Fragt man die eMarketing-Spezialisten werden vielen von ihnen (wenn nicht alle) sagen, dass das Banner tot ist. Sie werden sagen: Bannerwerbung ist teuer und die Klickraten sind mehr als bescheiden. Es endet damit, dass man mit Bannerwerbung mehr Geld ausgibt als eigentlich reinkommen sollte.
Komischerweise haben genau die gleichen Experten noch vor ein paar Jahren jeden Pfennig in Banner-Werbekampagnen gesteckt, mit der Aussicht auf rasche Gewinne. Damals waren auch die Klickraten noch zehnmal so hoch wie heute. Was ist passiert? Ist die Webgemeinde resistent gegen Internetwerbung geworden? Oder ist das ganze Bannerkonzept überholt und muss durch ein neues, zeit-angepasstes ersetzt werden?
Wahrscheinlich stimmt von allen etwas, aber sie sind nicht die einzigen Gründe hinter der gegenwärtigen Krise. Ich denke, dass zu einem großen Teil, die für die Werbekampagnen Verantwortlichen am Bannertot Mitschuld tragen. Der Unterschied zwischen einer erfolgreichen Bannerwerbung von Gestern und der mitleid erregenden Bannerwerbung von heute, ist Eitelkeit. Eitelkeit klingt merkwürdig. Aber man muss sich nur umschauen was es für Banner im Netz gibt. Sie haben schöne Hintergründe, ansprechende Grafiken und professionelle Logos. Dazu blinken und bewegen Sie sich. Und das alles in einer Dateigröße von ca. 15kb oder noch kleiner. Kurz gesagt: solche Banner sind Kunst - und deswegen verfehlen sie ihr Ziel.
Mehr Marketing - weniger Grafik, lautet heute die Devise. Sofern Sie nicht versuchen eine neue Marke auf den Markt zu bringen, sollte das Oberziel nicht dahin gehend sein, wie die Banner aussehen. Viel wichtiger ist es wie sich das Banner verkauft, wie viele Klick es generiert. Die Ästhetik sollte hier einmal vergessen werden. Oder anders: Back to Basics. Was sich damals verkauft hat, das sollte sich auch jetzt verkaufen können.
Einige Leser werden jetzt befürchten, dass ein solcher Ansatz, ihre Reputation in den Augen der Konsumenten zerstören wird. Wenn das Banner nicht gut aussieht, ist es schlecht für die Firma bzw. die Marke. Die Global-Player sollten sich hier natürlich Gedanken machen, aber die meisten kleinen Unternehmen sollten das Branding nicht als oberste Priorität betrachten. In den letzten Wochen haben Sie wahrscheinlich tausende Banner gesehen. Doch können Sie sich wenigstens an das Aussehen von mindestens 20 erinnern? Oder welches Produkt sie enthalten haben?
Wie muss ein Banner aussehen um weniger als Kunstobjekt zu erscheinen aber dafür mehr Klicks zu generieren? Hier ein paar Tipps:
1.Verstecken Sie ihre Banner nicht
Viele Banner harmonieren mit dem Design der Seite, in der sie dargestellt werden. Das gesamte Design wird nicht gestört, was aber dazu beiträgt, dass das Banner in der Seite verschwindet. Es wird als ein Teil der Seite wahrgenommen und das werbende Produkt nicht erkannt. Machen Sie alles, damit sich das Banner von der Seite abhebt und die Besucher dazu bringt genau IHR Banner zu klicken und nicht nur anzustarren. Dazu sind Kunstgemälde da. In der Praxis werden Klicks durch Windows-Schaltflächen "erzwungen", was den Besucher dazu verleit einen Balken zu scrollen oder ein Suchfeld anzuklicken. Bei solchen "Mogeleien" sollte man jedoch vorsichtig sein. Es wird eine höhere Klickrate erzielt, wenn aber der Besucher enttäuscht wird, war das sein erster und letzter Besuch.
2.Weniger ist mehr
Sex sells. Leichtbekleidete Models auf Sandstränden sind vielleicht schön anzuschauen, doch solche Grafik beladenen Banner einfach zu lange geladen. Meistens ist das Standard-Banner im oberen Teil der Seite platziert. Kommt ein Besucher auf die Seite, scrollt er schon nach wenigen Sekunden nach unten, um den Inhalt zu betrachten. Grafiken nehmen zudem viel Platz ein und blockieren vielleicht damit wertvollen Platz um Werbetexte einzufügen. Bilder sagen mehr als tausend Worte - bei Banner kann es sich als tödlich erweisen. Wenn die Grafik nichts enthält, was den Benutzer überzeugt es anzuklicken, sollte sie weggelassen werden.
3.Zur Sache kommen
Banner sind keine TV-Spots. Sie müssen um die Aufmerksamkeit der Besucher dauernd kämpfen und sie auch aufrechterhalten. Kommen Sie mit Ihrer Werbebotschaft auf den Punkt. Muss sich die Zielperson erst die Werbung 10 Sekunden lang anschauen, um zu erfahren was überhaupt beworben wird, funktioniert im TV aber nicht im Internet.
Fazit
Den Tipps zufolge, sollte man einfache, vielleicht unprofessionelle Banner entwerfen, die auf die Aufmerksamkeit der Zielgruppen ausgerichtet sind. Es klingt vielleicht dumm und lässt alle Grafiker aufheulen, aber es ist die einzige Methode das Banner wieder zum Leben zu erwecken. Das Banner soll keinen Schönheitswettbewerb gewinnen - es soll sich verkaufen können.
Autor: (mj)





