Okay, diesmal vielleicht keine Kolumne, aber dafür eine hübsche Anmerkung zur heutigen Überstrapazierung des Wortes „Mode“ oder auch „modern“.
Anregungen, Bemerkungen oder Kritik an: t.glawe@yenodio.com
Man nehme einen Winter, einen Haufen fernsehabhängiger Teenies und produziere ein liebloses Fernsehspektakel mit möglichst viel PR und gecasteten Zuschauern und angeblichen Fans. Heraus kommt Deutschland sucht den Superstar, Fame Academy, Pop Stars, Star Search und, und, und. Von „in Mode gekommen“ zu sprechen würde ich trotzdem für übertrieben halten, das ist eigentlich mehr die Langeweile des deutschen Fernsehproduzenten. Denn abkupfern ist immer noch einfacher als selbst nachdenken.
So richtig „in Mode“ gekommen ist nun endlich auch das Internet. Und zwar soweit, dass es sogar Idioten gibt, die solche lustigen Spielereien wie Würmer und Trojaner erfinden, um ihre Mitmenschen zu tyrannisieren. Die werden dann in Fernsehsendungen wie z.B. Explosiv, Blitz, usw. als Hacker bezeichnet – obwohl das mit Hacken wirklich nicht mehr viel zu tun hat. Nur dumme Kids, mit zuviel Langeweile und pubertären Gelüsten. Genau so schlimme finde ich da die Leute, die diesen ganzen Abfall produzieren, den man so täglich in seinem Posteingang findet.
Auch postmodern - Der „me too“ Effekt. Alles richtig machen zu wollen und am Ende doch nur als Arschkriecher dazustehen. Immer beliebter bei angeblichen Individualisten, die Ihre Meinungsbildung in den Siebzigern weggekifft haben.
„Modern“ ist ein ziemlich kurzweiliger Zustand, „in Mode gekommen“ ist da schon raffinierter ausgedrückt. Cord, z.B. ist wieder in Mode gekommen. Zu sagen „Cord ist gerade modern“ klingt so, als hätte man in den frühen achtziger Jahren auf seinen Augen geschlafen. Frei nach Falko „wer sich an die Achtziger erinnern kann, hat sie nicht miterlebt.“ Ich kann mich an die achtziger Jahre recht gut erinnern, also muss ich irgendetwas falsch gemacht haben. Vielleicht war ich auch einfach no zu klein und niedlich.
(tg)





