Yepp. so sieht es aus.
Die schauen sich deine Tätigkeit sehr individuell an und bewerten dann das Ganze.
Grundsätzlich kann man sagen, solange du immer Gewinne erzielst, und sollten die auch noch so klein sein, wird das FA nicht sonderlich aufmucken.
Sobald du aber regelmässig Verluste schreibst und deine selbständige, künstlerische Tätigkeit durch deinen Hauptjob querfinanzierst, dann wird das FA eher zu dem Schluss kommen, das du eigentlich einem Hobby nachgehst und wird dir die Gegenrechnung der Betriebsausgaben versagen.
Ein Bekannter von mir hat jahrelang ein Tonstudio im Nebenerwerb geführt, das nur Verluste produziert hat. Gleichzeitig ging er einer anderen Tätigkeit nach, mit der er a) seinen Lebensunterhalt und b) letztendlich sein Tonstudio finanzierte.
Dann wollte er mit dem Tonstudio aufhören und nun stellte das FA plötzlich fragen, was das denn die ganze Jahre sollte.
In Folge dessen wurde diese Tätigkeit zur Liebhaberei/Hobby erklärt und die Vorsteuer und die nunmehr anfallende EKSt für all diese Jahre eingefordert, weil nach Auffassung des FA kein Anrecht auf Vorsteuerabzug und Minderung der Einnahmen durch die BA bestand.
Der Kollege hat sich dann mit dem FA darauf geeinigt, dass er in den folgenden 3 Jahren mit dem Tonstudio ordentlich Gewinn erzielt, weil er sonst ruiniert gewesen wäre und seitdem klotzt der in seinem Studio mächtig ran, um Gewinne zu schreiben...
Also Vorsicht ist schon geboten
Aber wie gesagt, solange du wenigstens geringe Gewinne erzielst und die ganze Tätigkeit den Anschein erweckt, das du ernsthaft deiner Sache nachgehst, dann klappt das schon.
Es darf halt nur nicht nach 'nem Hobby aussehen.
Ein Jahr "Ruhen lassen" würde aber mit Sicherheit eher den Hobby-Modus aktivieren. Wer lässt schon seinen ernst gemeinten Job ein Jahr ruhen, was in einem künstlerischen Job auch recht katastrophal sein kann. Ein Jahr weg =mehrere Jahre Rückschritt...
Was sicherlich ebenfalls wichtig sein dürfte ist, das man zu halbwegs professionellen Bedingungen arbeitet, also Gagen/Honorare nicht völlig unter aller Kanone sind und nicht Betriebsausgaben in einer Höhe getätigt werden, die in keiner Relation zu den Einkünften/Tätigkeiten stehen.
Ich kenne im Kunst/Musikbereich jedenfalls niemand, der mal ein Problem gekriegt hat, weil er niedrige Gewinne erzielte (jedenfalls nicht beim FA, nur eher im Alltag beim Bezahlen der Miete).
Dagegen kenne ich einige Stories von Leuten, die Ärger mit dem FA wegen regelmässiger Verluste und ordentlichen USt-Erstattungen hatten.
Da war das FA recht schnell nicht gut drauf zu sprechen
