Anmerkungen:
- Die Farbangaben sind im RGB-Model: (R)100,(G)100,(B)100.
- Für unseren Text benutzen wir vorzugsweise eine alte Fraktur- oder Handschrift. (Die Schriftart in den Beispielbildern heißt "BlackChancery").
1. Dokument- und Rastereinstellungen
Wir erstellen ein neues Dokument (640px*440px) mit der Hintergrundfarbe 69,77,69. Damit wir unsere Objekte später genau ausrichten können, verwenden wir ein Raster. Mit den beiden Tastenkombinationen STRG+K und STRG+6 gelangen wir ins entsprechende Menü. Als Einstellung wählen wir: alle 80px mit 2 Unterteilungen. (Abb. 1) ![]()
Anschließend richten wir das Bild am Raster aus (Menü: Ansicht --> Ausrichten an Raster). Mit dem Tastaturbefehl "STRG+H" können wir es je nach Bedarf ein- oder ausblenden.
2. Blatt-Ebene
Wir erstellen eine Rechteck-Form, die vom Bildrand einen Rasterlinienabstand entfernt ist (=40px) und nennen diese Ebene "Blatt". (Abb. 2)
Hieraus wird später unser Pergament.
3. Textebene
Wir ziehen eine Textbox auf, die wiederum einen Rasterabstand vom Rechteck hat, füllen sie mit Text und stellen die Schriftgröße so ein, dass möglichst der gesamte Bereich ausgefüllt ist. Als Schriftfarbe wählen wir 5,5,15. (Abb. 3)
4. Pergament-Effekt
In diesem Schritt verleihen wir dem Rechteck Farbe, Textur und den verbrannten Rand. Wir rufen das Ebenenstilfenster auf, indem wir auf die Blatt-Ebene doppelklicken und nehmen folgende Einstellungen vor:
Übersetzungshilfen:
multiply = multiplizieren
screen = negativ multiplizieren
In CS2:
screen = umgekehrt multiplizieren
Schlagschatten: (Abb. 4a)
Schatten nach Innen: (Abb. 4b) ![]()
Der innere Schatten dient dazu, den Schein nach Innen zu verstärken; er kann wahlweise weggelassen werden.
Schein nach außen: (Abb. 4c) ![]()
Durch ihn hebt sich das Pergament leicht vom Hintergrund ab und sollte extrem dezent eingesetzt werden.
Schein nach innen: (Abb. 4d) ![]()
Hier legen wir die Größe der verbrannten Ränder fest
mit Verlaufsüberlagerung: (Abb. 4e) ![]()
Der Verlauf bestimmt, welche Farbe der verbrannte Rand erhält. Die linke Seite (Position 0%) bildet den äußeren Rand und sollte dunkelbraun bis schwarz eingestellt werden. Die Farbe auf der rechten Seite (bei Position 100%) muss mit der "Farbüberlagerung" identisch sein.
Farbüberlagerung: (Abb. 4f) ![]()
Die Farbe unseres Pergaments
Musterüberlagerung: (Abb. 4g) ![]()
Für die Papiertextur wählen wir ein möglichst helles und kontrastarmes Muster. Die Texturstärke kann mit der Deckkraft veringert werden.
Werfen wir einen Blick auf unser Zwischenergebnis: (Abb. 5)
5. Ränder bearbeiten
Als Nächstes werden die Ränder teilweise "weggebrannt".
Zunächst blenden wir das Raster (STRG+H) und die Effekte der Blatt-Ebene aus (Klick aufs Auge) und erstellen eine Ebenenmaske für unser Pergament. Um das zu erreichen, klicken wir mit gedrückter STRG-Taste auf die Blatt-Ebene und anschließend auf das entsprechende Symbol am unteren Rand der Ebenenpalette. (Abb. 6)
Jetzt können wir mit einem schwarzen Pinsel in die Ebenenmaske reinmalen. (Abb. 7) ![]()
Die schwarze Farbe bewirkt, dass die Deckkraft des Ebenenbereiches auf auf Null sinkt und damit ausradiert wird. Ein weißer Pinsel bewirkt das Gegenteil, so dass wir die Ränder jederzeit wiederherstellen können.
Um scharfe Risse zu erzeugen, wählen mit der Polygonmaske kleine Bereiche aus (Abb. 8)
und füllen diese schwarz. Dazu legen wir schwarz als Vordergrundfarbe fest und drücken ALT+Backspace.
Wir blenden die Effekte wieder ein: (Abb. 9)
6. Brandlöcher (Optional)
Es wirkt interessant, wenn Wortfetzen oder ganze Satzteile Brandlöchern zum Opfer fallen. (Abb. 12)
Wer darauf verzichten will, geht gleich zu Punkt 7 über.
Wir blenden die Effekte der Blatt-Ebene aus und malen mit einem schwarzen Pinsel (wie in Schritt 5) Löcher ins Papier. (Abb. 10)
6.1 Ebenenmaske kopieren
Damit die Schrift in den Löchern verschwindet, übertragen wir die Ebenenmaske der Blatt-Ebene auf die Textebene. Dazu machen wir folgendes:
1. wir klicken mit gedrückter STRG-Taste in die Ebenenmaske der Blatt-Ebene
2. wechseln auf die Textebene und
3. klicken auf das Ebenenmaskensymbol am unteren Rand der Ebenenpalette. (Abb. 11)
Anschließend blenden wir die Effekte wieder ein: (Abb. 12)
7. Vergilbungen
Zum Schluss erzeugen wir Vergilbungen und Verschmutzungen, damit unser Pergament nicht zu sauber und gleichmäßig aussieht. Wir erstellen über dem Text eine neue Ebene (STRG+ALT+SHIFT+N), füllen diese mit der Vordergrundfarbe (ALT+Backspace) und anschließend mit Differenzwolken (Menü: Filter --> Renderingfilter).
Dabei ist es wichtig, dass Vorder- und Hintergrundfarbe auf schwarz und weiß eingestellt sind.
Wir stellen den Überblendmodus auf "linear nachbelichten" (für Verschmutzung) oder auf "farbig nachbelichten" (für Vergilbung) und erzeugen eine Ebenenmaske aus der Blattauswahl. (siehe dazu Schritt 6.1)
(Abb. 13)
7.1 Gradationskurven für Effektstärke
Der Effekt ist im Moment viel zu stark. Um ihn abzuschwächen, erstellen wir eine Gradationskurve als Einstellungsebene (Abb. 15)
und verknüpfen sie mit der Differenzwolken-Ebene, indem wir mit gedrückter ALT-Taste zwischen die beiden Ebenen klicken. (Abb. 14)
PS: Wir wiederholen Schritt 7 für eine oder zwei weitere Ebenen, damit wir ein besseres Ergebnis erhalten.
8. Fertig
Wer bis hierhin durchgehalten hat, darf sich aufs Ergebnis freuen: (Abb. 16)
Autor: satre

























