Wer die Pinselbibliothek von Photoshop gründlich durchforstet hat, wird diverse Sternbrushes gefunden haben. Jedoch bestehen diese lediglich aus einer Textur und wirken auf die Dauer monoton. In diesem Tutorial erstellen wir eine Pinselspitze, die dynamische Sterne erzeugt.
1. Voreinstellungen
Zunächst ändern wir in den Voreinstellungen (Strg+k, Strg+3) unsere Pinselspitze in "Fadenkreuz" um, damit wir unsere Sterne später punktgenau platzieren können. (Abb. 1)
2. Pinsel erstellen.
Wir aktivieren in der Werkzeugpalette das Pinselwerkzeug und öffnen den Pinsel-Reiter in der oberen Optionsleiste. (Abb. 2a)
Zuerst legen wir die allgemeine Pinselform fest. Wir stellen den Durchmesser auf 100px, die Kantenschärfe auf 20% und die Rundheit auf 3%. (Abb. 2b)
Ein Rundheitswert von 100% entspricht einem Kreis. Durch die niedrige Einstellung von 3% erhalten wir eine sehr flache Ellipse, die später als Strich oder für unseren Zweck als Strahl wahrgenommen wird.
Danach wechseln wir zu den Formeigenschaften und stellen Größen- und Winkel-Jitter auf 50%. (Abb. 2c)
Im unteren Vorschaufenster erkennen wir bereits unsere Sternenform. Der Größen-Jitter bewirkt, dass die Strahlen in ihrer Länge variieren. Wer das nicht möchte, kann diesen Wert verkleinern oder auf 0% runtersetzen.
Als Nächstes aktivieren wir die Streuung, stellen den Streuungswert auf 0% und die Anzahl auf 5. (Abb. 2d)
Mit der zweiten Einstellung erreichen wir, dass mit einem Mausklick 5 Strahlen erzeugt werden, die sich in der Mitte kreuzen. Insgesamt hat unser Stern somit 10 Strahlen; allerdings nur im besten Fall.
Denn der Winkel-Jitter aus den Formeigenschaften wird zufallsgeneriert, und so kann es passieren, dass sich mehrere Striche überlagern und unsere Strahlenzahl optisch reduzieren. Darüberhinaus ist unser Stern durch die Zufallssteuerung nie symmetrisch, höchstens im Glücksfall. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, sehen die Sterne mit jedem Mausklick anders aus. Wer die letzten drei Hiobsbotschaften verdaut hat, sollte das Positive daran sehen: Jeder Stern wird einzigartig.
3. Pinsel speichern.
Zum Schluss speichern wir den Pinsel, indem wir rechts im Reiter auf das Menü-Symbol klicken und den Punkt "Neue Pinselvorgabe" wählen. (Abb. 3a)
Wir nennen den Pinsel "Glitzerbrush 100px". (Abb. 3b)
Die Pixelangabe ist insofern sinnvoll, als wir den Pinseldurchmesser nicht beliebig vergrößern oder verkleinern können. Bei einem zu hohen Wert, z.B. 200px, wären die Strahlen durch die Rundheit von 3% zu fett, bei einem kleinen zu dünn. Deshalb muss die Rundheit der Pinselform (Schritt 2, erster Absatz) je nach Größe angepasst werden.
Folgende Fixgrößen haben sich bewährt:
- Pinselgröße ab 50px: Rundheit 4%
- Pinselgröße ab 100px: Rundheit 3%
- Pinselgröße ab 200px: Rundheit 2%
- Pinselgröße ab 400px: Rundheit 1%
Wer öfter mit diesem Pinsel arbeiten möchte, kann sich diese Pinselvorgaben später selbst erstellen.
4. Sternhagel
Jetzt kommen wir zum angenehmen Teil des Tutorials und können unseren Pinsel endlich ausprobieren. Zu diesem Zweck habe ich eine Beispieldatei erstellt, mit der wir arbeiten: tp-glitzerbrush.zip.
Nachdem wir die Datei geöffnet haben, erstellen wir eine neue Ebene (Strg+Shift+Alt+N) und nennen diese "Glitzer". (Abb. 4a)
Danach wählen wir in der Werkzeugpalette den Pinsel und stellen sicher, dass in der oberen Leiste unser Glitzerbrush eingestellt ist. (Abb. 4b)
Als Vordergrundfarbe nehmen wir Weiß oder einen hellen Blauton (je nach Geschmack) und aktivieren in der Ebenenpalette die Glitzerebene. Mit einzelnen Mausklicks können wir nun den Schriftzug mit Sternen versehen. Dabei kommt es manchmal vor, dass die Strahlen durch die Zufallssteuerung zu stark zusammengequetscht sind. In diesem Fall entfernen wir ihn mit Strg+z und versuchen unser Glück beim nächsten. (Abb. 4c)
Das Ergebnis sollte in etwa so aussehen: (Abb. 5)
Weitere Anwendungsgebiete für diesen Pinsel ist alles, was glänzt, wie Wasserflächen, Zähne, Eiszapfen oder meinetwegen ein Putzmittel-Produktfoto.
Übrigens ist der Brush bei gedrückter Maustaste in der Lage, flauschige Viecher zu erstellen. Man weiß nie, wann man so etwas braucht. (Abb. 6)
Autor: satre
















