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18.08.2004, 14:04
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#1
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TP-Senior
Registriert seit: Dec 2003
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Ärger mit Chef wegen WebDesign-Auftrag
Moin ..
Sorry, eigentlich is das eher ein Beitrag um Dampf abzulassen, aber hier tummeln sich ja auch n paar WebDesigner, die mir die ein oder andere Frage beantworten können ..
Aaalso..
Ich arbeite ab und zu für meinen ehemaligen Chef als WebDesigner, meistens Kleinigkeiten, aber diesmal ging es doch um einen etwas größeren Auftrag.
Der Kunde hat in der Firma angerufen, ich war zufällig da und habe mit ihm einen Termin ausgemacht, schon am nächsten Tag. Mit Cheffe konnte ich vorher nich mehr sprechen, also wußte ich vorher auch nich, welche Stundensätze er vom Kunden haben will oder wie das generell überhaupt ablaufen soll .. war auch mein erstes Kundengespräch .. also hab ich mein Bestes gegeben *lol*
Der Kunde möchte ne Webseite (nix besonderes, aber schon individuelles Design) mit integriertem Shop, in den von unserer Seite aus auch schon 1000 Artikel eingetragen werden müssen (jeder mit Bild, Bilder vorhanden aber nicht sortiert). Dann hab ich das im Kopp überschlagen und hab errechnet, daß ich da wohl in etwa, ganz grob gerechnet, 100 Stunden +/- 20 für brauche, die ich dem Kunden auch genannt habe, er wollte ja wissen, wie lange das dauert. Dann wollte der Kunde nen Preis wissen, ebenfalls ganz grob, und er wär auch nich gegangen, wenn ich nich irgendwas gesagt hätte *lol* Gut, dachte ich mir, dann nehm ich die 16 Euro, die ich von Chef krieg einfach mal doppelt, und sagte dann (natürlich unverbindlich und gaaaanz grob) irgendwas zwischen 3000 und 3500 Euro. Soweit, so gut, der Kunde wollte ein Angebot zugeschickt haben, also habe ich eins geschrieben und Chef auf den Tisch gelegt, damit er da selbst noch seine Änderungen vornehmen kann. Da hab ich einfach erstma 30€ pro Stunde eingetragen, nur so als Anhaltspunkt ..
Tjo, heute hab ich mit ihm telefoniert.. dabei fielen dann Sätze wie:
a) Eine WebDesigner-Stunde kostet 75 Euro. Datt Würde die Konkurrenz auch dafür nehmen.
b) Man nennt dem Kunden niemals die Stundenzahl, die man dafür braucht, sonst könnte der ja die Stundensätze viel zu leicht mit der Konkurrenz vergleichen. Auch das würde die Konkurrenz so handhaben.
Jo, das sind die beiden, die mir am Besten in Erinnerung geblieben sind.
Er macht aus dem Angebot nun wohl einen "Pauschalpreis", ohne die Stunden zu nennen, keine Ahnung, was dabei rauskommt, das erfahre ich vielleicht nachher noch.
Tja, da hab ich mich wohl ganz schön in die Nesseln gesetzt. Aber irgendwie habe ich Schwierigkeiten, die beiden Sätze oben einfach als gegeben hinzunehmen...
zu a) Sind 75 EUR wirklich ein normaler Preis?? Chef hat keine "WebDesign"-Agentur, sondern eigentlich ein PC-Service- und Beratungs-Unternehmen (falls das nen Unterschied macht). Und selbst wenn die 75 Euro normal sind - ich bekomme 16 Euro davon. Den Rest behält Chef. Und er hat mit der ganzen Sache absolut nichts zu tun, sämtliche Dinge regele ich selbst mit dem Kunden, und die reine Arbeit liegt eh bei mir. Er meinte, er müßte ja die Anrufe an mich weiterleiten.. Nee, nichmal das muß er. Also, ich persönlich fand die 14 Euro für ihn völlig ausreichend, sogar eigentlich zuviel *lol* .. naja vielleicht bin ich auch nur beleidigt, daß er mit mir soviel Geld verdienen will ..
zu b) .. öhmm .. OK .. und was sage ich dann dem Kunden, wenn er fragt, wie lange ich dafür brauche? Kann ich Ihnen nich sagen? Weis ich nich? 4 Wochen? Vor Wiehnachten schaffen wir das??.. Ich höre das wirklich zum ersten Mal, daß man keine Stundenzahl angeben soll - ok, nicht auf die Stunde genau, aber doch zumindest ungefähr. Und die Begründung fand ich merkwürdig - der Kunde holt doch mehrere Angebote ein, eben WEIL er vergleichen will. Also ich als Kunde würde die ungefähre Stundenzahl wissen wollen.
Ein Pauschalpreis ist aber natürlich auch völlig OK, so ist das ja nich. Aber ich rechne halt selbst in Stunden, und irgendwas mußte ich dem Kunden ja auch antworten.
Hmm .. also nach Cheffes Rechnung müßte der Kunde jetzt n Angebot über knapp 7500 Euro kriegen. Wobei ich schon glaube, daß er da noch n bissl runtergeht. Ich weis von halbwegs vergleichbaren Webseiten, daß sie um die 3000-4000 EUR gekostet haben sollen, auch das war mit ein Grund für den groben Preis, den ich dem Kunden genannt habe. OK, vielleicht schaffen es die anderen, "echten" WebDesigner in 40 Stunden, so ne Seite komplett fertig zu kriegen, inkl. Komplettdesign, Shopinstallation und Artikeleinpflege .. ich halt nicht, bin ja auch kein Profi *g* .. Oder sind die (gehörten) 3000-4000 wirklich viel zu billig für sone Seite? .. *kratzamkopp*
Naja, bin mal gespannt auf Euer Feedback .. und sorry für den ellenlangen Dampf-Ablass-Beitrag ..
Gruß
Mieze
PS: Achja .. mal angenommen, Chef schreibt n Angebot über 7000 Euro und der Kunde lehnt ab. Dürfte ich dann selbst ein Angebot an den Kunden schreiben? Bin ja selbständig und dürfte auch in diesem Bereich arbeiten .. Verträge zwischen Chef und mir gibt es auch nicht... aber irgendwie ... erscheint mir das nicht so ganz richtig *lol*
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18.08.2004, 14:17
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#2
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TP-Junior
Registriert seit: Aug 2004
Ort: Südwestdeutschland
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*lol*
Hallo Mieze,
entschuldige bitte mein "*lol*" in der Überschrift, aber es ist immer wieder nett zu lesen, wie sich viele vorstellen, wie es mit Stundensätzen und Angeboten in Firmen so läuft
Wie hoch der Stundensatz zu sein hat entscheidet allein Dein Chef. Und das macht er vermutlich nicht aus dem Bauch heraus, sondern anhand knallharter Fakten, sprich betriebswirtschaftlicher Daten.
Es reicht eben nicht, einfach nur Deinen Stundensatz zu verdoppeln. Denke nur an die Kosten für Rechnungsschreibung, Mahnwesen, Steuern, Sozialabgaben (und wenn es seine eigenen sind), Telefon, Strom, Porto usw. Das sind ganz erhebliche Kosten!
Ob Du genug, zuviel oder zuwenig verdienst, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich Deine Qualifikationen nicht kenne. Ich denke aber, daß Du als Selbständiger massiv unterbezahlt bist. Auf der anderen Seite regeln Angebot und Nachfrage die Stundensätze und bei uns bewerben sich Freelancer teilweise schon für 10 Euro pro Stunde...
Ein fairer Stundensatz für eine Auftragsarbeit, die nur wenige Stunden dauert, liegt zwischen 40 und 100 Euro je Stunde, je nach Anforderungen, Umfang etc. Alles darunter ist in der Regel nicht mehr kostendeckend.
Zwei Beispiele:
1. Unser Unternehmen (30 Mitarbeiter) verlangt für einfache Arbeiten 60, für anspruchsvolle Aufgaben (Oracle, ASP & Co.) auch schonmal 115 Euro pro Stunde, abzüglich Projektrabatten.
2. Ein Verwandter von mir ist "Einzelkämpfer", mit drei Freiberuflern. Er verkauft keine Stunde unter 70 Euro und ist - in seinem Rahmen - sehr erfolgreich.
Ob Du den Kunden übernehmen darfst/kannst? Ja und nein. Wenn Du mit Deinem Auftraggeber weiter zusammenarbeiten möchtest, dann würde ich es besser lassen, ganz gleich, ob er den Auftrag erhält oder nicht. Um es klar zu sagen: Würdest Du für uns arbeiten und für jemanden einen Auftrag ausführen, der zuvor unser Angebot abgelehnt hat, wäre unsere Zusammenarbeit sofort beendet... 
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18.08.2004, 14:24
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#3
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TP-Specialist
Registriert seit: Apr 2001
Ort: Cologne / Germany
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Wenn der Kunde nach Stunden Fragt dann sagt man ihm das man sich erst mal genau mit der Materie beschäftigen muss und er dann ein exakt kalkuliertes Angebot erhält.
Alles andere ist eh unserioes.
Freibruflicher Softwareentwickler: Fachlicher Schwerpunkt: Webdesign-8 Jahre Erfahrung-Raum 5
Ø-Stundensatz 53 EUR durchschnittlicher Stundensatz bei 420 ausgewerteten Profilen von freiberuflichen Softwareentwicklern mit diesem fachlichen Schwerpunkt.
Quelle Gulp
dan
Geändert von Dannys (18.08.2004 um 14:26 Uhr).
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18.08.2004, 14:57
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#4
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TP-Veteran
Registriert seit: Oct 2001
Ort: Wilhelmshaven
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na hoppla, das hast du dich aber wirklich ein wenig übernommen  Ich glaube du kannst froh sein das dein Chef nach dem Alleingang von dir überhaupt noch mit dir zusammen arbeiten möchte!
Selbst wenn er dich "abzockt" - du hast den Stundenlohn doch selbst mit ihm ausgehandelt, oder?! Gleiches gilt für die Stundensätze, die dein Chef von euren Kunden verlangt: Die werden zwischen ihm und dem Kunden ausgehandelt, kann dir also relativ egal sein.
Das mit der Stundenangabe wird unterschiedlich gehandhabt, gerade im Bereich Programmierung geben viele auch Stunden + entsprechende Sätze an, allerdings erst nach einer genauen (!) Planung, wie Dannys auch schon gesagt hat. Im Übrigen hat das ja nichts damit zu tun, bis wann du das Projekt abgeschlossen haben könntest, diese Angabe ist für den Kunden notwendig, läßt aber kaum Rückschlüsse auf die Anzahl der Arbeitsstunden zu. Das ist ein ganz anderer Schuh.
An der Stelle deines Chefs würde ich an die Decke gehen, ehrlich! Einen Preis sowie eine Stundenzahl nach dem ersten Beratungsgespräch zu nennen obwohl du bisher wohl nichts mit der Projektkalkulation zu tun hattest steht dir schlichtweg nicht zu, sorry! 
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18.08.2004, 15:25
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#5
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TP-Senior
Registriert seit: Dec 2003
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ja, ich seh's ja ein .. *seufz* .. is halt blöd gelaufen .. ich habe halt _nur_ das projekt kalkuliert, und dafür direkt hat cheffe keine ausgaben (außer vielleicht portokosten für die rechnungen, die er ja rausschickt, die ich aber wohl in der firma selbst schreibe, um ihm "die arbeit abzunehmen"), da alles weitere über mich direkt zu hause laufen sollte .. und ansonsten hat er mit dem bereich ja nich viel zu tun, von daher kam mir einfach nicht in den sinn, daß auch dieses projekt behandelt werden sollte wie alle anderen in der firma ..
alle informationen, die ich brauchte, habe ich im gespräch direkt erhalten, von daher hab ich halt auch grob und unverbindlich was dazu gesagt... naja, is schon doof, wenn man keine ahnung von sowas hat und dann direkt nen kunden erwischt, der auf aussagen drängelt .. ich weis schon, warum ich sonst sowas nie selbst mache *seufz*
ok, dann danke für's feedback ... ich hab was draus gelernt, und das is ja auch was wert
gruß
mieze
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