Wenn wir die Lichter mit der Tonwertkorrektur auf dem gesamten Bild anheben, um die Landschaft aufzuhellen, überstrahlt der Himmel und die Abendstimmung ist dahin. (Abb. 1a) ![]()
Um das zu verhindern, benötigen wir eine geeignete Maske, die den Himmel von dieser Korrektur ausschließt.
Das folgende Tutorial setzt Grundkenntnisse in Photoshop voraus, den Umgang mit der Ebenenpalette und Einstellungsebenen und erfordert ein Verständnis vom Histogramm.
1. Öffnen und Analysieren
Wir öffnen unser Arbeitsbild ewald.jpg
, auf dem das bekannte Restaurant "Hähnchen Ewald" im Bergischen Land zu sehen ist.
Zuerst schauen wir uns den Tonwertumfang für die verschiedenen Bildbereiche an. Dazu markieren wir mit der Rechteckauswahl die untere Landschaft. Von dieser Auswahl können wir in der obersten Palette das Histogramm betrachten und sehen, dass die rechte Flanke erst bei 190 zu steigen beginnt.(Abb. 1b)
Davor befinden sich allerdings kleinere Spitzlichter, die von den weißen Fenstern und den Blüten im Vordergrund stammen. Deshalb werden wir unsere spätere Korrektur weiter rechts ansetzen, damit diese Bildinformationen nicht verloren gehen.
Auf die gleiche Weise können wir den Tonwertumfang des Himmels analysieren. Die folgende Abbildung zeigt beide Histogramme gegenübergestellt und zusammen: (Abb. 1c)
2. Korrekturbereich festlegen
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Wir erstellen eine Schwellenwert-Einstellungsebene (Abb. 2a)
und ziehen den Regler hinter die erste linke Flanke, die den Tonwertbereich des Himmels darstellt. Auf diese Weise wird der Himmel sauber von der Landschaft getrennt. (Abb. 2b) ![]()
3. Schwarzen Bereich maskieren.
Als Nächstes öffnen wir den Dialog "Farbbereich auswählen" (Menü -> Auswahl) und klicken mit der Pipette auf die schwarze Fläche. Den Unschärferegler können wir auf 0 stellen, weil der Schwellenwert nur Schwarz und Weiß kennt. (Abb. 3)
Wenn wir mit OK bestätigen, wird der schwarze Bereich - also unsere Landschaft - maskiert.
4. Tonwertkorrektur
Wir blenden die Schwellenwert-Ebene aus und erzeugen eine Tonwertkorrektur-Einstellungsebene. (Abb 4a)
Die Auswahl aus Schritt 3 wird automatisch zur Ebenenmaske. Nun ziehen wir den rechten Regler für die Lichter nach links und hellen die Landschaft somit auf.
Die Einstellung in der folgenden Abbildung erscheint mir rückblickend zu drastisch. Ein Wert zwischen 230 und 210 ist sicherlich ausreichend. (Abb 4b) ![]()
Weil wir die Auswahl mit dem Schwellenwert erzeugt haben, ist der Übergang sehr pixelig. Das erkennen wir besonders gut am Baum im oberen, rechten Bildrand. Um diesen Übergang weicher zu gestalten, klicken wir mit der linken Maustaste auf die Ebenenmaske und wenden einen Gaußschen Weichzeichner darauf an: Menü -> Filter -> Weichzeichnungsfilter (Abb. 4c)
Den Wert für den Radius wählen wir so klein wie nötig, weil andernfalls ein Teil des Himmels mit aufgehellt wird, was sich als Glühen bemerkbar macht. Dieser Effekt ist umso stärker, je kleiner das Bild in seiner Pixelauflösung ist. Bei einem Foto von mehreren Megapixeln wird das Glühen aber vernachlässigbar gering.
5. Ergebnis.
Zum Schluss ein Vorher/Nacher-Vergleich. (Abb. 5) ![]()
Dieses Tutorial eignet sich auch, um unterbelichtete* Personen aufzuhellen, die im Gegenlicht fotografiert sind. Es ist allerdings zu beachteten, dass diese Methode seine Grenzen hat. Wenn der verfügbare Tonwertbereich zu klein ist, macht sich eine starke Korrektur durch Rauschen bemerkbar. In diesem Fall sollte zusätzlich der Regler für die Mitten verwendet werden, um diesen Kontrast abzuschwächen.
Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass die Photoshopfunktion "Tiefen/Lichter", ab CS unter Menü -> Bild -> Einstellen, den gleichen Zweck erfüllt. Die hier erklärte, manuelle Methode hat jedoch den Vorteil, dass wir einen größeren Einfluss auf die Korrektur und, viel wichtiger, ein Verständis dafür haben. Und nicht zuletzt lassen sich Einstellungsebenen jederzeit verändern und löschen.
*Im technischen Sinn, versteht sich. :)
Autor: satre















