Für eine druckfertige Anzeige wird in diesem Fall eine aktuelle Version von Macromedia Freehand (in diesem Fall MX), eine Pantone oder HKS Palette (coated oder uncoated bzw. die entsprechende Palette der Druckerei) verwendet. Eine HKS-Palette für Freehand findet man z.B. hier. Für eine, in Europa typische Tageszeitung wird am häufigsten HKS als Sonderfarbe eingesetzt (Neben der berühmten Euroscala). Bei Hochglanzzeitschriften oder normalen Magazinen richtet man sich meistens nach den Anzeigenkunden und es ist durchaus beides üblich. Hier richtet man sich in der Regel nach den Vorgaben der Druckerei, was die Wahl des Farbfächers angeht. Häufig anzutreffen ist hier die Pantone Solid to Process Euro in beiden Varianten, die natürlich von Macromedia in Freehand integriert wurden.
Der zweite, und nicht weniger wichtige Faktor, wäre die Auflösung des Druckerzeugnisses. Bei Tageszeitungen liegt sie in der Regel bei 300 DPI. Bei Zeitschriften und Magazinen 1200 - 2400 DPI. Wichtig: Bei eventuell eingesetzten Bildern sollte die Auflösung der Bilder wenigstens genau so hoch sein, wie das spätere Druckerzeugnis. Selbstverständlich müssen alle Bilder im CMYK vorliegen. Auch hier weiß die Druckerei bzw. der Anzeigenverkauf Rat.
Falls die Farben vorher noch nicht festgelegt wurden, macht es auch durchaus Sinn, sich das ICC-Profil der Druckerei geben zu lassen (natürlich den eigenen Monitor vorher neutral kalibrieren), sowie sich den gewählten Fächer in Papierform bereitzulegen (über den Fachhandel zu beziehen), um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Falls es einen festen Farbkatalog gibt, spart man sich natürlich diesen Schritt, und bei einem guten Workflow ist die Farbverbidnlichkeit eigentlich schon gewährleistet. Im Zweifelsfall kann bei der Druckerei ein Proof in Auftrag gegeben werden, in schwierigen Fällen sogar ein Andruck.
Um mögliche Probleme mit den verwendeten Schriften bei der Belichtung zu vermeiden, sollten Postscript kompatible Fonts verwendet werden (Type-1 Fonts oder Open Type Fonts). Daher sind Truetype-Schriften nach Möglichkeit nicht zu benutzen, da man diese in vielen Fällen vorher zunächst in Kurven umwandeln muss, um keine Probleme mit dem Rip zu bekommen.
In Freehand wird als erstes ein neues Dokument in der vorgegebenen Anzeigengröße und mit der entsprechenden Auflösung erstellt. In diesem Fall für eine Zeitschriftenanzeige in 170 x 115 mm und 1200 DPI. Dieses Format entspricht einer halbseitigen Anzeigen in einem üblichen DIN A4 Satzspiegel. Farbspektrum ist die vollständige Euroscala zusätzlich einer Sonderfarbe der Pantone Solid to Process Euro (sprich 5/0 farbig). Das fertige Ergebnis nimmt eine Stellenanzeige als Beispiel.
Ob ein Rahmen zur Gestaltung verwendet wird, ist stark abhängig vom Layout und Erscheinungsbild der Publikation, in der die Anzeige erscheinen soll. Der Anzeigenverkauf hilft auch in diesem Fall weiter.
In Freehand kann man bei der Farbzuweisung eigentlich nicht viel falsch machen. Der CMYK-Farbmischer ist einfach zu erkennen, und die Farbfelder für Sonderfarben lassen sich über die Eigenschaften sehr einfach aufrufen. Auf die Gestaltung und auf das Layout der Anzeige wird nicht weiter eingegangen, da in den meisten Fällen wohl ein eigener Style-Guide Grundlage der Gestaltung sein wird.
Freehand separiert die Farben inklusive aller genutzten Sonderfarben selbstständig, wenn die Ausgabe auf einem postscriptfähigen Drucker oder Rip erfolgt. Vorausgesetzt das Gerät oder die Software unterstützt Sonderfarben.
Idealerweise erfolgt die Ausgabe in Adobe Acrobat. Die Software unterstützt alle Funktionen, die den Umgang mit Belichtungsdaten erleichtern.
Die Auflösung der Ausgabe sollte auch hier 2400 dpi erfolgen. Alle verwendeten Schriften werden idealerweise in das Dokument eingebettet. Die Farbeinstellungen sollten je nach Auftrag manuell vorgenommen werden. Primär zu beachten sind dabei natürlich die CMYK Einstellungen.
Die Ausgabe der Datei ist nun nur noch Formalität. Die PDF kann ohne Bedenken an die Druckerei weitergegeben werden.
Rips, die sich auf Postscriptlevel 2 oder höher verstehen, haben in der Regel kein Problem bei der Ausgabe von PDF-Dokumenten. Sollte kein Adobe Acrobat oder vergleichbarer Distiller zur Verfügung stehen, kann die Ausgabe natürlich auch optional in einer EPS erfolgen. In diesem Fall sollten die Bilddatei und die verwendeten Fonts zusammen mit der erstellten Datei zur Belichtung gegeben werden.
Autor: (mf)









