Beschreibung
Wie schon sein Buch „Dreamweaver 4“ aus der Nitty-Gritty-Reihe, richtet sich auch Enno Ladwigs zweites Buch über Dreamweaver vornehmlich an Anfänger. Behutsam nimmt der Autor den Leser bei der Hand und macht ihn mit den Grundlagen des WYSIWYG-Editors, aber auch mit den Grundlagen des Webdesigns bekannt. Anhand des fiktiven Projekts „Lightshadow“, das den stufenweisen Aufbau einer Homepage von Filmstudenten beschreibt, erklärt Ladwig im ersten Teil die wesentlichen Grundbestandteile von HTML, sowie ihre Umsetzung in Dreamweaver. Sehr erfreulich dabei ist, dass neben der Funktionsweise immer wieder auch erklärt wird, was sich „hinter den Kulissen abspielt“, indem beispielsweise der Code einer Tabelle aufgezeigt und in verständlichen Worten auch erklärt wird. Überhaupt hebt sich der Schreibstil Ladwigs wohltuend von dem trockenen Kanzleideutsch vieler Sachbuchautoren ab.
Im zweiten Teil vertieft der Autor nun die erworbenen Grundkenntnisse und führt den Leser in die fortgeschrittene Praxis von Dreamweaver ein (wobei man sicherlich darüber streiten kann, ob nun Formulare und HTML-Stile fortgeschrittenes Webdesign darstellen). Als etwas unverständlich erscheint dabei die wohl kostensparende Entscheidung des Verlags, nahezu unverbunden zum eigentlichen Aufbau des Werkes, in die Buchmitte einen Farbteil einzufügen, der von seiner Thematik her – Bildformate und Farben im Internet – eigentlich in den Grundlagenteil gehört hätte. Manches Mal hätte man dem Autor hier auch etwas mehr Mut gewünscht. So sollte man bei der Beschreibung von HTML-Stilen eigentlich auch erwähnen, dass die Nutzung von Font-Tags für den Aufbau eines zukunftsorientierten Webauftritts nicht mehr erste Wahl sind und besser gleich durch die ungleich mächtigeren Cascading Style Sheets (CSS) ersetzt werden sollten. Überhaupt beschränken sich Erklärungen zu den Formatierungsmöglichkeiten von CSS auf das einfache Formatieren von Schrift und Links, obwohl Dreamweaver weit mehr kann.
Auch das Ebenen-Kapitel wird etwas zu kursorisch abgehandelt. Gerade diesem Kapitel hätte man die Anschaulichkeit des ersten Teils und Begleitung über ein Praxisbeispiel gewünscht. Was nutzt es, wenn ich zwar die Funktionalität von Ebenen beschrieben bekomme, aber mit keinem Wort wichtige Bestandteile der Ebenentechnik, wie Z-Indexierung oder der Problematik der festen Positionierung von Ebenen, eingegangen wird, die ja oft Stolperfallen für Anfänger sind. Sehr ausführlich und anschaulich dagegen erklärt der Autor den DHTML-Bereich, den man in Dreamweaver unter Verhaltensweisen findet. Ladwig findet sogar noch Platz für einen kleinen Ausflug in den Bereich der dynamischen Websites. Doch sollte man damit keine allzu große Erwartungen verbinden: mehr als eine grundsätzliche Einführung erfolgt nicht und hätte wohl auch den Rahmen eines Einsteiger-Werkes gesprengt.
Fazit
Das kostengünstige und gut lesbare Buch ist eine wirkliche Empfehlung für all diejenigen, die erste Schritte in Dreamweaver unternehmen und darüber hinaus einen grundlegenden Einblick in den Aufbau und die Technik zur Erstellung von Websites erhalten wollen. Fortgeschrittene Nutzer von Dreamweaver greifen wohl zu anderen Werken.