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15.09.2005, 10:21
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#1
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TP-Newbie
Registriert seit: Sep 2005
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Welche Steuerklassen nach Hochzeit ?
Hallo,
bin neu hier im Forum und habe direkt mal eine Frage : ich werde nächste Woche Heiraten und dementsprechend dann in eine andere Steuerklasse kommen. Bisher ist meine Frau Steuerklasse 1 (Arzthelferin) und ich zahle gar keine Steuern (Student).
Nun stellt sich die Frage, wie wir das mit den Steuerklassen machen sollen ? Ob wir beide Steuerklasse 4 nehmen oder sie als Mehrverdiener Klasse 3 und ich Klasse 5 ?
Habe bisher leider keine Infos zu dem Thema gefunden, wo man sich mal schlau machen könnte über die Vorzüge, Nachteile oder Unterschiede dieser Konstellationen.
Gruss
Schnipp
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15.09.2005, 11:52
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#2
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TP-Member
Registriert seit: Apr 2005
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Erstmal viel Spaß bei Deiner Hochzeit. Genieße diesen Tag er ist etwas ganz besonders.
Zum Thema:
Eine Empfehlung der Steuerklassenwahl kann man geben, allerdings müssen die letzte Entscheidung immer die Steuerpflichten treffen. Fakt ist das egal welche Steuerklassenkombination gewählt wird am ende des Jahres wenn die Steuererklärung gemacht wird, wird Euer Einkommen zusammengerechnet und nach dem so Ermittelten Betrag richtet sich die Höhe Euer Steuerbelastung.
Standardmäßig habt Ihr beiden in Zukunft erstmal die Steuerklassen 4. Die Steuerbelastung pro Monat ist in Steuerklasse 4 genauso hoch wie in der Steuerklasse 1. Steuerlich werdet Ihr aber wie eine einzige Person behandelt, da heißt Euer Verdienst ist eigentlich zusammen zu rechnen und auf den so ermittelten Betrag müsst Ihr Einkommensteuer bezahlen.
Kaum ein Ehepaar verdient aber genau gleich viel so liegt es in der Natur der Sache das in der Regel bei Steuerklasse 4 zuviel Lohnsteuer einbehalten wird. Diese zuviel einbehaltende Lohnsteuer kann im Rahmen einer Einkommensteuererkärung zurückgeholt werden.
Je nachdem wie weit die Verdienste des Ehepaares auseinander liegen kommt hier sehr schnell ein stattlicher Betrag zusammen. Um zu verhindern das man über ein Jahr für den Staat in Vorleistung gehen muss kann man die Steuerklassen wechseln, wobei der besser Verdiende die Steuerklasse 3 wählt und der schlechter Verdiende die Steuerklasse 5. In Steuerklasse 3 ist die Steuerbelastung niedriger als in Steuerklasse 1 und 4. In der Steuerklasse 5 ist die Steuerbelastung höher als in Steuerklasse 1 und 4.
Gestaltet sind die Steuertarife in etwa so:
Wenn ein Ehegatte ca. 60% des Einkommens erwirtschaftet und der andere 40% kommt bei der Einkommensteuererklärung nahezu eine 0 runde raus. Das bedeutet das in den laufenden Monaten soviel Lohnsteuer einbehalten wurde wie am Ende des Jahres auch auf das Gesamteinkommen fällig wäre.
So ich hab es versucht extra leicht zu schreiben damit Du das Prinzip verstehst. Man könnte es Fachlich korrekter aber dafür unverständlicher schreiben :-)
In Deinem Fall verdienst Du gar kein Geld. Ich würde deshalb empfehlen das Deine zukünftige Frau die Steuerklasse 3 wählt, damit ihr in den laufenden Monaten möglichst viel Geld zum leben über habt.
Ihr könnt auch beide Steuerklasse 4 behalten. Das würde ich dann Emfehlen wenn Ihr mit dem Geld was Ihr zur Zeit zur Verfügung habt auskommt. Ihr könnt in dem Fall mit einer Einkommensteuererstattung rechnen. Es wäre natürlich für Euch viel schöner etwas vom Finanzamt erstattet zu bekommen als etwas evt. nachzahlen zu müssen. Auch könnte man mit einer erhöhten Erstattung mehr anfangen als mit den monatlichen Teilbeträgen. Wie gesagt das muss aber jeder für sich selber entscheiden.
Es gibt genug Familien die müssen die Kombination 3/4 wählen weil sonst das Geld für den Lebensunterhalt nicht ausreicht.
Aber eines ist ganz wichtig. Egal welche Kombination Ihr wählt, am Ende wenn über die Einkommensteuer die Abrechnung gemacht wird ist die Steuerbelastung auf Euer gemeinsames Einkommen zu ermitteln. Es spielt da gar keine Rolle welche Steuerklassen Ihr habt. Lediglich was Ihr an Lohnsteuer als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer geleistet habt ist bei den Steuerklassen interessant.
Frechdachs
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15.09.2005, 12:03
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#3
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TP-Insider
Registriert seit: May 2005
Ort: Berlin
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Zitat:
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Zitat von Schnipp
Habe bisher leider keine Infos zu dem Thema gefunden, wo man sich mal schlau machen könnte über die Vorzüge, Nachteile oder Unterschiede dieser Konstellationen.
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So richtig gesucht hast Du aber scheinbar nicht??? Ist ja auch einfacher zu fragen anstatt selber zu suchen.... sorry, aber das musste mal gesagt werden.
Wenn Du googelst mit dem Suchwort Steuerklassenwahl wirst Du viele Treffer erhalten. Der beste ist allerdings dieser. Das ist ein Berechnungstool der OFD-Hannover, dort kannst Du Dir die Vorteile/Nachteile direkt anzeigen lassen.
Ich denke, damit wird Dir geholfen.
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15.09.2005, 12:49
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#4
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TP-Newbie
Registriert seit: Sep 2005
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Ok, das hilft schon mal ein wenig weiter. Bin halt absoluter Laie auf diesem Gebiet und kann jede Hilfestellung gebrauchen.
Mein Lohn variiert halt sehr stark von Monat zu Monat. Während des Semesters sind es oft nur € 350-400, in den Semesterferien können es durchaus mal € 800-1000 werden. Der Lohn meiner Verlobten ist halt immer gleich.
Meine grundsätzliche Frage ging eigentlich nur in die Richtung, ob einem bei einer der beiden Konstellationen Geld durch die Lappen geht. Wenn am Jahresende das gleiche rauskommt soll das ok sein. Uns wäre es sogar lieber, wenn wir bei der Steuererklärung eine größere Summe bekommen würden. Mit unserem momentanen Geld kommen wir im Monat bestens aus.
Gruss
Schnipp
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15.09.2005, 12:55
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#5
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TP-Insider
Registriert seit: May 2005
Ort: Berlin
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Zitat:
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Zitat von Schnipp
Meine grundsätzliche Frage ging eigentlich nur in die Richtung, ob einem bei einer der beiden Konstellationen Geld durch die Lappen geht. Wenn am Jahresende das gleiche rauskommt soll das ok sein.
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Genau richtig erfasst, am Ende kommt es auf das gleiche heraus, vorrausgesetzt Ihr macht dann auch Eure Steuererklärung.
Beachtet zusätzlich, dass Ihr im Jahr der Eheschließung die "besondere" Veranlagung wählen könnt. Diese entspricht der Zusammenveranlagung. Abgesehen davon, kann man jährlich entscheiden, ob man eine Zusammenveranlagung oder eine getrennte Veranlagung (wie eine Einzelveranlagung) haben möchte. Gute Steuerprogramme ermitteln diesen Vorteil/Nachteil durch die beiden Veranlagungsformen.
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