Beschreibung
Typografisch ist das Buch anständig gesetzt, ohne jedoch wirklich zu überzeugen.
Zu knapp bemessene Ränder und Leerflächen schrecken teilweise eher ab, als zum Lesen aufzumuntern. Das Positive daran, auf den knapp 500 Seiten wird somit auch mehr Information vermittelt.
Vier große Kategorien mit jeweils 2-3 Unterkapiteln gliedern das Buch in verschiedene Themenkomplexe. Zu Beginn erfährt der Leser einiges über die Entstehung von Photomontagen und Grundlegendes zur Konfiguration Photoshops.
Darauf folgen Einheiten, welche sich ausführlich mit dem Zeichenstiftwerkzeug (endlich mal wird wirklich Wert auf dieses wichtige Werkzeug gelegt), Ebenen und Ebenenmasken beschäftigen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Buch eher an Einsteiger gerichtet, doch das Wissen um diese Funktionen wird im folgenden Kapitel sehr wichtig, da das Niveau hier mächtig anzieht.
„Auswählen und Erhalten feiner Details“ betitelt sich dieser folgende Abschnitt, der sich über 130 Seiten erstreckt und wirklich interessante Möglichkeiten aufzeigt, insbesondere Personen, Haare und andere filigrane Objekte freizustellen.
Die Arbeit mit den verschiedenen Farbkanälen, dem Verstärken von Kontrasten über Bildeinstellungen, Kanalberechnungen und das ausgiebige Verwenden von den sonst in der Literatur so spärlich behandelten Ebenenmodi wird hier hinlänglich aufgegriffen.
Endlich bekommen Funktionen, die sonst eher ein Schattendasein pflegten einen greifbaren Sinn und motivieren zum Experimentieren und Spielen.
Das profunde Wissen zum Thema Fotografie merkt man der Autorin an. Die Qualität des Werkes profitiert von den häufigen Ausflügen in die Fotografie. So findet auch ein kleines Kapitel über Greenscreen Verfahren und deren Verarbeitung mit Photoshop und alternativen Plug-Ins seinen Platz in dem Buch. Unnötig ist in meinen Augen jedoch die mehrseitige Einführung in die grundlegenden Aspekte der Fotografie: Brennweite, Blende etc. gehören nicht in dieses Buch.
Im abschließenden, eher theoretischen Kapitel gibt Katrin Eismann noch Tipps und Tricks zur Konzeption von Montagen. Gestalterische Strukturierung, Beachtung richtiger Lichtverhältnisse, Größe einzelner Elemente zueinander etc.
Das Bildmaterial zu den Workshops kann von der Website der Autorin herunter geladen werden. Hier gibt es jedoch einen Wehrmutstropfen. Eine große Anzahl an Workshops wird rein theoretisch abgehandelt und muss ohne Bildmaterial nachvollzogen werden. Vielleicht waren es rechtliche Gründe, die es nicht möglich machten, da viele Bilder von befreundeten Künstlern der Autorin stammen. Dennoch bietet das Buch ausreichend Praxisbeispiele die anhand des gelieferten Materials bearbeitet werden können.
Ein letzter Kritikpunkt subjektiver Natur sind die im Buch verwendeten Bildbeispiele.
Zu 80% sind die Motive der Fotografien und exemplarischen Photomontagen kitschig bis furchtbar. Etwas ansprechendere Motive darf man in einem Buch, welches sich der Gestaltung widmet durchaus erwarten. Doch Gestaltung ist bekanntermaßen Geschmackssache, mich graust es vor diesen Bildern, einem anderen gefallen sie vielleicht.
Fazit
Photoshop Maskierung & Compositing bietet viele sehr interessante Einblicke in die Welt der Photomontage und Maskierung und bringt dem Leser mitunter sehr spannende Techniken bei, die zum Experimentieren und Gestalten anregen. Sonst spärlich behandelte Elemente wie die Ebenenmodi werden hier grundsätzlich verwendet und werden somit transparenter.
Das Ziel, Fortgeschrittene und Profis zu erreichen wird nur halb erreicht. Die behandelten Grundlagen Photoshops wollen nicht so recht zu den sonst sehr anspruchsvollen Inhalten im Kapitel „Auswählen und Erhalten feiner Details“ passen. Einsteiger fühlen sich hier überfordert, Fortgeschrittene und Profis können ein Viertel des Buches überspringen.