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TP Portal > Kolumnen > iBook Erfahrungsbericht

Nach Tagen von Frustration und Freude ein erstes Fazit über das neue iBook.

Meine erste Begegnung mit einem Apple Macintosh ereilte mich 1997 zu Beginn meines einjährigen Praktikums in der Druckvorstufe einer kleinen Druckerei. Natürlich war mir der Begriff Mac nicht neu, aber ich hatte noch die Gelegenheit, einen näher betrachten zu können, geschweige denn, mit einem zu arbeiten. Zur damaligen Zeit herrschten Namen vor wie Pentium II oder Windows 95b, und das Zip Laufwerk begann sich einer allgemeinen Beliebtheit zu erfreuen. Auf der anderen Seite erblickte der erste G3 das Licht der Welt – die damalige Kampfansage von Motorola an Intel.

 

Nach diesem einjährigen Schlüsselerlebnis legte ich meinen Schwerpunkt auf das Screen- und Webdesign, daher verdrängte ich das Thema Mac vollständig, denn in den späten Neunzigern war mit einem Apple im Bereich Onlinepublishing noch nicht viel zu erreichen.

 

 

Jahre Später, okay – genauer gesagt waren es doch nur vier Jahre später, zu Beginn meiner Studienzeit, wurden wir Studenten gezwungen wieder mit diesen Kisten zu arbeiten. Nur sahen sie diesmal oval aus und hießen G4. Auch das Mac OS war auf einmal ganz anders und die Oberfläche trug den Namen „Aqua“. Erneut konfrontiert mit diesem Umstand beschloss ich der Lage Herr zu werden: „Ich brauche einen Mac!“ Nur was für einen? Für einen stationären G4 fehlten mir die nötigen finanziellen Mittel und, viel profaner, ausreichend Stellplatz. Einen iMac oder einen eMac. Okay, schon eher, aber es bleibt das Problem des nicht vorhandenen Stauraums.

 

 

Da ich schon immer das Gefühl hatte, ein Notebook würde mir mein Arbeitsleben erleichtern, warum dann nicht den ganzen Schritt wagen, und zum Apple greifen? Da auch hier wiederum das G4 Powerbook zu teuer war, bliebt noch die Alternative: iBook.

 

 

Meine Entscheidung fiel dann auf das 800 MHz 14.1“ Modell mit 256 MB und 30 GB HDD, sowie einem Combo-Drive. MS Office v. X exklusive aber dafür mit OS X und OS 9 im Lieferumfang zum Subventionspreis. Oben drauf aber dafür gratis, dank dem freundlichen Händler – die Pro-Maus, passend zum iBook-Gehäuse in weiß und transparent gehüllt.

 

 

Die Vorfreude wird zunächst durch die lange Lieferzeit am Leben erhalten. In diesem Fall waren es geschlagene 18 Tage, bevor das Gerät aus Irland und Taiwan über Luxemburg ausgeliefert wurde.

Ein verhältnismäßig riesiger Karton hält einiges an Überraschungen bereit: Softwarepaket auf fünf CD-Roms, alle nötigen Kabel inklusive DV-VGA Kabel zum Anschluss des iBooks an einen Monitor, ein ungewohnt übersichtliches Handbuch und natürlich das Notebook selbst. Aber etwas, das definitiv fehlt: Ein Modemkabel.

Die größte Überraschung überhaupt: Der Akku war geladen, sofort loslegen leicht gemacht. Nach dem ersten Start verlangte das OS lediglich nach einigen persönlichen Angaben und der Installations-CD. Bereits nach wenigen Minuten ist die Initialisierung abgeschlossen und die restlichen Einstellungen werden über einen Assistenten vorgenommen. Nach weniger als zehn Minuten steht einem ein vollständig konfiguriertes und arbeitsfähiges Betriebsystem zur Verfügung.

Schnell noch die restliche Software drauf, einen zweiten Benutzer anlegen, um nicht alles im Administratorenmodus erledigen zu müssen – fertig.

 

 

Einer meiner ersten Test galt dann der Bluetooth-Funktion: Ein verhältnismäßig günstiger Bluetoothadapter von eBay in einen der beiden USB-Ports und die nächste Überraschung lies nicht lange auf sich warten: Gerät erkannt, ein Treiber wird nicht einmal abgefragt – als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, genial. Von wegen plug und pray. Die nötigen Einstellungen in den Netzwerkeinstellungen sind in wenigen Minuten abgeschlossen. Bluetooth am Mobiltelefon einschalten, nach Gerät suchen lassen, verbinden fertig. Und schon lassen sich munter Daten und Bilder problemlos zwischen beiden Geräten hin und her versenden. Getestet wurde mit zwei Geräten: Nokia 7650 und Sony Ericsson T68i. So einfach ging das noch nicht einmal unter Windows, trotz mitgelieferten Treibers.

 

 

Der nächste Verbindungstest galt dem Drucker. Wieder via USB zu einem Canon S600. Auch völlig ohne Probleme und theoretisch auch wieder ohne Treiber. Jedoch würde der Drucker in seiner Funktionalität eingeschränkt werden, da der Standarttreiber von Apple nur die Steuerung mitbringt. Ein Ausrichten oder Reinigen der Patronen wäre ohne separaten Treiber also nicht möglich. Also Druckertreiber von der Website herunterladen und weiter geht’s. Auch hier ist die Installation ein Kinderspiel. Es werden kaum Einstellungen benötigt. Ein Doppelklick und der Rest läuft wie von allein.

 

 

Kurzes Zwischenfazit: Die Kombination iBook und Mac OS X bereitet einem erfahrenen Windowsnutzer während der Installation und der Inbetriebnahme von Peripherie so gut wie keine Probleme.

Achtung: Jetzt gibt es zum ersten Mal etwas zu mäkeln. Die Inbetriebnahme eines Ethernets sollte an für sich kein Problem darstellen, dachte ich jedenfalls.

 

 

Das iBook bringt von Haus aus eine Ethernet 10/100 Anbindung mit RJ45 Standart mit. Daher müssen zur Anbindung an einen Windows PC einige Einstellungen in der Netzwerkkonfiguration vorgenommen werden. Z.B. muss das „Windows file sharing“ aktiviert werden. Das TC/IP ist bereits installiert.

Die Einstellungen sind alle vorgenommen, die IP’s stimmen und Windows 2000 ermöglicht ohne Problem den Zugriff auf beide Benutzerprofile unter OS X. So weit so gut. Nur leider umgekehrt weigert sich OS X auf meinen PC zuzugreifen. Zwar findet ihn das OS über das Ethernet, nur wird die Verbindung nach Eingabe des Kennworts sofort wieder mit einer Fehlermeldung abgebrochen. Da ich zunächst einmal annahm (die Schuld schiebe ich bis heute auf mich selbst), der Fehler läge bei mir, testete ich sämtliche möglichen Einstellungen, Variationen des Kennworts, der Workgroup, des Benutzernamens, die Anbindung über den Windows 2000 Admin-Account, aber nichts half.

 

 

Glücklicherweise kann ich zu meinen Bekanntenkreis einen Netzwerkspezialisten einer großen Firma zählen, der bei noch größeren Firmen die kompliziertesten Dinge anstellt, ein Profi eben. Nur mit Mac OS stößt bei ihm auf Granit, obwohl inzwischen auch hier ein Unix Kernl seine Dienste tut. Leider fasst mein Bekannten- und Freundeskreis so gut wie keine Mac Anwender. Vielleicht liegt es ja doch nicht allein an mir.

Nun, hat er es geschafft? Nein auch er hat es nicht fertig gebracht. Über die Gründe lässt sich nun nur noch spekulieren.

 

 

Die technische Seite des neuen iBooks sehen an jedem Modell einen Ethernetanschluss (siehe Details oben), zwei USB-Ports, einen Firewire-Anschluss, ein internes Analogmodem nach V.92, eine Vorbereitung für eine wireless LAN Karte (trägt bei Apple den Namen „Airport“) und je nach Modell ein CD-ROM oder ein Combo-Drive (DVD, CD-R und CD-ROM in einem Gerät).

 

 

Zum Lieferumfang gehören DV-Kabel zum Anschluss an einen Monitor und das Netzteil inklusive Verlängerungskabel. Als Software sind Mac OS X und Mac OS 9.2.2 vorinstalliert sowie als CD-Version mit in den Karton gewandert.

 

 

Das Gehäuse des iBooks ist transparent gehalten und von innen weiß beschichtet. Es ist leider enorm kratzempfindlich, daher sollte man es in einer Schutzhülle transportieren. Im Betrieb leuchtet das Logo auf der Rückseite weißblau. Wohl mehr ein Gimmick als echter Nutzwert. Der Gehäuseschlussmechanismus ist verborgen untergebracht und schließt erscheint erst beim vollständigen Schließen des Notebooks – sehr gut gelöst.

Gemischte Gefühle hinterlässt das Trackpad. Es spricht gut an und ist durchaus Nutzbar, jedoch ist eine externe Maus vorzuziehen, wenn man einen Tisch als Arbeitsoberfläche zur Verfügung hat. Die Taste des Trackpads ist reine Geschmacksache. Mir liegt sich überhaupt nicht, da das Klickgeräusch auf Dauer sehr nervig werden kann. Der Druckwiderstand ist hingegen gut gewählt, weder zu hart noch zu weich. Glücklicherweise lässt sich die Taste auch direkt auf das Trackpad legen.

 

 

Das Gewicht ist mit knapp 2800 Gramm für ein Notebook im 14.1“ Bereich recht gering. Subjektiv würde man es beim Anheben aber deutlich schwerer schätzen. Die Paketwaage bestätigte allerdings die Gewichtsangabe von Apple.

 

 

Jedoch ist die Größe sehr hinderlich, wenn man es in engen Platzverhältnissen wie in der Bahn auf den Knien tragen muss. Das Gewicht ist dann weniger das Problem, als die Größe des Geräts. Bahnvielfahrer sind dann wohl besser mit dem 12.1“ Modell beraten oder sollten sich alternativ eine Bahncard für die erste Klasse zulegen ;-)

 

 

Das Display überzeugt mit 1024 x 768 Pixel durch seine Darstellungsqualität. Zwar ist der Ablesewinkel recht gering, aber durch das gebotene an Qualität lässt sich dieses Manko verschmerzen. Dank der Auflösung ist selbst ein komfortables Arbeiten mit Dreamweaver oder Photoshop möglich.

 

Als Bonus vom Händler lag die Apple Pro Maus in weiß bei. Hier ist leider mehr Schein als sein. Zwar kann man auch ihr vernünftig arbeiten, jedoch ist sie im Preisleistungsverhältnis jeder Infrarot- Scrollmaus deutlich unterlegen. Wäre es denn wirklich so schwer gewesen, dem Ding eine zweite Taste oder ein Rädchen zu verpassen? Stattdessen fungiert die gesamte Oberfläche als eine gesamte Maustaste. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber funktioniert mit der Zeit wirklich gut. Nur leider ist man weiterhin gezwungen auf die Funktionstasten der Tastatur zurückzugreifen. Das ist etwas, wofür ich früher jeden Mac User ausgelacht habe.

 

 

Sehr angenehm ist auch die geringe Geräuschentwicklung. Lediglich die Festplatte gibt gelegentlich ein leises klacken von sich und die Lautstärke des Combo-Drives lässt sich auch ertragen, wenn es denn im Betrieb ist.

Apropos, die Tastatur ist für ein Notebook ungewöhnlich gut. Zwar muss man sich auch hier erst an die Belegung gewöhnen, aber der Anschlag ist wirklich angenehm und ermöglicht auch Schnellschreibern Spaß bei der Arbeit.

 

 

Fazit: Für unter zweitausend Euro bekommt man ein wirklich hochwertiges Notebook mit hervorragender Ausstattung. Vom Preis her kann es durchaus mit Geräten von bedeutenden PC-Herstellern mithalten und liegt bei vergleichbarer Ausstattung preislich sogar häufig unter den Konkurrenten mit Microsoft Betriebsystem. Ein genauer Preis lässt sich leider schwer angeben, da Apple derzeit viele Rabatte anbietet und Preiskorrekturen vornimmt.

 

 

Der „Aha“ und „Boah“ Effekt ist in der Öffentlichkeit mit einem weißen Notebook schwer zu vermeiden. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein ungestörtes Arbeiten in einem Café oder auf der Straße ist jedenfalls nicht ohneweiters zu bewerkstelligen. Das Ding ruft nun mal Aufsehen unter der Windows nutzenden Bevölkerung hervor, weil von denen wird man am häufigsten auf das merkwürdige Notebook mit dem noch merkwürdigeren Betriebsystem angesprochen.

 

(mf)

 

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