekten Kosten sein.
__________________
I N F O:
Die nächste Gruppen-Veranstaltung mit dem Thema: "Wie erstelle ich meinen Businessplan" findet im November statt.

Anfragen bitte an unsere eMail!

Geändert von BEBOUB (13.11.2006 um 23:27 Uhr).
BEBOUB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2006, 16:53   #7
TP-Newbie
 
Registriert seit: Nov 2006
Pilla macht alles soweit korrekt
Hallo!

Das war wirklich eine super Antwort ich bedanke mich herzlich für die viele Mühe die Sie sich gemacht haben! Das hilft mir auf jeden Fall schon sehr weiter. Klasse!!!

Was den Gesamtumsatz angeht bin ich mir da nicht ganz im klaren ob der inkl. oder exklusive Ust. ist. Der Umsatz bezieht sich auf die Rechnungen die ich dem Autohändler stellen würde und beinhaltet eine USt.. ich nehme an Sie ist also demnach drinne und das ist eher schlecht für mich oder?

Es sind allerdings alle Werte möglichst niedrig angegeben damit ich weiss was noch im schlimmsten Fall übrig bleibt.

Der Gesamtumsatz könnte durchaus auch bei 80.000 € "Brutto" liegen die 40.000 € "Brutto" beziehen sich halt grade mal auf 10-11 Arbeitstage im Monat.

Wenn ich die USt. dem Autohändler in Rechnung stelle muss ich die dann nicht auch irgendwo wieder auf der anderen Seite der Bilanz finden? Bzw. darf ich überhaupt bei den "kleinen" Beträgen eine Ust. berechnen?

Ich kenne das bislang nur durch meine damalige Höhere Hansdelsschule das man bei Artikeln eine Vorsteuer "gegen" rechnet wie ist das aber bei Dienstleistungen wo ich ja nichts ankaufe?

Und darf man die USt direkt als Gewinnminderung wieder mit einrechnen? In Ihrem Beispiel sieht das nämlich so aus da Sie ja von einem netto Wert ausgehen..

Wäre sehr nett wenn ich auf die Fragen auch noch eine Antwort bekommen würde schliesslich will ich mich finanziell ja nicht ruinieren

gruss, Pilla
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Alt 14.11.2006, 17:45   #8
TP-Insider
 
Registriert seit: Dec 2003
Ort: Bochum
BEBOUB bringt sich richtig einBEBOUB bringt sich richtig ein
Hallo ...

die Umsatzsteuer ist ergebnisneutral... das vorherige Beispiel lautete wie folgt:

Umsatz 40.000€
- Einsatz 17.000€
= Gewinn 23.000€

würde man das ganze mit Umsatzsteuer berechnen, dann sähe es wie folgt aus:

Umsatz 40.000€
+ Umsatzsteuer 16% 6.400€
- Einsatz 17.000€
- Vorsteuer 2.720€
- Umsatzsteuerzahllast 3.680€
= Gewinn 23.000€

Sie sehen, es ändert sich nichts am Ergebnis.

MfG
BEBOUB
__________________
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Alt 14.11.2006, 19:18   #9
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